Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

VIII. Finanzrisiko­management

Das Risikomanagementsystem des Flughafens München zuzüglich der wesentlichen Risiken ist im Detail im Kapitel 4.2 des Konzernlage­berichts zum 31. Dezember 2025 erläutert.

Im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit ist der Flughafen München einer Vielzahl unterschiedlicher finanzieller Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken aus Zinssatz- und Wechselkursschwankungen.

Diesen Risiken war der Flughafen München in vergleichbarer Zusam­mensetzung auch im Vorjahr ausgesetzt.

Überwachung und Steuerung von Finanzrisiken sind Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements. Im Rahmen des überge­ordneten Risikofrüherkennungssystems erfolgt eine vierteljährliche Berichterstattung über alle wesentlichen Finanzrisiken an die Ge­schäftsführung. Über die Liquiditäts- und Darlehensentwicklung sowie die Entwicklung des Derivatebestands wird die Geschäftsfüh­rung durch einen monatlichen Finanzbericht in Kenntnis gesetzt.

Derivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Geschäftsabschlüsse erfolgen durch das zentrale Finanz- und Cash­management. Zur Dokumentation, Abwicklung und Steuerung von Risiken aus dem Derivatebestand setzt das zentrale Finanz- und Cash­management ein Treasury-System ein. Die Software gewähr­leistet eine strikte Funktionstrennung zwischen Erwerb, Abwicklung und Bilanzierung der Derivate und der Überwachung der Risiken aus diesen Geschäften.

Die Methoden des Finanzrisikomanagements haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

1. Marktrisiko Zusammenfassung

Der Flughafen München ist Marktrisiken aus Zinssatz- und Wechsel­kurs­schwan­kun­gen aus­ge­setzt. Diese haben Einfluss auf die Höhe der Zahlungspflichten aus Dar­lehens­ver­ein­ba­run­gen mit variabler Zins­bin­dung. In geringerem Umfang beeinflussen Fremdwährungs­risiken Zahlungsmittelströme aus dem internationalen Be­ra­tungs­geschäft.

Der Flughafen München begegnet Marktrisiken durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente. Derivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken erworben und hauptsächlich zur Absicherung gegen Schwankungen von Zahlungsmittelströmen eingesetzt.

a) Zinsrisiko

Das Zinsrisiko des Flughafens München ergibt sich aus den langfristig, variabel verzinslichen Darlehen. Zur Sicherung von Zahlungsmittel­strömen gegen Zinssatzschwankungen setzt der Flughafen München Zinsswaps ein. Angaben zu Sicherungsbeziehungen sind dem Kapitel VII.16 zu entnehmen.

Anhand von Sensitivitätsanalysen kann die verbleibende Risikoexpo­sition des Flughafens München gegenüber Zinsschwankungen dar­gestellt werden.

Die Zinssensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen einer Erhöhung beziehungsweise Minderung des Gesamt-, Jahres- und des sonstigen Ergebnisses bei einer Parallelverschiebung der Zinsstruktur um plus 100 Basispunkte (BP) beziehungsweise minus 100 Basispunkte (BP) dar.

Der Zinssensitivitätsanalyse liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Der laufende Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten mit Zinsbindungsfristen größer ein Jahr bleibt unverändert. Dies gilt unabhängig vom Zeitpunkt der nächsten Zinsfestsetzung.

  • Auswirkungen geänderter Zinsstrukturkurven auf den Stichtags­wert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanz­instrumenten mit Zinsbindungsfristen größer ein Jahr werden nicht berücksichtigt.

  • Der laufende Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten mit Zinsbindungsfristen kleiner ein Jahr, zum Beispiel mit Bindung an den 3M-EURIBOR oder den 6M-EURIBOR, ändert sich. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Instrumente als Grundgeschäft in eine Sicherungsbeziehung ein­gebracht wurden oder nicht. Der Stichtagswert dieser Finanzin­stru­mente bleibt unverändert.

  • Der laufende Zinsaufwand aus zinstragenden derivativen Finanz­instrumenten, zum Beispiel mit Bindung an den 3M-EURIBOR oder den 6M-EURIBOR, ändert sich. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Instrumente als Sicherungsgeschäft in eine Sicherungs­beziehung eingebracht wurden oder nicht.

