Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Klimaschutz

CO₂-Einsparungen: unser Weg zu Net Zero Zusammenfassung

Im Jahr 2025 hatten die dem Flughafen München zurechenbaren CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) mit 94.554 Tonnen (−460 Tonnen) etwa das gleiche Niveau wie im Vorjahr – obwohl der Wärmebedarf in den kalten Monaten am Jahresanfang und -ende im Vergleich zu 2024 um 12 Prozent gestiegen ist. Ein erhöhter Gasverbrauch in den Blockheizkraftwerken und Gaskesseln zur Bereitstellung von Wärme für das Fernwärmenetz war die Folge. Der Anstieg der Passagier­zahlen um mehr als vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat eben­falls zum Mehrbedarf an Energie beigetragen.

Dass trotz dieser Effekte die CO₂-Emissionen leicht zurückgegangen sind, zeigt die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen: Der Flug­hafen München hat im Jahr 2025 knapp 1,5 Millionen Euro in weitere 18 Energieeffizienzmaßnahmen investiert. Die größten Einsparungen erzielten wir im Bereich Mobilität, gefolgt von der Raumlufttechnik. Insgesamt belaufen sich die dadurch jährlich wiederkehrenden CO₂-Einsparungen auf circa 4.400 Tonnen. Langfristig reduzierte sich der CO₂-Ausstoß seit 2005 um über 65.000 Tonnen CO₂ pro Jahr mit nun 388 realisierten Maßnahmen. Deutlich sichtbar wird dies zum Bei­spiel beim Verbrauch von Benzin und Diesel, der von 2019 bis 2025 um mehr als 1,3 Millionen Liter gesunken ist, was einem Rückgang von circa 27 Prozent entspricht.

Mit den steigenden Passagierzahlen sind im Jahr 2025 die spezifi­schen CO₂-Emissionen pro Fluggast auf 2,18 Kilogramm (Scope 1 und 2) weiter gesunken. In Bezug auf das Basisjahr 2005 mit 3,94 Kilo­gramm entspricht dies einer Reduktion um circa 45 Prozent.

Konzernlagebericht: CO₂-Einsparungen
Klimaschutz-Portal
CDP

CO₂-Emissionen

Kombinationsdiagramm der CO2-Emissionen des Flughafens München. Zwei Reihen: absolute Emissionen aus Scope 1 und 2 in Tonnen pro Jahr (gestrichelt) und spezifische CO2-Emissionen pro Passagier in Kilogramm (durchgezogen). Werte je Jahr (absolut in Tonnen / spezifisch in Kilogramm): 2005 (Basisjahr) 112.758 / 3,94; 2022 90.352 / 2,85; 2023 90.492 / 2,44; 2024 95.014 / 2,29; 2025 94.554 / 2,18. Die spezifischen Emissionen pro Passagier sanken gegenüber dem Basisjahr 2005 um etwa 45 % von 3,94 auf 2,18 Kilogramm, trotz steigender Passagierzahlen.
Kombinationsdiagramm der CO2-Emissionen des Flughafens München. Zwei Reihen: absolute Emissionen aus Scope 1 und 2 in Tonnen pro Jahr (gestrichelt) und spezifische CO2-Emissionen pro Passagier in Kilogramm (durchgezogen). Werte je Jahr (absolut in Tonnen / spezifisch in Kilogramm): 2005 (Basisjahr) 112.758 / 3,94; 2022 90.352 / 2,85; 2023 90.492 / 2,44; 2024 95.014 / 2,29; 2025 94.554 / 2,18. Die spezifischen Emissionen pro Passagier sanken gegenüber dem Basisjahr 2005 um etwa 45 % von 3,94 auf 2,18 Kilogramm, trotz steigender Passagierzahlen.

CO₂-Footprint: komplexe Rechenaufgabe Zusammenfassung

Der Betrieb einer großen Infrastrukturanlage bringt Emissionen verschiedenster Verursacher mit sich. Sie alle fließen in die Bilanz­ierung des Treibhausgas-Ausstoßes eines Flughafens mit ein. Den größten Anteil machen dabei die Emissionen des Flugverkehrs im Landing-and-Take-off-Zyklus (landende und startende Flugzeuge bis zu einer Höhe von 3.000 Fuß) aus. Als Grundlage für die vergleichbare Erfassung aller Emissionen dient der CO₂-Footprint. Er gliedert den Treibhausgas-Ausstoß, der einem Flughafen zugerechnet wird, nach dem internationalen Standard »Greenhouse Gas Protocol« in drei unterschiedliche Quellen (Scopes).

