Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Governance: verantwortungs­volle Unternehmensführung

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ist ein zentraler An­spruch unserer Geschäftstätigkeit. Wir bekennen uns zu inter­national anerkannten Normen, Leitsätzen und Prinzipien. Dazu zählen insbe­sondere die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustain­able Develop­ment Goals), die Allgemeine Erklärung der Menschen­rechte und die Konventionen der Vereinten Nationen, die Kernarbeits­normen der International Labour Organisation sowie die OECD-Leitsätze für multi­nationale Unternehmen. Wir üben unsere Geschäftstätigkeit schwer­punktmäßig in Deutschland aus, wo der Schutz der Menschen­rechte gesetzlich verankert ist. Bei der Ausschreibung von internati­onalen Leistungen finden nationale und internationale Gesetze und Überein­kommen Anwendung.

sustainabledevelopment.un.org  

Code of Conduct: wesentliche Grund­sätze für alle Mitarbeitenden

Bei unserer Geschäftstätigkeit orientieren wir uns an unserem Code of Conduct. Darin sind die wesentlichen Grundsätze und Regeln des Handelns sowie die Maßstäbe, die wir im Umgang mit Geschäfts­part­nern und Stakeholdern setzen, zusammengefasst. Der Code of Con­duct bildet einen wichtigen Orientierungsrahmen für die Geschäfts­führung, alle Führungskräfte und Mitarbeitenden. Wir verpflichten uns darin, die nationalen und internationalen Gesetze, die staatlichen Vorschriften und behördlichen Vorgaben sowie die unternehmens­internen Regelungen einzuhalten. Der Code of Conduct schließt auch den Anspruch des Flughafens München an seine Lieferanten mit ein, in der gesamten Lieferkette keine Menschenrechte, international an­erkannten Arbeitsstandards oder umweltbezogenen Verpflichtun­gen zu verletzen.

Neues Rahmenwerk: Kodex für externe Geschäftsbeziehungen 

Um unsere Anforderungen an eine verantwortungsvolle und nach­haltige Zusammenarbeit mit unseren externen Geschäftspartnern klarer zu gestalten, haben wir einen separaten Geschäftspartner­kodex formuliert. Er ist für die Geschäftsbeziehungen mit externen Partnern, insbesondere Lieferanten, Dienstleistern, Kooperations­partnern, Lizenznehmern und Beratern, maßgeblich und wird seit Januar 2026 in neuen Vertragsverhältnissen verankert. Der Kodex übersetzt unsere Werte und Standards in klare und verbindliche Ansprüche an unsere Geschäftspartner sowie die daraus resultie­rende Lieferkette und stärkt ihre Einbindung in unsere Nachhaltig­keitsstrategie.

Code of Conduct / Geschäftspartnerkodex  

Lieferkettengesetz: bewährter Ansatz zur Risikominimierung Zusammenfassung

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) definiert die Anfor­derungen an ein verantwortungsvolles Management von Lieferketten. Mit einem LkSG-Risikoboard, einer internen Meldestelle, einer On­lineanwendung zur Risikoanalyse und einem Medienscreening sind wir gut aufgestellt, um die Vorgaben des Gesetzes im Unternehmen bestmöglich umzusetzen.

Dabei verfolgen wir einen mehrstufigen Ansatz, um sowohl die Rechts­sicherheit als auch die Effizienz der Einkaufsprozesse sicherzustel­len. In allen neuen Ausschreibungs- und Vertragsdokumenten verpflich­ten wir die Bietenden beziehungsweise die Vertragspartner zur Ein­haltung aller LkSG-Anforderungen durch die standardmäßige Einbindung der Code-of-Conduct-Klausel (seit 1. Januar 2026: Geschäftspartnerkodex-Klausel). Zusätzlich legen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich bei Ausschreibungen mit erhöhtem Risikopotenzial bezüglich menschenrechtlicher oder umweltbezogener Sorgfaltspflichten zusätzliche Kriterien für die Leistungsanforderungen fest, um diese Risiken zu minimieren. Wenn während der Leistungsphase Risiko- oder Verdachtsfälle auftreten, prüfen wir die Einzelfälle. Die Abteilungen Einkauf und Compliance sowie das strategische Nachhaltigkeitsmanagement vereinbaren die Maßnahmen zur Minimierung dieser potenziellen Risiken entlang der Lieferketten und legen sie dem quartalsweise tagenden LkSG-Risi­ko­board vor.

Eine softwarebasierte Anwendung bildet sowohl die interne als auch die externe Risikoanalyse rechtssicher ab. Zusätzlich werden durch ein Medienscreening potenzielle kritische Nachrichten unserer Lie­feranten zur frühzeitigen Risikoerkennung überwacht. Eine Verfah­rensordnung für ein Beschwerdeverfahren zu LkSG-Belangen ist auf unserer Internetseite veröffentlicht. Es gibt die Möglichkeit, Verstöße gegen das LkSG an eine interne Meldestelle zu berichten.

Die externe Risikoanalyse zeigt keine hohen Risikopotenziale auf. Über die Plattform Integrity Next wurden die potenziellen Risiken der unmittelbaren Lieferanten sowohl nach länder- als auch nach branchenspezifischen Risikofaktoren systematisch bewertet. Die länderspezifischen Risiken sind als gering einzustufen, da 93 Prozent der unmittelbaren Lieferanten aus Deutschland sowie 97 Prozent aus der EU stammen. Warengruppen, die ein potenziell erhöhtes Branchenrisiko bergen, beschaffen wir in Ländern mit geringem Risikopotenzial. Das Ergebnis der abstrakten und der konkreten Risikoanalyse zeigt, dass der Anteil an Lieferanten mit einem er­höhten Risikopotenzial unter einem Prozent liegt. Maßnahmen zur Risikominimierung, wie zum Beispiel das Einholen von Selbstaus­künften und relevanten Zertifikaten, leiten wir je nach Risikoklasse und Höhe des Einkaufsvolumens ab.

Das LkSG-Risikoboard beobachtet die aktuellen gesetzgeberischen Entwicklungen rund um das LkSG, insbesondere im Hinblick auf reduzierte Berichtspflichten und Bürokratieabbau.

Menschenrechte: Fairness in internationalen Beziehungen  

Das Recht und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland und der EU gelten unmittelbar und ausnahmslos auch in internationalen Beziehungen. Dazu gehört das Verbot von wettbewerbswidrigem Verhalten, von Kartell- und Monopolbildung, von Schwarzarbeit, Kinder- und Zwangsarbeit sowie Gewalt. Die Einhaltung von Men­schenrechten und Menschenrechtsverfahren wird insbesondere entsprechend der Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Men­schenrechte der Vereinten Nationen (UN) gewährleistet. In unserer Grundsatzerklärung über die Einhaltung der Menschenrechte beken­nen wir uns zu höchsten Nachhaltigkeitsstandards, die ökologische und soziale Verantwortung sowie eine gute Corporate Governance umfassen.

Verantwortungsvolle Lieferkette – Flughafen München
Konzernlagebericht: Compliance-Management-System