Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns Zusammenfassung

Grundlagen

Die Flughafen München GmbH (im Folgenden FMG) hat ihren Sitz in München. Als Konzernobergesellschaft des Flughafen München Konzerns (im Folgenden Flughafen München) betreibt sie den Verkehrsflughafen München.

Der Flughafen München ist in den Geschäftsfeldern Aviation, Commer­cial Activities, Real Estate sowie Participations, Services & External Business tätig. Das Leistungsprofil des Konzerns deckt nahezu alle am Flughafen-Campus verfügbaren Leistungen ab – vom Flugbetrieb über die Passagierabfertigung bis zum Einzelhandel, zum Hotel­gewerbe und zur Gastronomie. Dieses integrierte Geschäfts­modell und seine Wertschöpfungstiefe unterscheiden den Flughafen Mün­chen von vielen internationalen Wettbewerbern.

Der Flughafen München bekennt sich zu einer nachhaltigen Unter­nehmenspolitik. Die Orientierung an ökonomischen, ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Zielen sichert die Akzeptanz des Flughafens und ermöglicht seine Weiterentwicklung.

Grundzüge der Leitung und Kontrolle

Gesellschafter der FMG sind der Freistaat Bayern mit 51,0 %, die Bundesrepublik Deutschland mit 26,0 % und die Landeshauptstadt München mit 23,0 %.

Gemäß § 5 des Gesellschaftsvertrags der FMG sind deren Organe die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung.

Governance-Struktur

Governance-Struktur der Flughafen München GmbH. Zwei Stränge bilden den Aufsichtsrat. Gesellschafterseite: Drei Gesellschafter halten die Anteile – Freistaat Bayern 51 %, Bundesrepublik Deutschland 26 %, Landeshauptstadt München 23 %. In der Gesellschafterversammlung entfallen die Sitze auf Freistaat Bayern (4 Sitze und Vorsitz), Bundesrepublik Deutschland (2 Sitze) und Landeshauptstadt München (2 Sitze). Arbeitnehmerseite: Die Arbeitnehmenden des Flughafen München Konzerns (100 %) entsenden Delegierte – Arbeitnehmende 5 Sitze, Gewerkschaften 2 Sitze, Leitende Angestellte 1 Sitz. Beide Seiten bilden den Aufsichtsrat mit seinen drei Ausschüssen (Vorschlagsausschuss, Arbeitsausschuss, Personalausschuss), der die Geschäftsführung überwacht. Die Geschäftsführung besteht seit Mai 2025 aus Jost Lammers (Vorsitzender), Dr. Jan-Henrik Andersson und Thomas Hoff Andersson.
Governance-Struktur der Flughafen München GmbH. Zwei Stränge bilden den Aufsichtsrat. Gesellschafterseite: Drei Gesellschafter halten die Anteile – Freistaat Bayern 51 %, Bundesrepublik Deutschland 26 %, Landeshauptstadt München 23 %. In der Gesellschafterversammlung entfallen die Sitze auf Freistaat Bayern (4 Sitze und Vorsitz), Bundesrepublik Deutschland (2 Sitze) und Landeshauptstadt München (2 Sitze). Arbeitnehmerseite: Die Arbeitnehmenden des Flughafen München Konzerns (100 %) entsenden Delegierte – Arbeitnehmende 5 Sitze, Gewerkschaften 2 Sitze, Leitende Angestellte 1 Sitz. Beide Seiten bilden den Aufsichtsrat mit seinen drei Ausschüssen (Vorschlagsausschuss, Arbeitsausschuss, Personalausschuss), der die Geschäftsführung überwacht. Die Geschäftsführung besteht seit Mai 2025 aus Jost Lammers (Vorsitzender), Dr. Jan-Henrik Andersson und Thomas Hoff Andersson.

Geschäftsführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung der FMG sind in der Regel für fünf Jahre bestellt. Eine erneute Bestellung ist zulässig. Die Ge­schäftsführung besteht aus drei Mitgliedern (einschließlich des Vorsitzenden der Geschäftsführung), vertritt die FMG nach außen und trägt die Verantwortung für die Unternehmenspolitik und die strategische Ausrichtung des Flughafens München.

