Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Infrastruktur: Ausbau für steigenden Mobilitätsbedarf

Der positive Trend am Flughafen München setzt sich fort: 2025 nutz­ten 43,4 Millionen Passagiere den Airport, 1,8 Millionen mehr als im Vorjahr. Mit dem weiter steigenden lokalen und globalen Mobilitäts­bedarf wächst auch der Luftverkehr. Der Flughafen München stellt dafür die nötigen Kapazitäten bereit und stärkt mit gezielten Ausbau- und Modernisierungsprojekten die Perspektiven für Standort und Region.

Neuer Terminal 1-Pier in Betrieb Zusammenfassung

Im April 2026 wurde am Flughafen München ein wesentlicher Meilen­stein in der Weiterentwicklung der Terminalinfrastruktur erreicht. Sieben Jahre nach Baubeginn haben wir den neuen Pier am Termi­nal 1 in Betrieb genommen. Der Neubau fungiert als zentraler Ein- und Austrittspunkt für den gesamten Non-Schengen-Verkehr im Terminal 1. Sowohl der geplante Eröffnungstermin im ersten Halb­jahr 2026 als auch das genehmigte Investitionsbudget wurden unter Berücksichtigung der Coronaeffekte aus den Jahren 2020 und 2021 eingehalten. Mit dem eigenverantwortlich realisierten Neubau haben wir die infrastrukturelle Leistungsfähigkeit des Terminals 1 nachhal­tig gestärkt und gezielt auf zukünftige Verkehrs- und Qualitätsan­forderungen ausgerichtet. Der neue Pier leistet einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und unterstützt die Positionierung von München als einen der führenden europäischen Großflughäfen.

Parallel zur infrastrukturellen Erweiterung wurde das Retail- und Gastronomieangebot deutlich ausgebaut. Der neu geschaffene »Marktplatz« beherbergt unter anderem einen LEGO-Store sowie einen Fanshop des FC Bayern München. Der »Walkthrough Duty-Free« nach der Sicherheitskontrolle ist konsequent auf die Bedürf­nisse der Passagiere ausgerichtet und bietet namhafte Marken für das internationale Publikum. Ergänzt wird das Konzept durch zahl­reiche digitale Werbeflächen, die flexibel bespielt werden können und den Pier zugleich als hochwertigen Kommunikationsraum für Part­nerunternehmen etablieren.

Die von der FMG betriebene Lounge erstreckt sich auf 1.100 Qua­dratmetern über zwei Ebenen und bietet höchsten Komfort und ein einzigartiges Panorama. Neben fünf großen Gastronomieeinheiten, die ihren Gästen bayerisches Lebensgefühl, Qualität und Gast­freund­lichkeit präsentieren, umfasst die Ausstattung eine Galerieebene mit Bar, abgegrenzte Arbeits- und Ruhezonen sowie einen separaten Bereich für Familien mit Kindern. Ergänzend betreibt Emirates Air­lines auf einer Fläche von rund 900 Quadratmetern eine eigene Lounge für ihre Fluggäste.

Zur weiteren Verbesserung der Servicequalität wurden zusätzliche Angebote für unterschiedliche Nutzergruppen integriert. Dazu zählen eine großzügige Kinderspielfläche, eine ruhige Recreation-Area sowie multireligiöse Gebetsräume und separate Still- und Wickel­räume. Darüber hinaus stehen zwei speziell ausgewiesene Zonen für Reisende mit Haustieren oder Assistenzhunden zur Verfügung. Eine neue, zentral gelegene und tageslichtdurchflutete Kantine richtet sich an die Mitarbeitenden. Sie ermöglicht kurze Wege und dient als gemeinsamer Versorgungs- und Begegnungsraum für Beschäftigte aus dem Terminalbetrieb sowie auf dem Vorfeld. Der Neubau ist mit einer modernen, energieeffizienten Technik ausgestattet. Durch eine signifikant erhöhte Betriebseffizienz und ein intelligentes Energie­management trägt der neue Pier erheblich zur Erreichung der unter­nehmensweiten CO₂-Reduktionsziele bei.