  • Der Stichtagswert derivativer Finanzinstrumente ändert sich. Sekundäre Auswirkungen der Parallelverschiebung der Zinsstruk­turkurve, wie etwa die Änderung von Forward Exchange Rates, werden bei der Ermittlung der Zinssensitivität nicht berücksichtigt.

  • Soweit derivative Finanzinstrumente als Sicherungsgeschäft in eine Sicherungsbeziehung zur Absicherung von Zahlungsmittel­strömen designiert wurden, hat der ineffektive Anteil der Wert­änderungen Auswirkungen auf das Jahresergebnis. Der effektive Anteil der Wertänderungen hat Auswirkungen auf das sonstige Ergebnis.

Unter den oben genannten Annahmen mindert beziehungsweise erhöht eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve das Gesamt-, Jahres- und sonstige Ergebnis wie folgt:

Zinssensitivitätsanalyse

TEUR

31.12.2025

31.12.2024

+100 BP

−100 BP

+100 BP

−100 BP

Gesamtergebnis

3.662

−4.306

3.872

−4.451

davon sonstiges Ergebnis

9.807

−10.451

6.555

−7.134

davon Jahresergebnis

−6.145

6.145

−2.683

2.683

Die Sensitivitätsanalyse beruht auf den gleichen Annahmen und Methoden wie im Vorjahr.

b) Fremdwährungsrisiko

Fremdwährungsrisiken resultieren größtenteils aus operativen Tätig­keiten in Fremdwährung. Schwankungen von Zahlungsströmen aus Wechselkursschwankungen werden durch Devisentermingeschäfte eliminiert. Hierbei ergeben sich Risiken aus Schwankungen des Euro gegenüber dem US-Dollar (USD). Angaben zu Sicherungsbeziehun­gen sind dem Kapitel VII.16 zu entnehmen. Aus Wesentlichkeits­gründen wird auf eine Währungssensitivitätsanalyse verzichtet.

2. Kreditrisiko Zusammenfassung

Das Kreditrisiko stellt das Risiko eines finanziellen Verlusts dar, sofern ein Schuldner seine vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf ein Finanzinstrument nicht erfüllen kann. Das Kreditrisiko des Flughafens München resultiert im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristigen Geldanlagen.

Der Bruttobuchwert finanzieller Vermögenswerte stellt das Brutto-Exposure gegenüber dem Kreditrisiko dar, repräsentiert somit das maximale Ausfallrisiko und lässt sich den jeweiligen Kapiteln der finanziellen Vermögenswerte entnehmen. Somit unterliegt der Flughafen München ungeachtet bestehender Sicherheiten einem maximalen Kreditrisiko in Höhe von TEUR 171.657 (31.12.2024: TEUR 193.318).

Dem Ausfallrisiko für kurzfristige Geldanlagen wird dadurch begegnet, dass diese ausschließlich bei Kreditinstituten erfolgen, die einer Ein­lagensicherung unterliegen.

Das Kreditrisiko der Forderungen wird von einer zentralen Verant­wort­lichkeit (Forderungsmanagement) analysiert und gesteuert. Möglichen Forderungsausfallrisiken wird durch eine zeitnahe und korrekte Abrechnung der Leistungsgegenstände mittels Überwachung und Durchsetzung einer pünktlichen und vollständigen Begleichung der resultierenden Forderungen begegnet. Hierzu gehören eine um­fassende Bonitätsprüfung der Kunden, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. Zahlungsansprüche aus Mietverträgen werden durch die Hinterlegung von Mietkautionen gesichert. Bodenabfertigungsleistungen erfolgen gegen Hinterlegung von Barsicherheiten und Bankbürgschaften.

Warenverkäufe und gastronomische Leistungen erfolgen überwiegend gegen Bar- oder Kreditkartenzahlung.

Erkennbaren Ausfallrisiken einzelner finanzieller Vermögenswerte wird durch entsprechende (Einzel-)Wertminderungen in Überein­stimmung mit den Vorschriften zur Ermittlung erwarteter Kredit­ausfälle im Sinne von wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten (Stufe 3) Rechnung getragen.

Eine Konzentration von Kreditrisiken aus Geschäftsbeziehungen mit einzelnen Schuldnern oder Schuldnergruppen ist grundsätzlich nicht erkennbar.