Die Geschäftsführung der FMG erhält ein Festgehalt und eine erfolgs­abhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreiz­setz­ung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an das Ergebnis vor Ertrag­steuern gebunden.

Aufsichtsrat

Die FMG verfügt über einen Aufsichtsrat nach § 1 Abs. 1 und § 6 des Mitbestimmungsgesetzes. Der Aufsichtsrat übt Kontroll- und Mit­bestimmungsrechte aus. Er bestellt die Mitglieder der Geschäfts­führung und legt deren Vergütung fest. Auch Geschäfte, die bestimm­te Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten, bedürfen der Zustim­mung des Aufsichtsrats. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden im fünfjährigen Turnus von der Belegschaft des Flughafens München gewählt. Die Gesellschaftervertreter werden durch die Gesellschafterversammlung ernannt. Die Amtszeit der Aufsichtsrats­mitglieder endet mit der Gesellschafterversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach Amtszeitbeginn be­schließt; die aktuelle Periode endet voraussichtlich im Juni 2029.

Der Aufsichtsrat hat einen Vorschlags-, einen Arbeits- und einen Personalausschuss bestellt und diese unter anderem mit den fol­genden Aufgaben betraut:

Ausschüsse im Aufsichtsrat

Vorschlags­ausschuss

Wahrnehmung der Aufgaben gemäß § 31 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes

Arbeits­ausschuss

Stellungnahme zu Beschlussvorlagen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen; Zustimmung anstelle des Aufsichtsrats zu bestimmten Rechtsgeschäften, die fest­geleg­te Wertgrenzen oder Laufzeiten überschreiten

Personal­ausschuss

Gestaltung der Verträge der Geschäftsführ­ung mit Ausnahme der Vergütung, der Gene­ral­bevoll­mäch­tig­ten und der Prokuristinnen und Prokuristen; Zustimmung zur Festlegung und Änder­ung der Vergütungsregeln im außer­tariflichen Bereich, zur Einstellung oder Änderung der Gehaltsstufe bestimmter Angestellter sowie zur Einführung oder Änderung betrieblicher Vorsorgeleistungen

Gesellschafterversammlung

Oberstes Kontroll- und Entscheidungsgremium ist die Gesellschafter­versammlung. Zentrale Entscheidungen über die geschäftlichen und wirtschaftlichen Grundlagen des Konzerns (unter anderem zum Flughafenausbau oder zur Aufnahme von Darlehen) bedürfen einer einstimmigen Beschlussfassung.

Konzernerklärung zur Unternehmensführung – Angaben zur Frauenquote

Im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern legen Aufsichtsrat und Geschäftsführung der FMG Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Geschäftsführung sowie den ersten beiden Leitungsebenen fest.

Für den Frauenanteil im Aufsichtsrat wurde eine Quote von 25 % bis zum 30. Juni 2029 festgelegt. Die Besetzung der Arbeitnehmer­ver­treter im Aufsichtsrat erfolgt durch Wahl, die Vertreter der An­teils­eigner werden vorwiegend funktionsgebunden benannt. Insofern ist die Möglichkeit zur direkten Beeinflussung des Frauenanteils im Aufsichtsrat eingeschränkt.

Für die Geschäftsführung wurde eine Zielgröße von 33 % bis zum 30. Juni 2029 festgelegt.

Die beschlossenen Zielgrößen bis zum 30. Juni 2029 sehen für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene 30 % und in der zweit­höchsten Führungsebene 35 % vor.

Geschäftstätigkeit

Organisationsstruktur

Die Organisationsstruktur des Flughafens München gliedert sich in die Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG. Die Steue­rung sowie das interne Berichtswesen der Geschäftsfelder erfolgt in erster Linie über die Konzernsteuerung der FMG. Die in der Abbildung dargestellten Geschäftsfelder umfassen die Geschäfts- und Service­bereiche der FMG und die in die Geschäftsfelder eingebundenen Konzerngesellschaften. Die Geschäftsfelder werden in den nach­folgenden Kapiteln erläutert.

