Wirtschaftsbericht
Wirtschaftliches Umfeld Zusammenfassung
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Stabile Wirtschaftsentwicklung
Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die globale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.
Die Weltwirtschaft zeigte sich 2025 trotz geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Konflikte stabil. Die globale Industrieproduktion expandierte, und der weltweite Warenhandel nahm trotz der Zollpolitik der USA mit 3,5 % vergleichsweise stark zu. Die Inflationsraten gingen dagegen weiter zurück. Dennoch wuchs das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,6 % (2024: 2,8 %) und entsprach somit der Vorjahresprognose.3)
In den Schwellenländern wuchs die Wirtschaft mit einer Rate von insgesamt 4,2 % (2024: 4,7 %). Die Wirtschaft der Volksrepublik China wurde vor allem durch ein starkes Exportgeschäft gestützt. Die dortige Binnennachfrage blieb jedoch aufgrund des sich fortsetzenden Immobilienpreisrückgangs weiterhin schwach. Insgesamt wuchs das chinesische BIP um 4,8 % (2024: 5,0 %). Im asiatischen Raum trug vor allem Indien mit einer unveränderten BIP-Steigerungsrate von 6,7 % zu einem starken Wachstum bei.4)
In den Industrienationen nahm das BIP um 1,7 % zu (2024: 1,9 %). Die Inflationsraten stagnierten 2025 somit auf einem leicht erhöhten Niveau. Die Leitzinsen der wichtigsten Zentralbanken sanken im Jahresverlauf, sodass die Geldpolitik insgesamt weniger restriktiv ausgerichtet war. Das BIP-Wachstum war ungleichmäßig über die verschiedenen Volkswirtschaften verteilt. Positive Impulse gingen weiterhin von der US-Wirtschaft aus. Hier legte das BIP um 2,0 % zu. Die Expansion wurde dabei vor allem durch einen starken privaten Konsum und höhere Unternehmensinvestitionen, vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), getragen. Die britische Wirtschaft legte mit einer Rate von 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr zu (2024: 1,1 %).5)
Wirtschaftswachstum ausgewählter Länder weltweit:
in %
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 39
Im Euroraum stieg die Wirtschaftsleistung im weltweiten Vergleich unterdurchschnittlich und nur um 1,4 % (2024: 0,9 %), da diese insbesondere durch die angespannte geopolitische Lage und die Einführung von Handelszöllen belastet wurde. Positive Impulse gingen hingegen vom privaten Konsum aus, die Reallohnsteigerungen und ein robuster Arbeitsmarkt stärkten die Binnennachfrage. Das Wachstum war heterogen zwischen den Mitgliedsstaaten verteilt. Während sich die Wirtschaftsleistung insbesondere in Spanien weiter positiv entwickelte, blieb Deutschland deutlich zurück. Die Inflationsrate normalisierte sich und lag nahe bei 2,0 %. Seit Juni 2024 senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins achtmal bis auf ein Niveau von 2,0 % (Einlagenzins). Die Geldpolitik ist damit neutral ausgerichtet. Im langjährigen Vergleich war die Arbeitslosenquote im Euroraum mit 6,4 % entsprechend niedrig.7)
Wirtschaftswachstum ausgewählter Länder europaweit:
in %
Ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 8
Die deutsche Volkswirtschaft befand sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der durch die Dekarbonisierung, die Digitalisierung, demografische Veränderungen und geopolitische Umbrüche gekennzeichnet war. Der in der Bundesrepublik Deutschland besonders stark ausgeprägte demografische Wandel und der hohe gesamtwirtschaftliche Anteil des verarbeitenden Gewerbes erschwerten die notwendigen Anpassungen. Ungünstige staatliche Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine marode Verkehrs- und veraltete Digitalinfrastruktur und hohe regulatorische Kosten stellten ein zusätzliches Hemmnis dar. Immer noch erhöhte Energiepreise, ein im Jahresverlauf gestiegener Eurokurs sowie neue Wettbewerber insbesondere aus China verminderten die globale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Die erhöhten US-Handelszölle belasteten das Exportgeschäft zusätzlich. Die Exporte nahmen dementsprechend um 0,2 % ab. Die Importe stiegen hingegen um 3,4 %. Die Investitionen gingen um 0,7 % zurück. Insgesamt gab die Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe 2025 um 1,0 % nach. Das Baugewerbe steckte 2025 aufgrund hoher Wohnbaukosten ebenfalls in der Krise (−1,4 %). Dagegen entwickelte sich der private Konsum mit einem Wachstum von 0,8 % etwas stärker als im Vorjahr (0,5 %). Die Inflationsrate lag mit 2,2 % im Jahresdurchschnitt auf Vorjahresniveau und damit nahe der Zielmarke von 2,0 %. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3 %. Insgesamt wuchs das deutsche BIP 2025 nur marginal um 0,1 %.9)
Der Ölpreis (Marke Brent) schwankte 2025 in einem Intervall zwischen 59 und 86 US-Dollar je Barrel. Der Höchststand wurde Ende Juni verzeichnet, der Tiefststand Mitte Dezember. Zum Jahresende lag der Ölpreis bei rund 62 US-Dollar je Barrel.10)
Wirtschaftliches Umfeld Luftverkehr (Aviation)
Stabilisierung des Luftverkehrs
Im Jahr 2025 wuchs die weltweite Passagierluftfahrt gemäß den Daten der International Air Transport Association (IATA) nach verkauften Personenkilometern um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Auslastung der Flugzeuge blieb im Jahresvergleich unverändert bei 84 %. Die Entwicklung in Europa entsprach mit einer Zunahme von 5,3 % dem weltweiten Durchschnitt. Als stärkster Wachstumstreiber erwies sich der asiatisch-pazifische Markt, der im Jahresvergleich um 7,8 % zulegte.11)