T1 und Zentralgebäude: umfassende Modernisierung startet Zusammenfassung

Das Terminal 1 sowie das Zentralgebäude sind auf dem Stand der Technik der 1980er-Jahre geplant und gebaut worden und seit Eröffnung des Flughafens München im Jahr 1992 ununterbrochen in Betrieb. Die gesamte Infrastruktur kann aktuelle energetische und zukünftige kapazitative und qualitative Anforderungen folglich nicht mehr ausreichend erfüllen. Die betreffenden Gebäude müssen mo­dernisiert und weiterentwickelt werden, dass der bis zum Jahr 2050 prognostizierte Luftverkehr dort abgefertigt werden kann. Im Plan­ungsprozess wurden alle baulich-technischen, flugbetrieblichen und kommerziellen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Hauptziel ist die Schaffung eines Terminals, das energetisch, technisch und operativ einen höheren Qualitätsstandard erreichen kann. Dabei werden vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit das bestehende Tragwerk sowie das Gebäudevolumen erhalten, die Gebäudehülle sowie die technischen Gewerke jedoch grundlegend erneuert. Zusätzlich wird die Flächennutzung optimiert, sodass eine zeitgemäße Prozess- und Aufenthaltsqualität entsteht.

Abgeleitet aus diesem Gesamtkonzept soll in den kommenden Jahren das Modul A generalsaniert werden, um in Kombination mit dem Terminal 1-Pier einen eigenständigen, in sich funktionierenden Terminalbereich mit allen notwendigen Einrichtungen für den Non-Schengen-Verkehr zu schaffen. Während der Generalsanierung wird das Modul A von voraussichtlich ab Ende 2029 außer Betrieb genom­men werden. Für den Sanierungszeitraum werden die Flüge in ande­ren Bereichen des Terminals 1 abgefertigt.

LabCampus: Innovations-Hub am Drehkreuz Zusammenfassung

Im Westen des Flughafenareals entsteht mit dem LabCampus ein zukunftsweisendes Innovationszentrum, das branchen- und unter­nehmens­übergreifende Kooperation ermöglicht.

LabCampus bietet ein attraktives Umfeld für Forschung und Entwick­lung, Scale-ups, etablierte Mittelständler und international tätige Unternehmen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft: 2026 eröffnet die Technische Universität München (TUM) dort Pop-up-Labore zu aktuellen Frage­stellungen an den Schnittstellen von Technologie und Gesellschaft. Insgesamt stehen der TUM dann Räumlichkeiten auf mehr als 20.000 Quadratmetern in den Gebäuden LAB 48 und LAB 52 zur Verfügung.

Das neue »Convergence Center« soll eine einmalige Umgebung schaffen, in der Studierende, Wissenschaftstalente, Gründungsteams und Wirtschaftspartner an wegweisenden Projekten integrativ und innovativ zusammenarbeiten können – so ziehen beispielsweise Einrichtungen wie das »Robotics Institute Germany«, das »TUM-Institute for LifeLong Learning«, der Lehrstuhl für Ergonomie sowie studentische Initiativen auf den Campus.

In den Gebäuden LAB 48 und LAB 52 sind bereits namhafte Unter­nehmen und Institutionen ansässig Im Dezember 2025 eröffneten mit dem Bistro »forty8« und der Cafébar »nosh« zwei kulinarische Community-Treffpunkte im LAB 48, die Gästen und Mitarbeitenden offenstehen. Für die gastronomische Vielfalt und Qualität in den beiden neuen Gastroeinheiten sorgt die Tochtergesellschaft Allresto gemeinsam mit ihren Dienstleistern.

Die Weiterentwicklung des »Pioneer Quarter«, des ersten von ins­gesamt vier geplanten Quartieren des LabCampus, wird derzeit vor­angetrieben. Das Areal bietet Potenzial für sechs weitere Gebäude, die in den nächsten Jahren bedarfsgerecht entstehen und die den LabCampus als internationalen Innovations-Hotspot in der Metro­polregion München etablieren werden.

P8 kurz vor Inbetriebnahme

Das neue Parkhaus P8 entsteht an derselben Stelle wie sein Vor­gänger. Es verfügt über rund 3.650 Stellplätze auf acht Ebenen, 20 Prozent davon sind für Elektrofahrzeuge reserviert.