Greenhouse-Gas-Emissionen

Gestapeltes Flächendiagramm zur Aufteilung der Treibhausgas-Emissionen des Flughafens München nach dem Greenhouse Gas Protocol, Anteile in Prozent für 2024 und 2025. Scope 1 (direkte Emissionen aus Energieproduktion und Transport): 15,5 % (2024), 15,2 % (2025). Scope 2 (indirekte Emissionen durch Energieeinkauf): 1,3 % (2024), 1,0 % (2025). Scope 3 (indirekte Emissionen durch das Geschäftsfeld des Flughafens): 83,2 % (2024), 83,8 % (2025). Scope 3 hat mit Abstand den größten Anteil; die Anteile summieren sich je Jahr auf 100 %.
Gestapeltes Flächendiagramm zur Aufteilung der Treibhausgas-Emissionen des Flughafens München nach dem Greenhouse Gas Protocol, Anteile in Prozent für 2024 und 2025. Scope 1 (direkte Emissionen aus Energieproduktion und Transport): 15,5 % (2024), 15,2 % (2025). Scope 2 (indirekte Emissionen durch Energieeinkauf): 1,3 % (2024), 1,0 % (2025). Scope 3 (indirekte Emissionen durch das Geschäftsfeld des Flughafens): 83,2 % (2024), 83,8 % (2025). Scope 3 hat mit Abstand den größten Anteil; die Anteile summieren sich je Jahr auf 100 %.

Scope 1 und Scope 2

Energiekonzept: verschiedene Lösungsansätze

Eine wesentliche Rolle auf dem Weg zur CO₂-freien Zukunft spielt die nachhaltige Bereitstellung von Strom, Wärme und Kälte durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Der Flughafen München will zukünf­tig für seine Energieversorgung möglichst viele verfügbare Ressour­cen in der Region nutzen, zum Beispiel über Photovoltaik. Zusätzlich zum Klimaschutz sind die hohen Energiepreise und die Vermeidung der Abhängigkeit von importiertem Erdgas stichhaltige Argumente, die Autarkie der Energieversorgung voranzutreiben.

Energiekonzept 2035

Das Energiekonzept 2035 zeigt den Weg des Flughafens München zu einer CO2-freien Zukunft durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Zentrale Aussage: Um den zukünftigen Anforderungen, zum Beispiel durch die Elektromobilität, gerecht zu werden, ist eine Anpassung der bisherigen Versorgungsstruktur notwendig. Sechs Maßnahmen: 1. Einsatz von Biomethan im Blockheizkraftwerk (BHKW); 2. Ausbau der Photovoltaik auf 50 MW (20 MW Dach, 30 MW Freifläche, über 50.000 MWh pro Jahr, Einsparung über 19.000 Tonnen CO2 pro Jahr); 3. Ausbau der Turbokältemaschinen; 4. Zukauf von Grünstrom, zum Beispiel über Offshore-Windstrom-Lieferverträge; 5. erhöhte Nutzung von Umweltwärme; 6. Erweiterung der Kapazitäten im Stromnetz.
Das Energiekonzept 2035 zeigt den Weg des Flughafens München zu einer CO2-freien Zukunft durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Zentrale Aussage: Um den zukünftigen Anforderungen, zum Beispiel durch die Elektromobilität, gerecht zu werden, ist eine Anpassung der bisherigen Versorgungsstruktur notwendig. Sechs Maßnahmen: 1. Einsatz von Biomethan im Blockheizkraftwerk (BHKW); 2. Ausbau der Photovoltaik auf 50 MW (20 MW Dach, 30 MW Freifläche, über 50.000 MWh pro Jahr, Einsparung über 19.000 Tonnen CO2 pro Jahr); 3. Ausbau der Turbokältemaschinen; 4. Zukauf von Grünstrom, zum Beispiel über Offshore-Windstrom-Lieferverträge; 5. erhöhte Nutzung von Umweltwärme; 6. Erweiterung der Kapazitäten im Stromnetz.
1 Biomethan

Die Umstellung des flughafeneigenen Blockheizkraftwerks auf Bio­methan im Rahmen der Net Zero-Strategie stellt einen wichtigen Baustein zur Erreichung unserer CO₂-Reduktionsziele dar. Derzeit befinden wir uns in der finalen Planungsphase des Gesamtkonzepts.