Die Zunahme des weltweiten Frachtaufkommens, gemessen in »Cargo Tonne Kilometers«, schwächte sich mit +3,4 %, nach zweistelligem Wachstum im Vorjahr ab. Die Nachfrage in Europa blieb mit +2,9 % hinter der weltweiten Entwicklung zurück. Als am stärksten erwies sich der asiatisch-pazifische Frachtverkehr mit einem Wachstum von 8,4 %.12)
Publikationen des Branchenverbands Airport Council International / Europe (ACI) zeigten für 2025 ein weltweites Wachstum des Passagierverkehrs von 3,6 %. Laut ACI normalisierten sich die Wachstumsimpulse nach einer sprunghaften Nachholphase.13)
Der europäische Flugsicherungsdienstleister Eurocontrol analysierte in seinem Forecast Update 2025–2031 aktuelle und zukünftige Entwicklungen. Der europäische Luftverkehr erreichte im Jahr 2025 mit rund 11 Millionen Flügen (+3,6 %) nahezu das Vorkrisenniveau von 2019 und zeigte damit ein moderates Wachstum, jedoch mit einer ungleichmäßigen regionalen Entwicklung.14)
Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wies in seinem Jahresbericht 2025 auf die weiterhin unterdurchschnittliche Entwicklung des deutschen Luftverkehrsmarktes hin. Im Betrachtungszeitraum stieg die Zahl der Passagiere um 3,6 %, erreichte damit jedoch nur 88 % des Vorkrisenniveaus. Das Sitzplatzangebot betrug in Deutschland lediglich 89 %. Auf europäischer Ebene – bereinigt um den deutschen Markt – wurde hingegen ein Sitzplatzangebot von 108 % erzielt. Der BDL führt dies maßgeblich auf die in Deutschland seit 2020 stark gestiegenen staatlichen Luftverkehrsabgaben zurück, die sich seit dem Jahr 2020 nahezu verdoppelt hatten.15)
Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen verzeichneten im Jahr 2025 erneut ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 219,8 Millionen Flugreisende (+3,6 %) abgefertigt. Die Flugbewegungen nahmen im Vergleichszeitraum um 3,9 % auf rund 2,1 Millionen zu. Das Cargo-Aufkommen (Luftfracht- und Luftpostumschlag) erreichte mit 4,9 Millionen Tonnen ein Wachstum von 1,1 % und lag damit leicht über dem Vorkrisenjahr 2019 (+0,8 %).16)
Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities
Parken – Abhängigkeit vom Passagieraufkommen und Passagiermix
Die Parknachfrage ist gleichzeitig mit dem Aufkommen an abfliegenden Passagieren gestiegen, was sich auch in den Umsatzerlösen widerspiegelt. 47 % der Fluggäste reisten 2025 individuell an, was einem Rückgang gegenüber 2024 von 11 % entspricht. Das umsatzstarke Segment der Geschäfts-Reisenden ist im Vergleich zum Jahr 2019 weiterhin deutlich geringer vertreten. Dies konnte zum Großteil durch ein nachfrageorientiertes Yield-Management kompensiert werden.
Stationärer Einzelhandel stagniert
Aufgrund der hohen Inflation belebte sich der Konsum gemäß dem Handelsverband Deutscher Einzelhändler 2025 nur sehr moderat um 3,0 % auf 683,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr, was einem realen Anstieg von 1,5 % entspricht. Das nominale Wachstum entstand mit einem geringeren Anteil im stationären Handel (2025: +2,8 %).17)
Im Dezember 2025 verbesserte sich das Geschäftsklima im Handel auf 87,6 Prozentpunkte nach 84,9 Prozentpunkten im Vorjahr.18)
Gastronomie und Hotelgewerbe – rückläufige Umsatzentwicklung
Der Umsatz im Gastgewerbe wies gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang, nominal um 0,2 %, auf, was preisbereinigt einer Abnahme um 3,6 % entspricht.19)
In den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigten sich folgende Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr: Bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen sank der Umsatz um 1,0 %, was preisbereinigt einem Rückgang von 3,5 % entspricht. Die Gastronomie verzeichnete Umsatzeinbußen von 0,3 % (real −4,1 %). Einen Zuwachs in Höhe von nominal 1,2 % (real −3,4 %) konnte nur der Catering-Bereich erzielen.20)
Werbewirtschaft – starkes Wachstum der Außenwerbung
Der Umsatz der für den Flughafen relevanten Werbegattung »Out-of-Home« stieg in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,9 % auf 3,6 Milliarden Euro.21)
Wirtschaftliches Umfeld Immobilienvermarktung (Real Estate)
Gesamtmarkt mit leichtem Minus
Der Münchner Bürovermietungsmarkt erzielte mit 580.800 m² einen geringeren Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr (2024: 606.200 m²). Dies entspricht einen Rückgang um 4,0 %. Ohne Eigennutzung betrug die reine Vermietungsleistung 538.800 m² (2024: 551.600 m²). Dagegen stiegen im Großnutzersegment die Umsätze: Hier wurden 35 % mehr Flächen angemietet als im Vorjahr. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nachfrage in den mittleren Flächenklassen im Vorjahresvergleich deutlich nachließ. Im mittleren Segment wurden im Vergleich zum Vorjahr rund 30 % weniger Umsatz erzielt. Der Gesamtflächenumsatz lag daher immer noch 18 % unterhalb des langjährigen Mittels.22)
