Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Biodiversität

Drei-Zonen-Konzept: Schaffung wertvoller Lebensräume Zusammenfassung

Um den Flughafen München optimal in seine Umgebung einzubet­ten, schuf die FMG von Anfang an Strukturen, die das weiträumige Um­feld im Erdinger und Freisinger Moos ökologisch aufwerteten und vernetzten. Dazu wurde im Rahmen der geltenden Grünordnung ein Drei-Zonen-Konzept umgesetzt: Zone I umfasst das Flughafenge­lände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden sowie Straßen, Zone II den gehölz- und strukturreichen Grüngürtel um das Flug­hafengelände und Zone III die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen.

Zonenmodell

Karte des Zonenmodells des Flughafens München. Das Gelände und sein Umfeld sind in drei Zonen gegliedert. Zone I: das zentrale Flughafengelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden und Straßen. Zone II: ein gehölz- und strukturreicher Grüngürtel rund um das Flughafengelände, der Lärmschutz- und Pufferfunktionen für Siedlungen und Landwirtschaft übernimmt. Zone III: über die umgebende Landschaft verteilte Flächen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen, die die durch Bauvorhaben verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleichen sollen.
Karte des Zonenmodells des Flughafens München. Das Gelände und sein Umfeld sind in drei Zonen gegliedert. Zone I: das zentrale Flughafengelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden und Straßen. Zone II: ein gehölz- und strukturreicher Grüngürtel rund um das Flughafengelände, der Lärmschutz- und Pufferfunktionen für Siedlungen und Landwirtschaft übernimmt. Zone III: über die umgebende Landschaft verteilte Flächen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen, die die durch Bauvorhaben verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleichen sollen.

Zone I: Flughafengelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden sowie Straßen

Grünflächen mit derzeit circa 5.000 gepflanzten Bäumen machen etwa mehr als die Hälfte des Flughafengeländes aus. Durch konti­nuierliche Pflege entstanden besonders innerhalb des Sicherheits­zauns, auf den Grünflächen zwischen den Start- und Landebahnen und deren Infrastruktureinrichtungen, eine artenreiche Vegetation und ökologisch wertvolle Lebensräume, dies vor allem für seltene Wiesenbrüter.

Zone II: gehölz- und strukturreicher Grüngürtel um das Flughafengelände

Die Flughafenrandzone mit ihren Gehölzen, Entwässerungsgräben und Wiesen übernimmt Pufferfunktionen im Übergangsbereich zu Siedlungen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Vorflut­graben Nord mit seinem naturnah gestalteten Lauf beherbergt zum Beispiel schutzwürdige Pflanzen wie Küchenschelle, Ochsenauge, Staudenlein und Glockenblume. Auf der Liste der besonders geschütz­ten Arten stehen die Sumpfgladiole und das Gefärbte Laichkraut.

Zone III: ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Mittlerweile hat die FMG circa 530 Hektar Ausgleichsflächen geplant und hergestellt. Sie sollen die Eingriffe in Natur und Landschaft aus­gleichen, die durch Bauvorhaben verursacht werden. Die zuständigen Genehmigungsbehörden bestätigten deren auflagenkonforme Her­stellung und Pflege. Diese naturschutzfachlichen Kompensations­flächen leisten mit ihrer struktur- und artenreichen Vegetation einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in der Region. Sie liegen verteilt in der landwirtschaftlichen Flur und bilden Rückzugsgebiete und Tritt­steine im Biotopverbund. Sie werden weder gedüngt noch mit Pflan­zenschutzmitteln behandelt.

Ausgleichsmaßnahmen: Campus und Umland

Als Ausgleich für die neue Photovoltaikanlage südlich des Parkhau­ses P51 haben wir westlich des Flughafengeländes im Spätherbst 2025 mit der Herstellung einer Fläche begonnen, die die Verluste der Vegetation und eines Rebhuhn-Habitats kompensieren soll. In un­mittelbarer Nähe der neuen PV-Anlage sind so zwei Eidechsenhabi­tate entstanden. Des Weiteren wurde südlich des Besucherhügels eine Baumreihe mit 18 klimaresistenten Linden gepflanzt.