Organisationsstruktur des Flughafens München

Geschäfts-, Service- und Konzernbereiche der FMG (Stand 31. Dezember 2025)

Die Organisationsstruktur der Flughafen München GmbH gliedert sich in vier Geschäftsfelder: 1. Aviation, 2. Commercial Activities, 3. Real Estate, 4. Participations, Services & External Business. Darunter sind die einzelnen, den Geschäftsfeldern zugeordneten Tochtergesellschaften ersichtlich.
Die Organisationsstruktur der Flughafen München GmbH gliedert sich in vier Geschäftsfelder: 1. Aviation, 2. Commercial Activities, 3. Real Estate, 4. Participations, Services & External Business. Darunter sind die einzelnen, den Geschäftsfeldern zugeordneten Tochtergesellschaften ersichtlich.
  1. Die Munich Airport International GmbH ist mit 100 % an der Munich Airport US Holding LLC, mit 100 % an der amd.sigma strategic airport development GmbH und mit 50 % an der ORAT AMS Group V.O.F. beteiligt. Die Munich Airport US Holding LLC ist wiederum mit 100 % an der Munich Airport NJ LLC beteiligt.

Mit Wirkung zum 2. Januar 2025 wurden 74,9 % der Anteile an der Cargogate Munich Airport GmbH, Hallbergmoos, veräußert. Zudem wurden mit Wirkung zum 1. April 2025 die vollständigen Anteile an der aerogate München Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH, Oberding, verkauft. Eine detaillierte Übersicht der Anteilsver­hältnisse ist im Konzernanhang dargestellt.

Zum 31. Dezember 2025 gehören dem Konzern neben der Mutter­gesellschaft insgesamt zwölf vollkonsolidierte Unternehmen, zwei assoziierte Unternehmen, eine Joint Operation und zwei nicht-konsolidierte Unternehmen an.

Geschäftsfeld Luftverkehr (Aviation)

Infrastruktur für Airlines und Fluggäste

Das Geschäftsfeld Aviation umfasst den Betrieb der Luftverkehrs­infrastruktur des Flughafens München.

Der Flughafen München betreibt zwei Start- und Landebahnen mit einer maximalen Kapazität von 90 Flugbewegungen pro Stunde im Tagesbetrieb bei Normalauslastung. Zwischen 22 und 6 Uhr ist der Flugbetrieb nur in stark eingeschränktem Umfang und nur mit be­sonders lärmarmem Fluggerät zulässig. In der Zeit von 0 bis 5 Uhr sind außer Not- und Hilfeleistungsflügen, aus Flugsicherheits­gründen sowie in begründeten Ausnahmefällen, die das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als zuständige Behörde bewilligt, keine Flüge möglich.

Der Aviation-Bereich der FMG verantwortet den Betrieb des Termi­nals 1 am Flughafen München, während das Ter­minal 2 von der Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co oHG, Oberding – in einer Part­nerschaft zwischen der FMG und der Deutschen Lufthansa AG (im Folgenden Deutsche Lufthansa oder Lufthansa) – betrieben wird. In beiden Terminals wird die Ausstattung nach Bedarf kontinuierlich optimiert und erweitert.

Der T1-Pier am Terminal 1 soll weiteres Wachstum ermöglichen und zukünftige Anforderungen an effiziente Sicherheitskontrollen und Terminalinfrastrukturen erfüllen, um den Status des Flughafens München als Premiumdrehkreuz mit entsprechender Aufenthalts­qualität weiter sicherzustellen und zu verbessern. Die Inbetrieb­nahme erfolgte nach einen Probebetrieb und gemäß operativen Belangen im April 2026.

Für die Bereitstellung und den Betrieb seiner Luftverkehrsanlagen erhebt der Flughafen München diverse Entgelte. Die im Geschäft­sjahr 2021 in Kraft getretene Entgeltrahmenvereinbarung (ERV) regelt grundsätzlich die Entwicklung der Luftverkehrsentgelte bis einschließlich 2030 und stellt die Refinanzierung der Infrastruktur in einem festgelegten Umfang sicher. 2025 gab es gemäß ERV eine durchschnittliche Entgelterhöhung von 5,2 %.