Der Leerstand im Münchner Büromarkt erhöhte sich um einen Prozentpunkt auf 9,7 %. Seit Mitte des Jahres 2025 verlangsamte sich die Dynamik des Anstiegs. Gleichzeitig setzte sich die zunehmende Polarisierung nach Lage und Qualität fort. Innerhalb des Mittleren Rings ist das kurzfristige Büroflächenangebot erstmals seit mehr als fünf Jahren um 5,1 % leicht zurückgegangen (2024: Anstieg von 5,2 %). In den Stadtteillagen hingegen erhöhte sich der Leerstand um 12,4 % (2024: 11,1 %). 71 % des gesamten Leerstands befinden sich in Gebäuden, die mindestens 20 Jahre alt sind und vielfach nicht mehr den aktuellen Nutzeranforderungen entsprechen. Auch im Umland nahm der Leerstand von 10,5 % auf 12,6 % zu.23)
Trotz des gestiegenen Flächenangebots befanden sich die Mietpreise weiterhin in einer Aufwärtsbewegung. Die Durchschnittsmiete erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 10,0 % auf 27,50 €/m² (2024: 25,10 €/m²). Auch die Spitzenmiete verzeichnete einen Anstieg um 10,0 % auf 59,00 €/m² (2024: 53,50 €/m²). Diese Entwicklung reflektiert die weiterhin hohe Nachfrage nach hochwertigen, modernen Flächen unabhängig von der Lage. Demgegenüber stagnierten die Mieten im Bestandssegment. Dies verdeutlicht, dass insbesondere in den stark nachgefragten Stadtteillagen die Gebäudequalität zunehmend entscheidend für die Preisbildung ist. Entsprechend lagen die Mieten dort im Durchschnitt bei 19,10 €/m² und damit lediglich rund einen Euro höher als vor fünf Jahren.24)
Derzeit befinden sich knapp 655.200 m² Büroflächen im Bau, die bereits zu 44,0 % eigengenutzt oder vorvermietet sind. 221.000 m² davon werden nach aktuellem Stand im Jahr 2026 fertiggestellt, 59,0 % sind jetzt schon belegt. Die spürbare Zurückhaltung der Projektentwickler nach der Zinswende hat sich etwas gelockert. Es ist wieder ein moderater Anstieg an Baustarts zu beobachten. Diese entfallen überwiegend auf kleinere Projekte, bei denen sich Vorvermietungsquoten leichter realisieren lassen, sowie auf Vorhaben mit hohem Eigennutzeranteil.25)
Der Münchner Büromarkt wird kurzfristig nicht zu seiner früheren Nachfrageintensität zurückfinden. Allerdings verfügt der Wirtschaftsraum München im Vergleich zu anderen Top-Standorten über weniger strukturelle Hemmnisse: Die Bürobeschäftigung wächst kontinuierlich, getragen von High-Tech, einem dynamischen IT-Sektor, der Biotechnologie sowie unternehmensnahen Dienstleistungen. Starke Universitäten, bedeutende Entwicklungszentren internationaler Konzerne und eine dynamische Startup-Szene sorgen dafür, dass Fachkräfte, Projekte und Kapital im hohen Maße in der Region gebündelt bleiben.26)
Geschäftsverlauf Zusammenfassung
Wichtige Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr
Aufnahme von strategischen Partnerschaften
Mit Wirkung zum 2. Januar 2025 übernahm die CHI Aviation Handling GmbH 74,9 % der Anteile an der Cargogate Munich Airport GmbH, Hallbergmoos, bisher 100-prozentige Tochter der FMG. Die verbleibenden 25,1 % behielt die FMG und begründet somit eine zukunftsorientierte strategische Partnerschaft mit ausgewiesener Frachtexpertise und großem Kundennetzwerk. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Weiterentwicklung und signifikante Stärkung des Frachtgeschäfts und -volumens am Flughafen München.
Mit Wirkung zum 1. April 2025 übernahm die AXS-Gruppe mit ihrer Gesellschaft AHS Aviation Handling Service GmbH 100 % der Anteile an der aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH, Oberding. Mit diesem Verkauf sind die Premium-Passagierdienstleistungen am Standort München gesichert und können den Airlines in gewohnter Weise angeboten werden.
Modernisierung der Sicherheitskontrollen im Terminal 2
Nach einer dreijährigen Umbauphase im laufenden Betrieb wurden im April 2025 die vollständig modernisierten Sicherheitskontrollspuren im Terminal 2 in Betrieb genommen. Insgesamt 15 neue Kontrollspuren mit Computertomografie-Scannern ermöglichen schnellere Prozessabläufe, höheren Passagierkomfort und deutlich verbesserte Sicherheitsstandards. Dank der neuen Technologie können elektronische Geräte und Flüssigkeiten im Handgepäck verbleiben, während potenzielle Gefahrenstoffe automatisch erkannt werden und der Bedarf an Nachkontrollen sinkt.
Neues E-Bus-Depot für emissionsfreien Vorfeldbetrieb
Im südlichen Bereich des Münchner Flughafens wurde im August 2025 ein neues E-Bus-Depot mit 50 Ladepunkten für elektrische Passagierbusse in Betrieb genommen. Mit der neuen Ladeinfrastruktur und den zusätzlichen Fahrzeugen bringt der Flughafen München den emissionsfreien Vorfeldbetrieb weiter voran. Die nächste Ausbaustufe auf der Westseite des Geländes ist für 2026 und 2027 geplant – mit 22 zusätzlichen Ladepunkten sowie Carports mit Photovoltaikanlagen.
Das Depot unterstützt die fortschreitende Elektrifizierung der Busflotte am Flughafen München und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen.
Inbetriebnahme des größten Ladeparks für Elektrofahrzeuge in Bayern
Im September 2025 wurde im Parkhaus P44 der größte öffentliche Ladepark für Elektrofahrzeuge in Bayern in Betrieb genommen. Die Anlage umfasst 275 Ladepunkte und wird mit regenerativ erzeugtem Strom aus Photovoltaikanlagen auf den Dächern des P43 und P44 versorgt, die eine maximale Leistung von drei Megawatt bereitstellen – das entspricht etwa dem durchschnittlichen Bedarf von 1.000 Haushalten mit drei Personen. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie des Flughafens München und dient als Referenz für weitere nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen.