2 Photovoltaik

Bis 2030 sollen Photovoltaikanlagen mit insgesamt 50 Megawatt (MW) Leistung auf Parkhäusern, Frachtgebäuden und geeigneten Freiflächen in Betrieb gehen. In Summe befanden sich Ende 2025 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von sieben Megawatt Peak (MWp) auf dem Gebiet des Flughafens München. Insgesamt produ­zieren sie knapp sieben Gigawattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Auf einer Wiese beim Verwaltungsgebäude entsteht mittlerweile die erste Freiflächen-PV-Anlage auf dem Campus – inklusive Batterie­speicher. Im Lauf des Jahres 2026 wird sie Strom produzieren und am Ende eine Leistung von 3,7 Megawatt Peak beisteuern. Viele weitere PV-Anlagen sind in Umsetzung.

Ziel: Ausbau Photovoltaikanlagen

  • 20 MW auf Dachflächen

  • 30 MW auf Freiflächen

  • Über 50.000 MWh Sonnenstrom

  • Entspricht Stromverbrauch von knapp 15.000 Haushalten bezie­hungsweise einem Viertel des Stromverbrauchs des Münchner Flughafens im Vorkrisenjahr 2019

  • Über 19.000 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr

3 Turbokältemaschinen

In der Energiezentrale Ost haben wir die Kälteerzeugungsleistung um 20 MW erweitert. Diese Maßnahme erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert die CO₂-Emissionen. Die neuen Anlagen ermöglichen – insbesondere in den Sommermonaten und in Kombination mit den eigenen PV-Anlagen – eine verstärkte elektrische Kälteerzeugung. Sie entlasten sukzessive die bestehenden Absorptionskälteanlagen, was wiederum die Betriebsstunden des gasbetriebenen Blockheiz­kraftwerks verringert. Die Verlagerung der Kälteerzeugung auf effi­ziente, strombasierte Systeme senkt sowohl den Gasverbrauch als auch die damit verbundenen CO₂-Emissionen. Das Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Net Zero-Ziele am Flughafen München.

4 Grünstrom

Der Flughafen München hat nach einer EU-weiten Ausschreibung einen langfristigen Stromliefervertrag bezüglich der Lieferung von Windenergie zur weiteren Steigerung der erneuerbaren Energien im vorhandenen Energiemix abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt die RWE Supply & Trading GmbH mit einem aktuell im Bau befindlichen Offshore-Windpark in der Nordsee. Offshore-Windkraft ist für den Flughafen München in der aktuellen Phase besser geeignet als Onshore-Windkraft, da geringere Schwankungen der Stromprodukt­ion und damit des Strombezugs die Integration dieses Grünstroms in unser Energiesystem erleichtern.

5 Umweltwärme

Im Jahr 2025 arbeiteten wir gemeinsam mit einem externen Partner an einem strategischen Projekt zum Umbau der Energieversorgung. Wir erstellten einen dynamischen digitalen Zwilling, mit dessen Hilfe die wirtschaftlichste und versorgungssicherste Variante der Energie­versorgung – immer im Hinblick auf das Net Zero–Ziel – erarbeitet wurde. Die Ergebnisse zeigen: Die Nutzung von Umweltwärme mittels großindustrieller Wärmepumpen (Elektrifizierung der Energieversor­gung) – unter Einbindung erneuerbarer Gase für Spitzenlasten im Winter – ist möglich, wirtschaftlich und sinnvoll.

6 Stromnetz

Das Projekt »3. Stromnetz« mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 246 Millionen Euro ist nahezu fertig geplant. Im Jahr 2026 fin­den die ersten Ausschreibungen für Bauleistungen und Materiallieferun­gen statt. Der Baubeginn ist für das Jahr 2027 geplant und die Fer­tig­stellung bis Ende 2029. Das Projekt umfasst auch den Bau eines zusätzlichen Umspannwerks. Insgesamt wird sich die Trans­port­leis­tung von Strom am Flughafen München, insbesondere für eigen­en PV-Strom sowie für Ladeinfrastruktur, dadurch mehr als verdoppeln.

Energiemix

Top-3-Maßnahmen

Elektrifizierung bei Abfertigungsfahrzeugen nimmt nochmals zu

Mit 2.470 Tonnen erzielte der Flughafen München die größten CO₂-Einsparungen im Bereich Mobilität. Allein die AeroGround, das für Passagier- und Crewtransporte zuständige Tochterunternehmen der FMG, hat insgesamt 83 Fahrzeuge ausgetauscht – darunter 27 Bus­se, 16 Zugfahrzeuge sowie 20 Ground Power Units (GPU), die nun elek­trisch angetrieben werden – und damit 2.099 Tonnen CO₂ ein­gespart. Allein durch die GPUs verringert sich der Dieselbedarf um mehr als 200.000 Liter pro Jahr.