Das P8 bietet eine direkte fußläufige Anbindung an das Terminal 1 (Bereiche D und E) und an das Terminal 2. Die Fertigstellung des neuen Parkhauses ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Nachhaltigkeitsaspekten des Neubaus. So wurde das Abbruchmaterial des alten Gebäudes recy­celt und für den Straßenunterbau verwendet. Die modernste Technik bei den PV-Anlagen sorgt für eine nachhaltige Energiegewinnung und eine effiziente LED-Beleuchtung reduziert den Energieverbrauch.

ibis Styles: neues Hotel am Airport

Die Marke ibis Styles, bekannt für ihre außergewöhnlichen wie individuellen Designs an derzeit mehr als 560 Adressen weltweit, bekommt Zuwachs am Flughafen München. Darüber hinaus fügt sich das neue Gebäude in die Nachhaltigkeitsstrategie des Flug­hafens ein: Die Verwendung von Steinwolle statt Hartschaum beim Wärmedämmverbundsystem, eine Dachbegrünung, Geothermie zur Kältebereitstellung und der Anschluss an Fernwärme über regene­rative Energieträger tragen wesentlich zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes des Gebäudes bei. Das Hotel wird daher eine Gold-Zertifi­zierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen erhalten. Dreh- und Angelpunkt des 350-Zimmer-Hotels wird die offene Lobby sein. Diese bietet ein Restaurant, eine Bar und einen separaten Früh­stücksbereich sowie Platz zum Co-Working. Zudem sind ein Kinder­bereich und ein Food-Market zur Selbstbedienung geplant. Inspiriert von der Isar, werden Gäste im neuen ibis Styles München Airport ein außergewöhnliches und modernes Design finden, das immer wieder auf die umliegende Natur anspielt. Die Inbetriebnahme des Hotels erfolgte im April 2026, die offizielle Eröffnung fand im Juni statt.

Bahnanbindung: weitere Verbesserung nötig

Für den Flughafen München ist die Verbesserung der Schienenan­bindung von hoher strategischer Relevanz. Sie bildet eine entschei­dende Voraussetzung für die nachhaltige An- und Abreise und die Erweiterung des Einzugsgebiets. Als ersten Erfolg konnten wir die Aufnahme der Anbindung des Flughafens an den Schienenpersonen­fernverkehr in den »Potenziellen Bedarf« des Bedarfsplans im Bun­desschienenwegeausbaugesetz verbuchen. Ziel ist die Einstufung in den »Vordringlichen Bedarf« als Voraussetzung für den Start kon­kreter Planungen. Parallel wird ein Stufenkonzept für einen Fern­bahnhof entwickelt, um mittelfristig Fernverkehrszüge direkt zum Flughafen zu führen.

Seit Ende 2024 verbindet der überregionale Flughafenexpress (ÜFEX) den Flughafen via Regensburg mit Nürnberg. Im Jahr 2025 nutzten rund 800.000 Fahrgäste die Direktverbindung. Die modernen Züge bieten im Zweistundentakt bis zu 528 Sitzplätze, WLAN, verbesserten Handyempfang und viel Gepäckraum. Zudem hat die Bayerische Staatsregierung die Finanzierung des Überwerfungsbauwerks West gesichert, das die Betriebsqualität und Kapazität des Flughafen­bahnhofs verbessern soll.

Strategische Bauprojekte

  • Laufende Planung des »Pioneer Quarter«
  • Potenzial für bis zu sechs weitere Gebäude
  • Erweiterung des Terminal 2-Satelliten
  • Flugzeugabstellpositionen für 12 Großraum- bzw. 22 Schmalrumpfflugzeuge
  • Zusätzliche Kapazität für circa 10 Millionen Passagiere pro Jahr
  • Geplante Eröffnung 2035
  • Acht Parkdecks mit rund 3.700 Pkw-Stellplätzen
  • Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge
  • Geplante Fertigstellung Ende 2026
  • Modernisierung und Weiterentwicklung
  • Erneuerung der Gebäudehülle und der technischen Gewerke
  • Generalsanierung des Moduls A ab voraussichtlich 2029