3. Liquiditätsrisiko Zusammenfassung

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass der Flughafen München zukünftig nicht in der Lage sein könnte, seinen finanziellen Verpflichtungen, wie beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden oder Begleichung finanzieller Verbindlichkeiten bei Fälligkeit, nach­zukommen. Die Steuerung und Überwachung des Liquiditätsrisikos ist Aufgabe des zentralen Finanz- und Cashmanagements des Flughafens München. Dabei wird das Liquiditätsrisiko im Rahmen sowohl der langfristigen Wirtschaftsplanung als auch der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung überwacht. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden auf Basis einer rollierenden Liqui­ditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Zudem erfolgt derzeit die Überwachung der Liquidität über ein ge­sondertes Liquiditätsmanagement.

Durch das konzernweite Cashmanagement werden die Zahlungs­mittelbestände der operativen Tochtergesellschaften konzentriert. Neben dem Zugriff auf die betrieblichen Zahlungsmittelüberschüsse verfügt der Flughafen München über hinreichende Liquidität in Form von kurzfristigen Geldanlagen und ausreichend dimensionierten Kreditlinien bei Kreditinstituten. Im Berichtsjahr betrug der operative Cashflow TEUR 383.719 (2024: TEUR 419.679). Der Flughafen Mün­chen kann auf freie Kreditlinien inklusive Kontokorrent- und Avallinien in Höhe von TEUR 305.855 (31.12.2024: TEUR 318.716) zugreifen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen der originären und der derivativen Finanzschulden:

Liquiditätsanalyse

TEUR

31.12.2025

2026

2027 bis 2030

Nach 2030

Summe

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

aus Anteilen an Personengesellschaften

0

8.097

0

168.515

0

1.466.578

1.643.190

gegenüber Gesellschaftern

10.524

0

0

0

0

0

10.524

gegenüber Kreditinstituten

66.751

213.826

228.828

1.288.078

107.137

1.075.640

2.980.260

aus Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen

0

67.470

0

18.678

0

0

86.148

aus sonstigen Finanzschulden
(inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten)

0

130.284

0

631

0

0

130.915

Originäre Finanzschulden

77.275

419.677

228.828

1.475.902

107.137

2.542.218

4.851.037

aus derivativen Finanzschulden
(Hedge Accounting)

0

177

0

534

0

603

1.314

Derivative Finanzschulden

0

177

0

534

0

603

1.314

Gesamt

77.275

419.854

228.828

1.476.436

107.137

2.542.821

4.852.351

31.12.2024

2025

2026 bis 2029

Nach 2029

Summe

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

aus Anteilen an Personengesellschaften

0

0

0

175.564

0

1.311.705

1.487.269

gegenüber Gesellschaftern

15.836

241.913

0

0

0

0

257.749

gegenüber Kreditinstituten

34.049

340.233

163.419

1.023.747

86.541

925.774

2.573.763

aus Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen

0

103.519

0

14.767

0

0

118.286

aus sonstigen Finanzschulden
(inkl. Rückerstattungsverbindlichkeiten)

0

97.841

0

813

0

0

98.654

Originäre Finanzschulden

49.885

783.506

163.419

1.214.891

86.541

2.237.479

4.535.721

aus derivativen Finanzschulden
(Hedge Accounting)

0

231

0

2.533

0

361

3.125

aus derivativen Finanzschulden

0

260

0

0

0

0

260

Derivative Finanzschulden

0

491

0

2.533

0

361

3.385

Gesamt

49.885

783.997

163.419

1.217.424

86.541

2.237.840

4.539.106

Tilgungsleistungen zu originären Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften werden jeweils mit dem erwarteten Abfin­dungsbetrag gezeigt. Als Fälligkeitszeitpunkt gilt hier der frühest­mögliche Kündigungszeitpunkt der Gesellschafter.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die vertraglich vereinbarten Leasingzahlungen und die Buchwerte der kurz- und langfristigen Leasingverbindlichkeiten:

Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und die zukünftigen Zahlungsströme

TEUR

31.12.2025

2026

2027 bis 2030

Nach 2030

Summe der vertraglich vereinbarten undiskontierten Cashflows

Buchwert kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

Buchwert langfristige Leasingverbindlichkeiten

Leasingverbindlichkeiten

6.036

8.122

7.573

21.731

5.579

13.921

31.12.2024

2025

2026 bis 2029

Nach 2029

Summe der vertraglich vereinbarten undiskontierten Cashflows

Buchwert kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

Buchwert langfristige Leasingverbindlichkeiten

Leasingverbindlichkeiten

4.065

8.045

8.915

21.025

3.597

14.858