Optimierung der Lüftungsanlagen

Wie auch in den vergangenen Jahren geht die Optimierung der Lüft­ungsanlagen am gesamten Campus weiter und bewirkte die zweit­größte CO₂-Einsparung im Jahr 2025. Hier ist insbesondere der Um­bau der Lüftungszentralen in den Verbindungstunneln hervorzuhe­ben. Neben der Umrüstung auf eine neue Ventilatortechnik wurde auch die Steuerung optimiert und damit mehr als 500 Megawatt­stun­den Strom pro Jahr eingespart. Aber auch im Terminal 1, Ter­minal 2 und im T2-Satelliten wurden weitere Anlagen umgebaut und optimiert.

LEDs senken Energieverbrauch

Eine der fünf größten Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich Be­leucht­ung war die Umstellung der Super Signs. Diese übergroßen »M«s an den Zufahrtstraßen zum Flughafen München erstrahlen in neuem Licht. Zusammen mit einer intelligenten Steuerung reduziert dies den Stromverbrauch um circa 160.000 kWh pro Jahr.

Elektromobilität: hoher Beitrag zu CO₂-Einsparungen

Der Münchner Flughafen hat bereits verschiedene alternative An­triebskonzepte getestet. Dazu zählen die Eröffnung der weltweit ersten öffentlichen Wasserstofftankstelle im Jahr 1999 sowie Ver­suche mit Biogas, Bioethanol, Bio- und C.A.R.E.-Diesel (C.A.R.E. steht für CO₂-Reduction, Arctic Grade, Renewable, Emission Reduction). Stand Ende 2025 betreiben wir 225 Pkws und Kleintransporter sowie 464 Abfertigungs- und Spezialgeräte, also etwa die Hälfte des Fuhr­parks, elektrisch. Die Kategorie Fahrzeuge trägt damit circa 26 Pro­zent zu unseren gesamten CO₂-Einsparungen bei. Bis 2030 sollen über 90 Prozent der Fahrzeuge alternativ betrieben werden.

Für den Vorfeldeinsatz mit vielen kurzen Strecken und geringen Ge­schwindigkeiten gilt der elektrische Antrieb als besonders effizient. Die AeroGround investiert dafür bis zu 60 Millionen Euro. Das Projekt wird mit knapp 24 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ver­kehr gefördert. Bis 2025 ist die Flotte auf 55 emissionsfreie Busse angewachsen. Eine Erweiterung auf bis zu 72 Fahrzeuge erfolgt bedarfsorientiert und im Einklang mit der Entwicklung der Lade­infrastruktur. Mit einem neuen Busdepot haben wir 2025 die Basis für einen vollständig elektrifizierten Vorfeldbetrieb geschaffen. Es verfügt über 50 Ladepunkte für Passagierbusse. Eine Ausbaustufe mit 22 weiteren Ladestationen inklusive Carports mit Photovoltaik­anlagen ist für die Jahre 2026 und 2027 geplant.

Ein weiterer Baustein zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie war im September 2025 die Eröffnung des größten bayerischen Ladeparks für E-Autos im Parkhaus P44. Mit 275 Ladepunkten ist die Anlage auch einer der größten öffentlichen Ladeparks in Deutsch­land. Der Solarstrom stammt von zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern des P44 und des benachbarten Parkhauses P43. Dazu wurden 7.216 PV-Module installiert. Insgesamt haben die Module eine maximale Leistung von drei Megawatt – das entspricht etwa dem durchschnittlichen Bedarf von 1.000 Haushalten mit drei Per­sonen. Bisher hat die FMG für das gemeinsam mit regionalen Unter­nehmen realisierte Projekt rund 5,2 Millionen Euro aus eigenen Mit­teln investiert. Damit haben wir bis dato über 600 Ladepunkte so­wohl für eigene Poolfahrzeuge als auch für Airlines, Behörden, den Mietwagen- und Car-Sharing-Bereich, Flugreisende und teilweise auch Bodenabfertigungsgeräte errichtet. Bis 2030 ist vorgesehen, die bestehende Ladeinfrastruktur um mehrere Tausend Ladepunkte zu erweitern. Über 1.000 Normalladepunkte und zwanzig Schnell­lade­punkte sollen allein im öffentlichen Bereich neu entstehen.