Durch seine zentrale Lage in Europa inmitten der Metropolregion München, die sich als Innovations-, Wissens- und Wirtschaftsstand­ort mit einer breit aufgestellten Branchenstruktur auszeichnet, ist der Flughafen München strategisch bestens positioniert. Im Prognos Zukunftsatlas 2025 liegt München in der Gesamtwertung auf Rang 3, der Stadt München und dem Landkreis München werden von Prognos »beste Zukunftschancen« vorhergesagt.1) Während der internatio­nale Drehkreuzverkehr bereits im Sommer 2022 zurückkehrte, mani­festiert sich die Erholung des Luftverkehrs nun auch in den anderen Verkehrssegmenten. Bremsend wirkt dagegen der innerdeutsche Verkehr, den hohe Standortkosten insbesondere die dort überpro­portional stark wirkende Luftverkehrsteuer bei reduziertem Angebot hemmen; dies führt zu einem reduzierten Angebot. Die demografi­schen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und vor allem im Flughafeneinzugsgebiet lassen mittel- bis langfristig eine weitere Zunahme der Verkehrsnachfrage am Flughafen München erwarten. Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt »Wirt­schaftliches Umfeld« zu finden.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa hat sich der Flug­hafen München über die Jahre hinweg zu einem bedeutenden inter­nationalen Luftverkehrsdrehkreuz entwickelt. Gemeinschaftlich getragene Ausbaumaßnahmen wie das Terminal 2 und das Satelli­tengebäude sowie die laufende Stationierung der Lufthansa-Airbus A350-Langstreckenflotte in München sind Fundamente einer nach­haltigen Partnerschaft, die für langfristiges Wachstum steht. Im Sommerflugplan 2025 waren 35 Langstreckenflugzeuge des Luft­hansa-Konzerns in München stationiert (Vorjahr: 32).

Aufgrund seiner vielversprechenden Marktposition und der erfolg­reichen Kooperation mit der Lufthansa verfügte der Flughafen Mün­chen, gemessen an der Zahl der Flugziele, über eines der dichtesten Netze kontinentaler Verbindungen in Europa.

Die Kombination aus einem dichten Netz an innerdeutschen sowie innereuropäischen Zubringern und einer starken lokalen Nachfrage ermöglicht es dem Flughafen München, ein attraktives Portfolio an Langstreckenflügen anzubieten. Aufgrund der touristischen Attrak­tivität des Standorts sowie des wachsenden Einzugsgebiets mit einer einkommensstarken Bevölkerung ist der Flughafen München auch für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen interessant.

Die sehr hohen Standortkosten in Deutschland sowie protektio­nistische Maßnahmen – allen voran fehlende Verkehrsrechte – hemmen jedoch weiterhin das marktgerechte Wachstum am Flughafen München.

Das Frachtgeschäft am Flughafen München ist stark von der Ent­wicklung des Passagierverkehrs abhängig. Der Grund dafür ist, dass am Flughafen München im Regelfall der größte Teil der Luftfracht – im Berichtsjahr 2025 waren es 89 % – als Beiladefracht auf Passa­gierflügen, vor allem auf der Langstrecke, transportiert wird. Welt­weit liegt der Anteil der Beiladefracht am Luftfrachtaufkommen dagegen nur bei gut 55 %.2)

Geschäftsfeld Commercial Activities

Kundenspezifische Services und Angebote entlang des Passagierwegs

Das Geschäftsfeld Commercial Activities ist für die Entwicklung, Vermarktung und Verwaltung aller kommerziell nutzbaren Flächen des Flughafens München verantwortlich.

Dazu zählt das Angebot von nachfrageorientierten Parkraumkapa­zitäten. Derzeit stehen rund 36.700 Stellplätze zur Verfügung, davon sind rund 20.900 terminalnah. Das Produktportfolio umfasst neben dem klassischen Passagierparken auch das Mietwagengeschäft, Premiumparken und Mieterparken sowie landseitige Transfer­betriebe.

Darüber hinaus erfolgt im Geschäftsfeld Commercial Activities sowohl die strategische Planung des Branchenmixes in Bezug auf Einzelhandels-, Service- und Gastronomieflächen als auch die Vermietung und die Konzessionsvergabe an Dritte und Konzernge­sellschaften.

Der Flughafen München unterhält rund 18.700 m² gastronomische Flächen (Vorjahr: 19.300 m²) und etwa 21.000 m² Einzelhandels- und Serviceflächen (Vorjahr: 19.700 m²). Auf rund 74 % der Gesamt­fläche betreiben Tochtergesellschaften der FMG eigene Einzelhan­dels- oder Gastronomiebetriebe.