Übergabe der Mietflächen an die Technische Universität München am LabCampus
Am 1. Oktober 2025 wurden nach zwölfmonatigem Ausbau rund 20.400 m² an die Technische Universität München (TUM) übergeben. Die Flächen bilden die Basis für das TUM Convergence Center – ein interdisziplinäres Innovations- und Forschungsforum, das 2026 eröffnen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern wird. Mit der Präsenz der TUM sowie den weiteren Mietern entwickelt sich der LabCampus zunehmend zu einem zentralen Standort für Kooperationen, Wissenstransfer und zukunftsorientierte Technologien.
Geschäftsverlauf Luftverkehr (Aviation)
Passagierwachstum deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt
Die Verkehrsentwicklung lag 2025 stabil über dem Vorjahresergebnis.
Zu-/Abnahme | ||||
|---|---|---|---|---|
2025 | 2024 | Absolut | Relativ in % | |
Flugbewegungen | 337.438 | 327.228 | 10.210 | 3,1 |
Passagiere (in Millionen) | 43,4 | 41,6 | 1,8 | 4,4 |
Luftfrachtumschlag (in Tonnen) | 339.671 | 307.635 | 32.036 | 10,4 |
Luftpostumschlag (in Tonnen) | 1.075 | 3.455 | −2.380 | −68,9 |
rundungsbedingte Abweichungen möglich
Mit 43,4 Millionen Flugreisenden (+4,4 %) und 337.438 Flugbewegungen (+3,1 %) stiegen die Verkehrszahlen am Flughafen München im Vergleich zum Vorjahr erneut an. Die Passagierzahlen lagen damit bei rund 91 % und die Bewegungen bei 81 % der Werte des Referenzjahres 2019.
In den Osterferien zeichneten sich deutliche Erholungstendenzen ab, die sich ab Pfingsten verstärkten. Wie im Vorjahr zeigen die sehr guten Auslastungsraten (81 %) bei hohen Ticketpreisen, dass die Nachfrage zeitweise kaum befriedigt werden konnte.
Flugbewegungen nach Kalenderwochen 2019/2024/2025 (gewerblicher Verkehr)
Der Langstreckenverkehr verzeichnete im Betrachtungszeitraum die deutlichsten Zuwächse. Mit 8,9 Millionen gewerblichen Passagieren wurde ein Plus von rund 9 % erzielt und das Referenzjahr 2019 um 5 % übertroffen. Größter Langstreckenmarkt waren wie im Vorjahr die USA mit rund 3,5 Millionen Passagieren (+4 %) und einem Zuwachs von 17 % gegenüber dem Vorkrisenniveau.
2025 stagnierten die innerdeutschen Passagiere bei rund 6,1 Millionen (−1 %). Der Deutschlandverkehr stand weiterhin unter dem Druck hoher Preise und eines reduzierten Angebots.
Der Kontinentalverkehr zeigte dagegen eine deutliche Erholung. Rund 28,4 Millionen gewerbliche Flugreisende nutzten den Flughafen München, was einem Zuwachs von circa 4 % entsprach. Über alle Segmente hinweg wurde eine sehr gute Auslastung von 81 % des Sitzplatzangebotes erreicht. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung war der Drehkreuzverkehr der Deutschen Lufthansa, der zu einem Umsteigeranteil von 42 % beitrug (2024: 42 %; 2019: 39 %).
Passagiere nach Kalenderwochen 2019/2024/2025 (gewerblicher Verkehr)
Der gewerbliche Luftfrachtumschlag verbesserte sich im Jahresvergleich um rund 10 % auf 339.671 Tonnen und übertraf das Vorkrisenniveau knapp um 2 %. Durch die Erholung der Passagierlangstrecke wuchs die in München umgeschlagene Beiladefracht gegenüber 2024 um 11 % auf 303.299 Tonnen (+6 % im Vergleich zu 2019). Der Anteil der Beiladefracht am Frachtaufkommen stieg dabei auf 89 % und lag damit deutlich über dem in der Vorkrisenzeit üblichen Niveau von gut 80 %. Die Frachtentwicklung in München übertraf damit das weltweite Wachstum der Luftfracht von etwa 3 % erheblich.
Der Luftpostumschlag sank auf rund 1.075 Tonnen (−69 %) und erreichte damit lediglich rund 6 % des Niveaus von 2019.
Verglichen mit den in der ADV organisierten Airports entwickelte sich der Flughafen München in den Segmenten Passagiere und Cargo überdurchschnittlich, lediglich die Bewegungen wuchsen etwas unter dem ADV-Durchschnitt. Der Flughafen Frankfurt, der im Vorjahr noch als Wachstumstreiber galt, verzeichnete im Passagierbereich nur ein rund halb so starkes Wachstum wie der Flughafen München. Auffällig im Luftfrachtsegment war, dass die Entwicklung der Nurfracht-Standorte Köln/Bonn und Leipzig/Halle stagnierte.
in %
ADV | München | |
|---|---|---|
Bewegungen (Gesamtverkehr) | +3,9 | +3,1 |
Passagiere (gewerblicher Verkehr) | +3,6 | +4,4 |
Cargo (Luftfracht und Luftpost inkl. Transit) | +1,1 | +9,5 |
ADV, ADV-12.2025_MoSta-Flughäfen
Die Rangfolge der verkehrsreichsten europäischen Flughäfen ist seit Pandemiebeginn von extremen Veränderungen sowie einer lückenhaften Datenlage geprägt und wird zusätzlich durch die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine beeinflusst. Gemessen am Passagiervolumen belegte München wie bereits im Vorjahr Platz 10. Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen, insbesondere der im internationalen Vergleich extrem hohen staatlich induzierten Standortkosten, konnte sich München bei den Flugbewegungen um einen Rang verbessern und erreichte Platz 8.28)
Bodenabfertigungsleistungen trotz Erholung in einem schwierigen wirtschaftlichen und operativen Umfeld
Am Flughafen München gibt es seit Ende 2025 drei Bodenabfertigungslizenzen. Eine davon ist fest an die AE vergeben. Die zweite Lizenz gehört seit dem Frühjahr 2024 Aviapartner/WISAG, und mit Beginn des Winterflugplans 2025/2026 hat die Deutsche Lufthansa zusätzlich eine Selbstabfertigungslizenz für Airlines der Lufthansa Gruppe erhalten.