Aufgrund fehlender Technologie und aus Gründen der wirtschaftli­chen Nachhaltigkeit können auf absehbare Zeit nicht alle Fahrzeuge auf Elektroantrieb umgestellt werden. Wir setzen bei den betreffen­den Dieselfahrzeugen als Brückentechnologie derzeit auf den aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellten Kraftstoff HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil). Mit der sukzessiven Einführung des synthetischen Kraftstoffs können wir bis zu 90 Prozent der CO₂-Emissionen bei unseren Dieselfahrzeugen vermeiden.

Scope 3

Photovoltaik für Lufthansa

Beim Bau der neuen Triebwerkshalle für die Lufthansa wurde eine Pho­to­voltaikanlage mit 145 kWp auf dem Dach errichtet. Die Voll­einspei­seanlage ist an das Stromnetz der FMG angeschlossen. Sie er­zeugt pro Jahr circa 150 MWh Strom und spart etwa 55 Tonnen CO₂ ein.

RETO reduziert Kerosinverbrauch

In Kooperation mit der Lufthansa haben wir das sogenannte RETO-Verfahren implementiert. Beim Reduced Engine Taxi Out laufen auf dem Weg zur Runway nicht alle Triebwerke, um den Kerosinver­brauch zu reduzieren. Ein Triebwerk bleibt beim Rollen Richtung Startbahn so lang wie möglich aus – und zwar zunächst bei allen A319, A320 und A321 der Lufthansa, die in München starten.

Luftgüte: konsequentes Monitoring Zusammenfassung

Stickstoffoxide und Feinstaub: auf niedrigem Level

Wie beim CO₂ verursachen auch bei den Luftschadstoffen die Flug­zeuge deutlich mehr Emissionen als der Bodenverkehr auf den Vor­feldern sowie den Zubringer- und Betriebsstraßen. Eine messtech­nische Unterscheidung der Emissionen ist jedoch nicht möglich. Für die Beurteilung der Luftgüte am Flughafen und in seiner Umgebung spielen insbesondere Stickstoffoxide und Feinstäube eine bedeuten­de Rolle. Zur Messung von Luftschadstoffen betreiben wir eine mobile und zwei stationäre Messstationen. Die stationären Mess­sta­tionen im Westen und im Osten des Flughafens erfassen die Wirkung der Schadstoffquellen des Straßen- und Luftverkehrs und des son­stigen Flughafenbetriebs – überlagert von der Grundbelastung des Ballungsraums München und der natürlichen Hintergrundkonzen­tration in der Atmosphäre. Die mobile Luftgütemessstation dient auf Anfrage von Gemeinden dazu, die Luftqualität vor Ort zu untersu­chen. Mobile Messungen fanden 2025 wieder in Hallbergmoos statt.

Die Stickstoffdioxidkonzentrationen am Flughafen München beweg­ten sich auch im Jahr 2025 auf einem für einen vorstädtischen Be­reich typischen Niveau. Die Feinstaubkonzentrationen am Flug­hafen München liegen auf einem konstant niedrigen Level und sind typisch für den ländlichen Raum. Hier beobachten wir eine deutliche meteo­rologische Abhängigkeit: Trockenes und heißes Wetter begünstigt höhere Feinstaubwerte. An allen Luftgütemessstationen wurden 2025 die geltenden gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten.

Messergebnisse in Echtzeit
Luftgüte
Broschüre »Luftgüte«

Schadstoffkonzentrationen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes

Jahresmittelwerte in Mikrogramm/m³

Drei Balkendiagramme der Jahresmittelwerte von Luftschadstoffen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes, in Mikrogramm pro Kubikmeter, für die Jahre 2022 bis 2025. Stickstoffdioxid (NO2), EU-Grenzwert 40: 2022: 14; 2023: 13; 2024: 13; 2025: 14. Feinstaub PM10, EU-Grenzwert 40: 2022: 11; 2023: 10; 2024: 10; 2025: 11. Feinstaub PM2,5, EU-Grenzwert 25: 2022: 8; 2023: 6; 2024: 7; 2025: 8. Alle Werte lagen 2025 deutlich unter den geltenden EU-Grenzwerten; die Feinstaubkonzentrationen entsprechen dem für den ländlichen Raum typischen Niveau.
Drei Balkendiagramme der Jahresmittelwerte von Luftschadstoffen an der Messstelle im Osten des Flughafengeländes, in Mikrogramm pro Kubikmeter, für die Jahre 2022 bis 2025. Stickstoffdioxid (NO2), EU-Grenzwert 40: 2022: 14; 2023: 13; 2024: 13; 2025: 14. Feinstaub PM10, EU-Grenzwert 40: 2022: 11; 2023: 10; 2024: 10; 2025: 11. Feinstaub PM2,5, EU-Grenzwert 25: 2022: 8; 2023: 6; 2024: 7; 2025: 8. Alle Werte lagen 2025 deutlich unter den geltenden EU-Grenzwerten; die Feinstaubkonzentrationen entsprechen dem für den ländlichen Raum typischen Niveau.