Auch das Fünf-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München zählt zum Verantwortungsbereich von Commercial Activities. Es verfügt über 550 Zimmer und 30 Tagungsräume.

Commercial Activities vermarktet darüber hinaus die Werbeträger und Werbeflächen des Flughafens München. Aufmerksamkeitsstarke Werbeflächen mit wenig Streuverlust und individuellen Inszenie­rungs­möglichkeiten kennzeichnen das Angebot der sogenannten Out-of-Home-Werbung am Flughafen München.

Zum Leistungsportfolio des Geschäftsfelds zählt außerdem das Eventgeschäft.

Geschäftsfeld Real Estate

Immobilienstandort mit hoher Attraktivität

Das Geschäftsfeld Real Estate entwickelt, betreibt und vermarktet alle Immobilien und Grundstücke des Flughafens München, sowohl on- als auch off-Campus. Der Immobilienstandort ist in lagespezi­fische Areale aufgeteilt, die unter dem Begriff AirSite vermarktet werden. Als Immobilienstandort bietet der Flughafen München ein attraktives Umfeld, eine gute Straßenverkehrsanbindung, umfang­reiche Parkmöglichkeiten und ein umfassendes Sortiment an Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs.

Entsprechend den hohen Ansprüchen an das Gesamtareal wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt, das kontinuierlich fortgeschrie­ben wird, bereits mit ersten Hochbauten in der Umsetzung sichtbar und teilweise auch schon in Betrieb ist.

Geschäftsfeld Participations, Services & External Business

Participations & External Business: Full-Service-Provider

Die übrigen Gesellschaften des Konzerns runden das Angebot des Flug­hafens München ab. Die wesentlichsten Tochtergesellschaften sind:

Wesentliche Tochtergesellschaften

AeroGround

Die AeroGround Flughafen München GmbH (AE) erbringt Bodenabfertigungsleistungen für Flug­gesellschaften am Standort. Die wichtigsten Tätig­keitsfelder sind die vorfeldseitige Flugzeug- und Gepäckabfertigung, Transportdienstleistungen für Passagiere und Crews, die Bedienung der Ein­richt­ungen der zentralen Infrastruktur des Flughafens sowie Abfertigungsleistungen im Bereich der all­gemeinen Luftfahrt.

MAI

Die Munich Airport International GmbH und deren Beteiligungen bieten weltweit Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche an.

Services: Energie, IT und Digitales für alle Mieterinnen und Mieter am Flughafen

Neben den Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften sind auch die Servicebereiche am Außenumsatz beteiligt. Den bedeutendsten Beitrag leisten die folgenden Servicebereiche:

Bedeutende Servicebereiche

Technik

Der Servicebereich ist für den sicheren und wirt­schaftlichen technischen Betrieb der Flughafen­infrastruktur verantwortlich. Dazu zählen unter anderem die Energieversorg­ung, die Instand­haltung von Gebäuden und flughafenspezifischen Anlagen sowie das Fahrzeugmanagement. Zudem ist dieser Bereich mit der Energieversorgung, den Ener­gie­einsparmaßnahmen und dem Energie­management maßgeblich an der Umsetzung der CO₂-Strategie des Flughafens München beteiligt.

IT & Digitales

Der Servicebereich ist der zentrale IT-Provider des Flughafens München. Er bietet moderne, zuver­läs­sige und integrierte Lösungen für einen zunehmend prozess- und datengestützten Flughafenbetrieb an. Das IT-Serviceportfolio umfasst verschiedene Dienstleistungen aus der Medien- und Kommunikationstechnik, der IT-Arbeit­splat­zaus­stattung sowie der Server-, Datenbank- und Speicher-Systemtechnik. Die Kern­kom­pe­ten­zen des Bereichs liegen in der Integration unterschiedlicher, technischer IT-Platt­formen sowie in der Vorhaltung maßgeschneiderter system­technischer Lösungen zur Unterstützung logistischer Prozesse am Flughafen München. Im Rahmen der digitalen Transformation unterstützt der Servicebereich IT aktiv Veränderungsprozesse zur Fort- oder Neuentwicklung digitaler Geschäfts­modelle. Immer mehr an Bedeutung ge­win­nen dabei die Beachtung sicherheits- und daten­schutz­rechtlicher Vorgaben sowie die Einhaltung konzernweiter, einheitlicher Standards.