Im Zuge der Vergabe der zusätzlichen Lizenz verzeichnete die AE einen leichten Rückgang bei den Abfertigungszahlen. Damit sank der Marktanteil im Jahresdurchschnitt um rund 7 Prozentpunkte auf 87 %.
Geschäftsverlauf Commercial Activities
Die Umsatzerlöse sind im Geschäftsfeld Commercial Activities unter anderem aufgrund der Steigerung des Passagieraufkommens um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Parken – weiterer Anstieg des Umsatzes
Der Umsatz im Bereich Parken und Mobilität entwickelte sich 2025 mit einem Plus von 4,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv und überproportional zum Aufkommen der relevanten Abflug- und Zielort- (Origin-Destination - O&D) Passagiere. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau 2019 konnte 2025 ein um 17,6 % höherer Umsatzri erzielt werden. Das entspricht einer deutlich überproportionalen Erlösentwicklung im Hinblick auf die gegenüber dem Vorkrisenniveau 2019 immer noch um 14,3 % geringeren O&D-Passagierzahlen.
Aufgrund laufender Sanierungen mit entsprechenden Stellplatzausfällen bleibt die Kapazitätssituation vor allem in der zentralen Zone weiterhin angespannt. Durch ein nachfragesteuertes Yield-Management und eine entsprechende Preisgestaltung konnten die Umsätze trotz der Einschränkungen weiter deutlich gesteigert werden.
Das Mietwagengeschäft entwickelte sich nahezu proportional zu den Passagierzahlen. Weiterhin ergaben sich auch hier Herausforderungen durch Kapazitätsengpässe mit entsprechenden Anzeichen eines dadurch eingeschränkten Wachstums. Im passagierunabhängigen Bereich Mieterparken konnte durch Sondereffekte und eine nachfrageorientierte Preisgestaltung ein deutliches Wachstum erzielt werden.
Einzelhandel – Umsatzanstieg überproportional zur Passagierentwicklung
Die Umsatzerlöse im Einzelhandel stiegen um 4,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz pro Passagier erhöhte sich um 0,2 %. Nach wie vor sind kaufkräftige, internationale Reisende aus Destinationen wie China und Russland nur in sehr geringem Umfang am Flughafen München vertreten. Die anderen Zielländer entwickelten sich jedoch stärker, und nach einer Anpassung des Sortiments stiegen die Umsätze.
Gastronomie – Umsatz pro Passagier geht leicht zurück
Die Umsätze in den Restaurants und Bars sind gegenüber dem Vorjahr nominal betrachtet um 3,9 % gestiegen. Dieses Wachstum liegt mengenbedingt deutlich über dem Markt-Trend von −0,2 %. Der Umsatz pro Passagier stagnierte dabei (−0,4 %).
Das Fünf-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München verzeichnete einen Umsatz- und Belegungsanstieg. Bei den Skytrax Awards 2025 wurde es wie im Vorjahr als bestes Flughafenhotel in Europa ausgezeichnet.29)
Werbung – starke Entwicklung durch verschiedene Maßnahmen
Die Werbeumsätze am Flughafen München sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 % gestiegen. Diese Umsatzsteigerung resultiert vor allem aus einer erfolgreichen Kundenakquise im Technologiesektor, starken Nachfrageimpulsen durch Messen, wie die Intersolar und die IAA, sowie der Einführung neuer, wirtschaftlich attraktiver Produkte.
Geschäftsverlauf Real Estate
Fortlaufende Standort- und Immobilienentwicklung
Im Bereich der Airsite West entsteht auf einem an das Novotel angrenzenden Grundstück ein weiteres Hotel (ibis Styles). Im Dezember 2025 wurden die Bauleistungen abgeschlossen, sodass das Hotel Mitte Februar 2026 an die Hotelbetreibergesellschaft übergeben wurde. Die Inbetriebnahme des Hotels erfolgte im April 2026.
Zum Jahresende 2025 konnte der T1-Pier baulich weitestgehend fertiggestellt werden. Die bereits im Frühjahr begonnenen Probebetriebe wurden im Jahresverlauf kontinuierlich ausgeweitet. Die Inbetriebnahme erfolgte im April 2026.
Der im Mai 2024 begonnene Neubau des Parkhauses P8 schreitet gut voran. Der Stahl- und Betonbau ist nahezu fertiggestellt, der Innenausbau sowie die Arbeiten an der Gebäudehülle erfolgten planmäßig. Es wird von einer Fertigstellung des Parkhauses Ende 2026 ausgegangen.
