Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Ressourcen

Abfallwirtschaft: Vermeiden vor Verwerten Zusammenfassung

Am Flughafen München fallen in verschiedenen Bereichen, wie in den Terminals, in Büros oder auf Baustellen, Abfälle und Wertstoffe an. Die FMG organisiert die Abfallwirtschaft gemäß den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes effizient und nachhaltig. Dabei liegt der Fokus auf der Vermeidung von Abfällen. Zusätzlich legen wir großen Wert auf eine möglichst sortenreine Trennung, was die Recycling­prozesse erheblich vereinfacht. Die Abfälle, die nicht recycelbar sind, werden im Heizkraftwerk München Nord der energetischen Verwert­ung zugeführt. Durch diesen Prozess wird Fernwärme und Elektrizi­tät gewonnen.

Trotz steigender Passagierzahlen sanken im Jahr 2025 die Abfall- und Wertstoffmengen. Grund dafür ist in erster Linie der Rückgang bei Baustellenabfällen. Um weiterhin eine nachhaltige Abfallwirt­schaft zu gewährleisten, bleibt die Reduzierung des Abfallaufkom­mens eine zentrale Aufgabe. Individuelle Konzepte zur Entsorgung berücksichtigen dabei die unterschiedlichen Gegebenheiten ansäs­siger Kunden und Firmen.

Ein Erfolgsbeispiel: Das in den Betrieben der Allresto verwendete Mehrwegsystem erreichte 2025 sehr hohe Tauschfrequenzen: 1.030 Care Bowls und Care Cups befanden sich im Umlauf. Bezogen auf die 19.376 Tauschvorgänge wurde im Durchschnitt jede Bowl etwa 28-mal und jeder Cup rund achtmal im Jahr genutzt. Seit Beginn der Testphase im Jahr 2021 haben wir bis 2025 damit rund fünf Tonnen Abfall und etwa 1,5 Tonnen CO₂e (CO₂-Äquivalent) im Vergleich zu einer Einweglösung eingespart.

Die steigenden Anforderungen an eine verantwortungsvolle Abfall­entsorgung und die Notwendigkeit, Umweltressourcen zu schonen, erfordern durchdachte Lösungen. Ein aktuelles Beispiel ist das ge­meinsam mit der Lufthansa initiierte Projekt »Closed-Loop« zur Separierung von PET-Flaschen aus Bordabfällen der Kategorie 1. Im Rahmen einer Pilotphase entnehmen wir diese Wertstoffe gezielt aus den Bordabfällen und führen sie separat dem Recycling zu. Aufgrund der besonderen rechtlichen Anforderungen an Bordabfälle stellt dieses Projekt einen wichtigen Schritt dar, um auch unter an­spruchsvollen Rahmenbedingungen verwertbare Kunststoffe wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Damit wird der Einsatz von Pri­märrohstoffen reduziert und die Kreislaufwirtschaft am Flughafen München konkret gestärkt.

Broschüre »Umwelterklärung«

Wasserwirtschaft: Schonung natürlicher Ressourcen Zusammenfassung

Ziel des Wassermanagements ist es, den natürlichen Wasserhaus­halt so wenig wie möglich zu beeinflussen und etwaige Beeinträch­tigungen durch Gewässerbewirtschaftung, Entwässerung sowie Trink- und Löschwasserversorgung zu minimieren.