Die Aktivitäten im Geschäftsfeld Participations, Services & External Business (ohne Abfertigungsdienste) tragen einen geringen Anteil zum Außenumsatz des Flughafens München bei, daher wird auf eine ausführliche Erläuterung im Abschnitt »Wirtschaftliches Umfeld« verzichtet. Die Entwicklung der Abfertigungsdienstleistungen im Konzern wurden in den Passagen zum »Geschäftsverlauf Aviation« aufgenommen.

Steuerungssystem und Werte­management Zusammenfassung

Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe bedeutsamer finanzieller und nicht finanzieller Kennzahlen. Das Ergebnis vor Steuern (Earnings before Taxes – EBT) deckt die finanzielle Perspektive ab. Als nicht finanzielle Kennzahlen werden die CO₂-Einsparungen, der Passagiererlebnisindex (PEI) und die Un­fallhäufigkeitsrate (Lost Time Incident Frequency = LTIF) betrachtet.

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Die Ergebnisziele der Führungskräfte werden auf Basis des EBT formuliert.

Das EBT ist die Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft. Es handelt sich um das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, ermittelt unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards in ihrer durch die Europäische Kommission in europäisches Recht übernommenen Fassung.

CO₂-Einsparungen

Der Flughafen München hat sich 2023 das Klimaziel »Netto-Null-Emissionen« gesetzt, das heißt, dass der Betrieb des Flughafens ab 2035 kein CO₂ mehr in der Atmosphäre hinterlassen soll. Dazu sind Emissionen, die der Flughafen selbst beeinflussen kann (Scope 1 und 2), um mindestens 90 % gegenüber 2016 zu reduzieren. Die verbleibenden 10 % sollen durch noch auszuwählende Projekte aktiv und dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt werden (sogenanntes Removal). Als Beitrag zum Ziel der europäischen Luftfahrt zur Er­reichung von Net Zero bis zum Jahr 2050­ werden zudem am Campus ansässige Unternehmen und Kunden (insbesondere Flug­gesell­schaf­ten) aktiv mit Maßnahmen unterstützt, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Dies entspricht der Reduzierung der Scope-3-Emissionen des Flug­hafens München.

In die Betrachtung der Strategie fließen die durch Energiebereitstel­lung und Kraftstoffverbrauch vom Flughafen München selbst verur­sachten Emissionen (Scope 1) und die Emissionen aus der zuge­kauf­ten Energie (Scope 2) ein. Mit der Kennzahl »CO₂-Einsparungen« misst der Flughafen München die Reduktion der Emissionen, die er durch die Umsetzung von CO₂-Einsparmaßnahmen erreicht, zum Beispiel durch den Wechsel auf hocheffiziente Antriebe. Aus dieser eingesparten Menge an Energie (Strom, Wärme, Kälte, Kraftstoff) resultiert eine Minderung der CO₂-Emissionen für die darauffolgen­den Jahre. Faktoren wie die Schonung von Ressourcen oder der effiziente Einsatz von Energie lassen sich so berücksichtigen. Je nach Datengrundlage werden die Einsparungen auf Basis von Mes­sun­gen, Produktdatenblättern oder Leistungsangaben auf Typen­schildern ermittelt und in der CO₂-Datenbank dokumentiert. In Aus­nahmefällen wird auf Erfahrungswerte vergleichbarer, bereits abge­schlossener und verifizierter Maßnahmen zurückgegriffen. Die er­mit­telten Einsparungen werden auf ein gesamtes Geschäftsjahr hochgerechnet.