Neben der Übergabe der Mietflächen im LAB 48 und LAB 52 an die TUM wurden weitere Flächen von rund 3.000 m² für zwei neue Mieter zur Verfügung gestellt. Zudem eröffneten im Dezember 2025 im LAB 48 das Bistro »forty8« und die Cafébar »nosh«. Das gastronomische Angebot am LabCampus erhöht die Attraktivität und Aufenthaltsqualität für seine Mieter und Gäste.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Zusammenfassung
Ertragslage
Ergebnis nach Steuern – Fortsetzung des Wachstumspfads
Im Geschäftsjahr 2025 konnte der Flughafen München das Ergebnis nach Steuern (EAT) erheblich um TEUR 104.946 auf TEUR 169.320 verbessern. Nachfolgend werden die Entwicklungen im Einzelnen erläutert.
in TEUR
Zu-/Abnahme | ||||
|---|---|---|---|---|
2025 | 2024 | Absolut | Relativ in % | |
Umsatzerlöse | 1.760.458 | 1.621.405 | 139.053 | 8,6 |
sonstige Erträge | 52.292 | 39.685 | 12.607 | 31,8 |
Gesamtleistung | 1.812.750 | 1.661.090 | 151.660 | 9,1 |
Materialaufwand | −604.926 | −542.974 | −61.952 | 11,4 |
Personalaufwand | −659.671 | −596.873 | −62.798 | 10,5 |
sonstige Aufwendungen | −131.282 | −123.148 | −8.134 | 6,6 |
EBITDA | 416.871 | 398.095 | 18.776 | 4,7 |
Abschreibungen | −198.063 | −203.161 | 5.098 | −2,5 |
EBIT | 218.808 | 194.934 | 23.874 | 12,2 |
Finanzergebnis1) | −72.152 | −91.835 | 19.683 | −21,4 |
EBT | 146.656 | 103.099 | 43.557 | 42,2 |
Ertragsteuern | 22.664 | −38.725 | 61.389 | > 100,0 |
EAT | 169.320 | 64.374 | 104.946 | > 100,0 |
Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.
Im Geschäftsjahr 2025 führte die Verkehrserholung, vor allem im Kontinental- und Interkontinentalverkehr, zu einem Anstieg der Umsatzerlöse aus Flughafenentgelten von TEUR 621.572 auf TEUR 695.395 (+11,9 %). Erstmals lagen damit diese Umsatzerlöse über dem Vorkrisenjahr 2019. Dagegen erreichten die Passagierzahlen rund 91 % und die Bewegungen 81 % des Vorkrisenniveaus.
Die Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten erhöhten sich aufgrund der gestiegenen Flugbewegungen und Fluggastzahlen um TEUR 27.678 ebenfalls erheblich auf TEUR 254.269.
Die Umsatzerlöse in den anderen Bereichen entwickelten sich wie folgt:
IN TEUR
Bei den Umsatzerlösen 2025 befindet sich nur der Einzelhandel unterhalb des Werts aus dem Jahr 2019. Ein Grund dafür ist, dass weniger kaufkräftige Passagiere aus Destinationen wie China und Russland am Flughafen München vertreten sind.
In den übrigen Umsatzerlösen sind unter anderem weltweite Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche sowie Versorgungsleistungen und Treibstoffe enthalten.
Nach mehr als 30 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München weiter zu. Dementsprechend stiegen die Aufwendungen für Sanierungs-, Optimierungs- und Umbaumaßnahmen erheblich um TEUR 21.731 auf TEUR 160.413. Die restlichen Kosten im Materialaufwand erhöhten sich vor allem durch den deutlichen Anstieg des Flugverkehrs. Insgesamt stieg der Materialaufwand um TEUR 61.952 beziehungsweise 11,4 % deutlich an.
Der Personalaufwand des Flughafens München erhöhte sich mit 10,5 % auf TEUR 659.671 erheblich, bedingt durch Tarifsteigerungen und Effekte aus dem Branchentarifvertrag für Bodenverkehrsdienste. Zudem nahm die Mitarbeiterzahl von durchschnittlich 8.821 auf 9.031 Personen zu.
Die sonstigen Aufwendungen lagen mit TEUR 131.282 beziehungsweise 6,6 % spürbar über dem Vorjahreswert. Gründe für den Anstieg waren vor allem höhere Miet- und Leasingaufwendungen sowie Aufwendungen aus Versicherungsleistungen.
Das Finanzergebnis inklusive des Ergebnisses aus at equity bewerteten Unternehmen verbesserte sich erheblich um TEUR 19.683 auf TEUR −72.152. Ursache hierfür war vor allem der Rückgang der Zinsaufwendungen für die Gesellschafterdarlehen sowie aus der Neubewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften.
Die Veränderung der Ertragsteuern ist auf die positiven Ergebnisse im Konzern sowie die Bewertung der latenten Steuern im Zusammenhang mit dem 2025 beschlossenen Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zurückzuführen.
Vermögens- und Finanzlage
Vermögen – Liquidität weiterhin gesichert
in TEUR
Zu-/Abnahme | ||||
|---|---|---|---|---|
31.12.2025 | 31.12.2024 | Absolut | Relativ in % | |
Langfristige Aktiva | 5.567.692 | 5.379.804 | 187.888 | 3,5 |
Kurzfristige Aktiva1) | 229.495 | 229.944 | −449 | −0,2 |
davon Zahlungsmittelbestand | 12.167 | 8.756 | 3.411 | 39,0 |
Aktiva | 5.797.187 | 5.609.748 | 187.439 | 3,3 |
Eigenkapital | 2.020.243 | 1.851.140 | 169.103 | 9,1 |
Übrige langfristige Passiva2) | 3.203.829 | 2.813.167 | 390.662 | 13,9 |
Übrige kurzfristige Passiva2) | 573.115 | 945.441 | −372.326 | −39,4 |
Passiva | 5.797.187 | 5.609.748 | 187.439 | 3,3 |
einschließlich Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht
einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften sowie Schulden aus Veräußerungsabsicht
Der Anstieg der langfristigen Aktiva (+TEUR 187.887) betraf mit TEUR 139.987 vor allem die selbstgenutzten Sachanlagen. Durch viele Bauprojekte wie zum Beispiel die Erweiterung des Terminals 1 und das ibis Styles Hotel erhöhten sich die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau um insgesamt TEUR 215.402 auf TEUR 891.582. Insgesamt lagen 2025 die Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen am Flughafen München bei TEUR 370.365. Dem standen Abschreibungen in Höhe von TEUR 191.264 gegenüber.