Vogelschutzgebiet: Heimat für gefährdete Vogelarten

Im August 2008 wurde das 4.525 Hektar große EU-Vogelschutzgebiet »Nördliches Erdinger Moos« ausgewiesen. Sein Herzstück sind die circa 666 Hektar großen Flughafenwiesen rund um die beiden Start- und Landebahnen. 2025 beherbergten sie als das bedeutendste Wiesenbrütergebiet Bayerns 94 Brutpaare des Großen Brachvogels sowie 98 Brutreviere des Kiebitzes. Auch die vom Aussterben be­drohte Uferschnepfe, von der es 2025 bayernweit nur noch 16 Brut­paare gab, hat wiederholt auf den Flughafenwiesen gebrütet. Ins­gesamt profitieren 40 teils stark gefährdete Vogelarten vom hohen Schutzstatus auf dem und um das Gelände des Münchner Flug­hafens. Darüber hinaus dient der Airport im Zusammenspiel mit den Ausgleichs- und Ersatzflächen außerhalb des Flughafengeländes als Refugium für seltene Pflanzenarten wie den Kriechenden Sellerie, Reptilien wie die Zauneidechse und Insekten wie die Vogelazurjungfer.

Broschüre »Vogelwelt und Flugbetrieb«
Vogelschutzgebiet – Flughafen München
7. landesweite Wiesenbrüterkartierung in Bayern 2021

Entwicklung ausgewählter Brutvögel auf den Flughafenwiesen

Liniendiagramm der Entwicklung von vier ausgewählten Brutvogelarten auf den Wiesen des Flughafens München, 2006 bis 2025 (Anzahl, jährliche Werte). Feldlerche (höchste Kurve): steigt mit Schwankungen von rund 195 auf etwa 245. Kiebitz: stark schwankend, mit einem Einbruch auf rund 15 um 2009 und einem Hoch um 190 um 2015, endet bei etwa 95. Großer Brachvogel: gradueller Anstieg von rund 55 auf etwa 90 mit anschließendem Plateau. Grauammer: durchgehend die niedrigste Kurve, langsam steigend von wenigen Paaren auf rund 30. Als ökologischer Indikator belegt die im Schnitt steigende Zahl der Brutvogelarten und Brutpaare den Erfolg der Biodiversitätsmaßnahmen, trotz der Herausforderung, als Teil eines EU-Vogelschutzgebiets Artenvielfalt und Flugsicherheit gleichermaßen zu gewährleisten.
Liniendiagramm der Entwicklung von vier ausgewählten Brutvogelarten auf den Wiesen des Flughafens München, 2006 bis 2025 (Anzahl, jährliche Werte). Feldlerche (höchste Kurve): steigt mit Schwankungen von rund 195 auf etwa 245. Kiebitz: stark schwankend, mit einem Einbruch auf rund 15 um 2009 und einem Hoch um 190 um 2015, endet bei etwa 95. Großer Brachvogel: gradueller Anstieg von rund 55 auf etwa 90 mit anschließendem Plateau. Grauammer: durchgehend die niedrigste Kurve, langsam steigend von wenigen Paaren auf rund 30. Als ökologischer Indikator belegt die im Schnitt steigende Zahl der Brutvogelarten und Brutpaare den Erfolg der Biodiversitätsmaßnahmen, trotz der Herausforderung, als Teil eines EU-Vogelschutzgebiets Artenvielfalt und Flugsicherheit gleichermaßen zu gewährleisten.

Artenvielfalt: »Blühender Betrieb«

2025 wurde der Flughafen erneut als »Blühender Betrieb« ausge­zeichnet. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass mindestens 20 Prozent der Freiflächen eines Firmengeländes insektenfreundlich und naturnah gestaltet sind, ein durchgängiges Blütenangebot von Frühjahr bis Herbst vorhanden ist, Bereiche der Blühflächen über den Winter ungemäht stehen bleiben oder keine chemischen Pflanzen­schutzmittel zum Einsatz kommen. Die Auszeichnung unterstreicht das Engagement des Münchner Flughafens für die Förderung von Artenvielfalt und Lebensräumen für Insekten – ausgehend von den ökologisch sehr wertvollen Magerwiesen mit ihrer bunten Vielfalt rund um die Start- und Landebahnen bis hin zu verschiedenen Naturschutz- und Biodiversitätsprojekten. Das Aufstellen von sechs Insektenhotels auf dem Flughafengelände oder die Ansaat der artenreichen Blumenwiese am Aussichtshügel Süd im Jahr 2023 sind Beispiele dafür.

Zertifizierung und Auszeichnung – Flughafen München