Um die Prognose- und die erreichten Zielwerte besser vergleichen zu können, verwendet der Flughafen München den Emissionsfaktor des Umweltbundesamts, der zu Beginn des jeweiligen Berichtsjahres verfügbar ist.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Der PEI ist ein Messmodell für die Kundenzufriedenheit, das es dem Flughafen München erlaubt, standortspezifische, an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasste Zielwerte abzuleiten und die Handlungs­felder zur Leistungsverbesserung den vorhandenen Kundenkontakt­punkten zuzuweisen. Aus Gründen der Objektivität ermittelt ein un­ab­hängiger, externer Dienstleister diese Werte. Er erhebt in Primär­befragungen regelmäßig während des gesamten Jahresverlaufs die Zufriedenheit von abfliegenden und ankommenden Fluggästen. Auf Monatsbasis und am Jahresende erhält der Flughafen München so zahlreiche Detailinformationen über die Zufriedenheit seiner Flug­reisenden entlang der Passagiererlebniskette. Eine zentrale Kenn­zahl resultiert aus der Frage zur Gesamtzufriedenheit, die sowohl bei abfliegenden als auch ankommenden Reisenden ermittelt wird und die die Grundlage für die Zieldefinition ist.

Unfallhäufigkeitsrate (Lost Time Incident Frequency – LTIF)

Die LTIF stellt eine benchmarkfähige Unfallhäufigkeitsrate dar. Sie setzt die Anzahl der Arbeitsunfälle in Relation zu den geleisteten Arbeitsstunden. Zur Ermittlung der LTIF zählen ausschließlich Arbeitsunfälle mit einer Ausfallzeit ab einem Tag. Wegeunfälle von und zur Arbeitsstätte werden nicht berücksichtigt. Die Kennzahl wird für die beiden nach der Personalstärke größten Konzernunter­nehmen (FMG und AE) erhoben.

Die Steuerungsintention der LTIF ist, die Häufigkeit von Arbeitsun­fällen, unfallbedingten Ausfallzeiten und damit verbundene Unfall­kosten zu reduzieren sowie zur Unfallthematik insgesamt zu sensi­­­bilisieren.

Digitale Transformation und Innovation

Die digitale Transformation ist für den Flughafen München ein strategisch sehr wichtiges Thema, das er aktiv gestaltet und weiterentwickelt. Die Kernthemen der Digitalstrategie umfassen:

Digitalstrategie

Die digitale Transformation ist für den Flughafen München ein strategisch sehr wichtiges Thema, das er aktiv gestaltet und weiterentwickelt. Die fünf Kernthemen der Digitalstrategie: Data & Analytics – Schaffung einer ganzheitlichen Datenbasis, um datengetriebene Vorhaben zu realisieren; Aviation – Positionierung als Premium Innovation Hub; Commercial & Marketing – 360°-Customer-Insights und passgenaue Angebote, Produkte und Kampagnen; Smart City – Transformation der analogen Infrastruktur in eine Smart City; Workplace – Optimierung der Employee Experience mithilfe digitaler Tools.
Die digitale Transformation ist für den Flughafen München ein strategisch sehr wichtiges Thema, das er aktiv gestaltet und weiterentwickelt. Die fünf Kernthemen der Digitalstrategie: Data & Analytics – Schaffung einer ganzheitlichen Datenbasis, um datengetriebene Vorhaben zu realisieren; Aviation – Positionierung als Premium Innovation Hub; Commercial & Marketing – 360°-Customer-Insights und passgenaue Angebote, Produkte und Kampagnen; Smart City – Transformation der analogen Infrastruktur in eine Smart City; Workplace – Optimierung der Employee Experience mithilfe digitaler Tools.

Das Innovationsmanagement soll systematisch die Innovations­kultur im Unternehmen fördern und die Umsetzung entsprechender Projekte unterstützen. Im Fokus stehen dabei unter anderem neue Dienstleistungen und Produkte, die zum wirtschaftlichen Erfolg sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens München beitragen.

Der Flughafen München hat hierfür einen standardisierten Prozess eingeführt und ist zu diesem Zweck strategische Partnerschaften eingegangen. Über verschiedene bereichsübergreifende Quellen und Initiativen werden relevante Markt- und Technologie-Trends erkannt und gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus den Fachberei­chen analysiert. Ziel ist es, Trends mit Innovationspotenzial für den Flug­hafen München strukturiert zu erfassen und daraus Entwick­lungs­möglichkeiten für neue Produkte und Services abzuleiten und zu testen.

  1. Prognos, Zukunftsatlas 2025, S. 3

  2. IATA, Air Cargo Market Analysis, 29.10.2025