Der Anstieg des Eigenkapitals auf TEUR 2.020.243 ist im Wesentlichen auf das EAT des Geschäftsjahres 2025 in Höhe von TEUR 169.319 zurückzuführen.
Die Veränderungen der übrigen Passiva sind im Wesentlichen dem Finanzierungsbereich zuzuordnen. In den langfristigen Passiva sind mit TEUR 475.000 Darlehen enthalten, die Ende November 2025 aufgenommen wurden.
Der Rückgang der kurzfristigen Passiva ist hauptsächlich auf fristgerechte Tilgungen von Darlehen beziehungsweise Gesellschafterdarlehen zurückzuführen. 2026 werden weitere Tilgungen von Darlehen fällig.
in TEUR
Zu-/Abnahme | ||||
|---|---|---|---|---|
31.12.2025 | 31.12.2024 | Absolut | Relativ in % | |
Gezeichnetes Kapital | 306.776 | 306.776 | – | – |
Rücklagen | 187.814 | 163.161 | 24.653 | 15,1 |
Übriges Eigenkapital | 1.525.632 | 1.381.182 | 144.450 | 10,5 |
davon EAT | 169.320 | 64.374 | 104.946 | > 100,0 |
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 21 | 21 | – | – |
Eigenkapital | 2.020.243 | 1.851.140 | 169.103 | 9,1 |
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften | 455.955 | 431.245 | 24.710 | 5,7 |
Gesellschafterdarlehen1) | 10.524 | 257.749 | −247.225 | −95,9 |
Darlehen mit fester Zinsbindung | 1.760.689 | 1.866.277 | −105.588 | −5,7 |
Darlehen mit variabler Zinsbindung | 819.804 | 408.628 | 411.176 | > 100,0 |
Darlehen | 2.580.493 | 2.274.905 | 305.588 | 13,4 |
Derivate | 984 | 3.018 | −2.034 | −67,4 |
Sonstige Schulden | 728.989 | 791.691 | −62.702 | −7,9 |
Fremdkapital | 3.776.944 | 3.758.608 | 18.336 | 0,5 |
Eigenkapitalquote | 34,8 % | 33,0 % | ||
inklusive Zinsen
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich deutlich um 1,8 % auf 34,8 % aufgrund des EAT des Geschäftsjahres 2025.
Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzschulden des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:
Stand 31.12.2025
Finanzierungsart | Währung | Zinsbindung | Restschuld in TEUR | Zinssatz in % | |
|---|---|---|---|---|---|
von | bis | ||||
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften | EUR | ergebnisabhängig | 455.955 | – | – |
Darlehen | EUR | variabel | 819.535 | 3M- und 6M-EURIBOR zzgl. Marge | |
Darlehen | EUR/USD | fest | 1.758.009 | 0,16 | 5,95 |
Die Darlehen haben eine Endfälligkeit von 2026 bis 2037.
Die Darlehen sind mit üblichen nicht finanziellen Covenants, unter anderem Pari-Passu-Erklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.
Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2025 nicht genutzte Kreditlinien sowie Kontokorrent- und Geldhandelslinien in Höhe von insgesamt TEUR 305.855.
Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayer-Swaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert.
Liquidität
IN TEUR
Aus dem Zahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit standen 2025 ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um die Liquidität der Gesellschaft im operativen Geschäftsbetrieb sicherzustellen.
Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit ergaben sich vor allem aus dem Erwerb und der Herstellung von Sachanlagen beziehungsweise aus den diversen Bauprojekten wie dem Bau des ibis Styles Hotels sowie des T1-Piers.
Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich aufgrund von geringeren Tilgungen von Darlehen sowie Zinszahlungen. Diese Zahlungen waren jederzeit gesichert und konnten über den sehr hohen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit getätigt werden.
Zielerreichung und Gesamtaussage Zusammenfassung
Im Vergleich zum Vorjahr und zur prognostizierten Entwicklung haben sich die bedeutsamsten finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren wie folgt entwickelt:
Ist | Prognose für 2025 | Ist | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
2024 | von | bis | 2025 | |||
in % | in % | |||||
EBT (in TEUR) | 103.099 | Anstieg | 10,0 | 30,0 | 146.656 | übertroffen |
CO₂-Einsparungen (in Tonnen)1) | 3.047 | Rückgang | −40,0 | −30,0 | 4.368 | übertroffen |
Passagiererlebnisindex (PEI)2) | 80,9 | Anstieg | 0,0 | 1,4 | 82,0 | erreicht |
Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)3) | 14,3 | Anstieg | 0,0 | 19,0 | 16,9 | erreicht |
Zur Ermittlung der CO₂-Einsparungen, die durch den Austausch von Fahrzeugtypen erzielt werden, dienen die durchschnittlichen Verbrauchswerte aus dem Jahr 2017.
Der Wert bezieht sich auf die Frage zur Gesamtzufriedenheit.
Gültig für FMG und AE
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Das EBT des Flughafens München hat im Geschäftsjahr 2025 den Planwert übertroffen. Dies ist vor allem auf die deutliche Erholung des Verkehrsaufkommens und die dadurch bedingte Erhöhung der Umsätze in allen Bereichen zurückzuführen.
CO₂-Einsparungen
Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele werden jährlich verbindliche Ziele festgelegt. Sie beinhalten Vorgaben zur Umsetzung und Anrechnung von Effizienzmaßnahmen sowie Sonderziele zum Aufbau CO₂-mindernder Techniken.