Abwasserentsorgungskonzept

Flussdiagramm des Abwasserentsorgungskonzepts des Flughafens München mit drei getrennt geführten Abwasserströmen, jeweils von der Quelle über Behandlung und Rückhaltung bis zur Ableitung. Strom 1, Niederschlagswasser von befestigten Flächen: Quellen sind Dach-, Hof- und Verkehrsflächen sowie Flugbetriebsflächen. Behandlung und Rückhaltung über Retention, Verdunstung, Sedimentation, Mulden, Rigolen und Sickerschächte beziehungsweise über Abscheideanlagen, Stauraumkanäle und Regenklärbecken. Ableitung durch Versickerung oder Einleitung in oberirdische Gewässer. Strom 2, Schmutz- und Mischwasser: Quellen sind Terminals, Hotels, Restaurants, Tankstellen, Büro- und Betriebsgebäude sowie Feuerwehrübungsplatz, Flugzeugwartung und -reinigung, Versorgungs- und Energiezentralen. Behandlung über Abscheideanlagen, Regenüberläufe und Flugzeugwaschwasservorbehandlung. Ableitung in die Kläranlage Eitting (Abwasserzweckverband Erdinger Moos). Strom 3, Enteisungswasser: Quellen sind Flugbetriebsflächen und Flugzeuge. Behandlung und Rückhaltung über das Abbausystem Gelände (AGS) beziehungsweise Bodenfilter (BOFI) und Recyclinganlage, gesteuert durch Online-Messung und Enteisungsabwasserbecken. Ableitung durch Versickerung, 50–60 % Recycling, Einleitung in oberirdische Gewässer sowie in die Kläranlage Eitting (Abwasserzweckverband Erdinger Moos).
Flussdiagramm des Abwasserentsorgungskonzepts des Flughafens München mit drei getrennt geführten Abwasserströmen, jeweils von der Quelle über Behandlung und Rückhaltung bis zur Ableitung. Strom 1, Niederschlagswasser von befestigten Flächen: Quellen sind Dach-, Hof- und Verkehrsflächen sowie Flugbetriebsflächen. Behandlung und Rückhaltung über Retention, Verdunstung, Sedimentation, Mulden, Rigolen und Sickerschächte beziehungsweise über Abscheideanlagen, Stauraumkanäle und Regenklärbecken. Ableitung durch Versickerung oder Einleitung in oberirdische Gewässer. Strom 2, Schmutz- und Mischwasser: Quellen sind Terminals, Hotels, Restaurants, Tankstellen, Büro- und Betriebsgebäude sowie Feuerwehrübungsplatz, Flugzeugwartung und -reinigung, Versorgungs- und Energiezentralen. Behandlung über Abscheideanlagen, Regenüberläufe und Flugzeugwaschwasservorbehandlung. Ableitung in die Kläranlage Eitting (Abwasserzweckverband Erdinger Moos). Strom 3, Enteisungswasser: Quellen sind Flugbetriebsflächen und Flugzeuge. Behandlung und Rückhaltung über das Abbausystem Gelände (AGS) beziehungsweise Bodenfilter (BOFI) und Recyclinganlage, gesteuert durch Online-Messung und Enteisungsabwasserbecken. Ableitung durch Versickerung, 50–60 % Recycling, Einleitung in oberirdische Gewässer sowie in die Kläranlage Eitting (Abwasserzweckverband Erdinger Moos).

Brauchwassernutzung senkt Trinkwasserverbrauch

Der jährliche Trinkwasserverbrauch am Münchner Flughafen ent­spricht mit 1,03 Millionen Kubikmetern in etwa dem einer Stadt mit 22.000 Menschen. Die Qualität wird regelmäßig an verschiedenen Stellen im Versorgungsnetz untersucht.

Dort, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist, nutzen wir ver­mehrt Brauchwasser: für Betonarbeiten und zur Baustellenbefeuch­tung, zur Reinigung der Start- und Landebahnen, für Nasskehrma­sch­inen, zur Kanalreinigung sowie zur Bewässerung von Grünflächen, Sträuchern und Bäumen. Auch zur Kühlung der Energiezentrale West wird statt tertiärem Grundwasser (Trinkwasser) oberflächennahes quartäres Grundwasser (Brauchwasser) aus einem eigens gebohrten Brunnen verwendet. Seit Beginn der Brauchwasserförderung im Jahr 2010 summiert sich die Einsparung auf insgesamt rund 3,26 Millionen Kubikmeter.

Broschüre »Wasser und Wasserschutz«

Brauchwasser statt Trinkwasser zur Klimatisierung

Recycling von Flugzeugenteisungsmitteln

Enteisungsfahrzeuge befreien die Flugzeuge vor dem Start von Eis und Schnee. Das von den Flugzeugen dabei abtropfende Enteisungs­mittel gelangt über Schlitzrinnen und Kanäle in unterirdische Auf­fangbecken. In der Recyclinganlage am Flughafen München wird es mechanisch und chemisch behandelt, um Enteisungsmittel vom Typ 1 wiederherzustellen. Die Recyclingquote lag in der Wintersaison 2024/2025 bei 47,4 Prozent. Sie bewegt sich zwischen 40 und 60 Prozent und hängt von der Menge der eingesetzten Enteisungs­mittel, aber auch stark von der Witterung – insbesondere von Temperatur, Niederschlägen und Verdunstung – ab.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

Win-win-Situation: Gurkenwasser zur Enteisung

Nach einem positiven Testlauf ist in der Wintersaison 2025/2026 Gurkenwasser für die Enteisung von Straßen auf dem Flughafen­gelände im öffentlichen Bereich eingesetzt worden. Von der Idee für diesen nachhaltigen Winterdienst profitieren alle Parteien: Die Sole aus der Gurkenproduktion von der Firma Develey aus Dingolfing muss dort nicht mehr aufwendig entsorgt werden, sondern befreit künftig am Flughafen die Straßen von Schnee und Eis. Dadurch gelangt weniger Streusalz in die Umwelt.