Landeentgelte: Emissionen als Grundlage

Die FMG erhebt emissionsorientierte Landeentgelte. Damit wollen wir Triebwerkshersteller und Flugzeugbauer motivieren, verstärkt in die Entwicklung von schadstoffärmerem Fluggerät zu investieren. Der Flughafen München trägt so zu einer besseren Umweltqualität in der Umgebung bei. Anhand der gelandeten Flugzeugtypen können wir die Schadstoffe – sowie das Treibhausgas CO₂ – triebwerksgenau bilanzieren und den technischen Fortschritt unmittelbar abbilden.

Ultrafeinstaub: noch ein Forschungsthema

Der Flugverkehr ist eine Quelle für ultrafeine Partikel (UFP). Aktuell gibt es jedoch noch keinen objektiven Maßstab für eine Beurteilung der Partikelkonzentrationen und auch keine Grenzwerte. Im Umfeld des Flughafens München misst seit dem Frühjahr 2021 die Univer­sität Bayreuth im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums die UFP-Konzentration in Freising und in Hallbergmoos. Die Ergebnisse werden auf der Website des Umweltministeriums regelmäßig ver­öffentlicht. Demnach liegen die Konzentrationen in Freising und Hallbergmoos auf einem ähnlichen Niveau wie an den Messstationen des Bayerischen Landesamts für Umwelt in Regensburg, Augsburg und München. Die FMG unterstützt die Messungen der Universität Bayreuth mit der mobilen Messstation am Standort Hallbergmoos und erhebt weitere Luftgüteparameter zur Interpretation der UFP-Konzentrationen. Die FMG führt selbst keine UFP-Messungen durch.

UFP-Messungen

Bio-Honig: mehr als 40 Bienenvölker rund um den Flughafen

Langlebige Schadstoffe können sich in der Umwelt anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Diesem Sachverhalt trägt der Flughafen München seit vielen Jahren mit verschiedenen Untersuch­ungen Rechnung. 2025 wurden an acht Messpunkten im Umland Pflanztöpfe mit Welschem Weidelgras und Grünkohl aufgestellt, um die Belastung von Futter- und Nahrungsmitteln im Flughafenumfeld zu untersuchen. Es zeigten sich keine Auffälligkeiten. Auch das Honig­monitoring haben wir mit mehr als 40 Bienenvölkern rund um den Flughafen fortgesetzt. Der Münchner Flughafenhonig ist seit 2023 als »Bio« zertifiziert. Er erfüllt als erster Honig eines deutschen Flughafens die Vorgaben der EU ÖKO-Verordnung VO(EU) 2018/848 und trägt auf dem Etikett das EU-Bio-Siegel und das deutsche Bio-Siegel.

Honigmonitoring

Messpunkte Luftgüte und Biomonitoring

Karte der Luftgüte- und Biomonitoring-Messpunkte rund um den Flughafen München. Sie zeigt drei Kategorien von Standorten: acht Biomonitoring-Messpunkte (Pflanztöpfe mit Weidelgras und Grünkohl), zwei stationäre Luftgütemessstationen im Osten und Westen des Flughafens sowie eine mobile Luftgütemessstation, die zwischen umliegenden Gemeinden wechselt und 2025 in Hallbergmoos steht. Die Messpunkte verteilen sich über das Flughafengelände und die umliegende Region.
Karte der Luftgüte- und Biomonitoring-Messpunkte rund um den Flughafen München. Sie zeigt drei Kategorien von Standorten: acht Biomonitoring-Messpunkte (Pflanztöpfe mit Weidelgras und Grünkohl), zwei stationäre Luftgütemessstationen im Osten und Westen des Flughafens sowie eine mobile Luftgütemessstation, die zwischen umliegenden Gemeinden wechselt und 2025 in Hallbergmoos steht. Die Messpunkte verteilen sich über das Flughafengelände und die umliegende Region.