Deutliche Einsparungen wurden insbesondere in den raumlufttechnischen Anlagen sowie in der Beleuchtungstechnik erzielt. Neben dem Einsatz von sehr effizienten Elektromotoren tragen Sensorlösungen wie Präsenzmelder und Helligkeitssensoren zur Reduktion des Energiebedarfes der Flughafeninfrastruktur bei. Insgesamt ergaben sich hierdurch Einsparungen von 1.899 Tonnen CO₂. Die fortschreitende Elektrifizierung der Fahrzeugflotte führte zu weiteren Einsparungen in Höhe von 2.469 Tonnen CO₂.
Im Vergleich zum Vorjahr sank der Emissionsfaktor für Strom gemäß Umweltbundesamt um rund 19 % auf 0,371 g CO₂/kWh Strom (2024: 0,459 g CO₂/kWh Strom). Dadurch ergaben sich umgerechnet niedrigere CO₂-Einsparungen als im Vorjahr bei gleicher eingesparter Energiemenge.
Für 2025 hatte sich der Flughafen München das Ziel gesetzt, 30 % bis 40 % CO₂ einzusparen. Die 2025 abgeschlossenen Effizienzmaßnahmen führten zu jährlich wiederkehrenden Einsparungen von 4.368 Tonnen CO₂ und übertrafen somit das gesetzte Ziel.
Passagiererlebnisindex (PEI)
2025 verzeichnete der Flughafen München beim PEI erneut einen Anstieg. Diese Verbesserung ist insbesondere auf die Maßnahmen zur kontinuierlichen Optimierung der operativen Prozesse und der Aufenthaltsqualität zurückzuführen. So konnte 2025 durch eine intensive Abstimmung aller an den Abfertigungsprozessen beteiligten Firmen und gesteigerte Personalkapazitäten eine hohe Qualität bei der Gepäckabfertigung sichergestellt werden.
Um den Anforderungen eines Fünf-Sterne-Flughafens gerecht zu werden, setzte der Flughafen München 2025 weitere Maßnahmen um, mit dem Ziel, das Passagiererlebnis zu verbessern. Nach drei Jahren Umbau ist seit April 2025 die zentrale Sicherheitskontrollstelle im Terminal 2 vollständig auf die innovative CT-Technologie umgestellt. Die Aufenthaltsqualität erhöhten auch die Installation von Mobilitätsmonitoren, der Ausbau von Sitzmöglichkeiten im Ankunftsbereich des Terminals 2 sowie die Schaffung einer Tierentlastungszone im Terminal 1.
Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)
2025 betrug die LTIF für die FMG und AE 16,9 und lag somit in der prognostizierten Bandbreite von 0 % bis 19 %. Gegenüber 2024 erhöhte sich der Wert um 2,6. Dieser Anstieg ist auf die Zunahme der Arbeitsunfälle (+27 %) infolge von Einmaleffekten sowie auf einen gleichzeitigen Anstieg der geleisteten Stunden (+7 %) zurückzuführen. Beim Vergleich der LTIF des Jahres 2025 mit 2019 vor Beginn der Corona-Pandemie (21,7), lässt sich eine starke Reduktion der Unfallhäufigkeit feststellen.
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 2, 3, 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 4
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 6, 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 27, 39
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 2, 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 33, 39; Kiel Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte Nr. 128 (2025 | Q4), Dezember 2025, S. 4, 11, 12
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 39
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 3, 8; Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., IW-Report 65/2025; Dezember 2025, S. 21
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 8
ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 12, 20, 37; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 50, 52, 59, 62, 72
IATA, Air Passenger Market Analysis, Dezember 2025 / Abweichende Berechnung der Auslastung nach Airline Standard, Verkaufte Sitzplatzkilometer / Angebotene Sitzplatzkilometer führt zu erhöhten Werten, keine Vergleichbarkeit mit der Sitzplatzauslastung (Flughafenmethode).
IATA, Air Cargo Market Analysis, Dezember 2025
ACI World Airport Traffic Forecast 2025–2054, Januar 2026
Eurocontrol, Forecast Update 2025–2031
BDL, Entwicklung des Luftverkehrs im Jahr 2025, 18.02.2026, S. 4 ff.
ADV, ADV-12.2025_MoSta-Flughäfen
HDE, HDE Jahrespressekonferenz 2025, 02.02.2026
ifo Institut, ifo Geschäftsklima Deutschland, 28.01.2026
DEHOGA, Zahlenspiegel 3. Quartal 2025 vom 25.11.2025
DEHOGA, Zahlenspiegel 3. Quartal 2025 vom 25.11.2025
Media Perspektiven, Pressemitteilung 5/2026 »Lineares TV verliert deutlich«, Februar 2026
Colliers, Pressemitteilung »Großnutzeraktivität in München nahe Vorkrisenniveau – Gesamtmarkt mit leichtem Minus im Jahresvergleich« vom 12.01.2026, S. 1
Colliers, Pressemitteilung »Großnutzeraktivität in München nahe Vorkrisenniveau – Gesamtmarkt mit leichtem Minus im Jahresvergleich« vom 12.01.2026, S. 1
Colliers, Pressemitteilung »Großnutzeraktivität in München nahe Vorkrisenniveau – Gesamtmarkt mit leichtem Minus im Jahresvergleich« vom 12.01.2026, S. 1 f.
Colliers, Pressemitteilung »Großnutzeraktivität in München nahe Vorkrisenniveau – Gesamtmarkt mit leichtem Minus im Jahresvergleich« vom 12.01.2026, S. 2
Colliers, Pressemitteilung »Großnutzeraktivität in München nahe Vorkrisenniveau – Gesamtmarkt mit leichtem Minus im Jahresvergleich« vom 12.01.2026, S. 2
ADV, ADV-12.2025_MoSta-Flughäfen
ACI, Munich Airport Ranking 2025, Stand Feb. 2026
SKYTRAX, World’s Best Airport Hotels 2025, April 2025