Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Ausblick, Chancen- und Risikobericht

Ausblick Zusammenfassung

Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

In den nachfolgenden Erläuterungen zum Ausblick auf 2026 sind die Auswirkungen des Nahostkonflikts insoweit enthalten, soweit die ent­sprechenden Informationen beziehungsweise Prognosen bis zum Erstellungszeitpunkt vorlagen beziehungsweise wesentlich geändert wurden. Die Auswirkungen auf die internationale und deutsche Wirt­schaft sind aktuell spürbar, aber nach bisherigen Erkenntnissen im­mer noch nicht präzise abzuschätzen.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt damit von geopolitischen Spannungen und zunehmendem Protektionismus geprägt. Besonders die US‑Zollpolitik dürfte im Prognosezeitraum weiterhin spürbare Auswirkungen haben. Nach einem durch Vorzieheffekte begünstigten Anstieg des Welthandels im Jahr 2025 wird für 2026 ein leichter Rückgang und für 2027 wieder ein moderates Wachstum erwartet, das jedoch hinter der gesamtwirtschaftlichen Dynamik zurückbleibt. Die Unsicherheit hinsichtlich der US‑Handelspolitik bleibt bestehen. Das ifo Institut erwartete im Dezember 2025 für 2026 und 2027 Wachstumsraten von 2,4 % beziehungsweise 2,6 %.30)

Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen dürfte 2026 um 1,6 % zunehmen. Für die USA wird ein Wachstum des BIP von 2,2 % erwar­tet. Wesentliche expansive Impulse gehen dabei vom anhaltenden Boom im Bereich KI sowie von der Geld- und Finanzpolitik mit sin­kenden Leitzinsen, Steuersenkungen und höheren Ausgaben für Militär und Grenzüberwachung aus. Der private Konsum dürfte sich hingegen aufgrund eines erhöhten Preisdrucks und eines vergleichs­weise schwachen Arbeitsmarkts weniger dynamisch entwickeln. In Großbritannien wird die Wirtschaft 2026 voraussichtlich um 0,9 % wachsen. Die Lockerung der Geldpolitik dürfte sich im Prognosezeit­raum positiv auswirken, während die Finanzpolitik unter anderem durch Steuererhöhungen eher restriktiv wirkt.31)

Die Gruppe der Schwellenländer wird 2026 gemäß der aktuellen Konjunkturprognose ein Wirtschaftswachstum von 4,0 % erzielen. Die chinesische Volkswirtschaft dürfte mit einer Rate von 4,5 % zulegen, die Lage auf dem dortigen Immobilienmarkt bleibt aber angespannt und belastet die Inlandsnachfrage. Das Exportgeschäft wird die Konjunktur hingegen weiter stützen. In Asien trägt vor allem die indische Wirtschaft zu den positiven Wachstumsraten bei. Für 2026 wird dort eine Wachstumsrate von 6,3 % prognostiziert.32)

In der Eurozone dürfte die Wirtschaftsleistung um 0,9 % steigen. Im Vergleich zu 2025 deutet dies auf eine nachlassende Wachstumsdy­na­mik hin. Während steigende Realeinkommen sowie günstigere Finanzierungsbedingungen den privaten Konsum und die Investi­tionstätigkeit unterstützen, steht das Exportgeschäft unter Druck – belastet durch US‑Zölle, den starken Euro und eine wachsende Kon­kurrenz aus China. Für Frankreich wird 2026 ein BIP‑Wachstum von 0,6 % erwartet. In Italien und Spanien dürften die Wirtschaftsleis­tungen um 0,7 % beziehungsweise 2,3 % zulegen.33)

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird sich 2026 wohl nur langsam erholen und voraussichtlich um 0,8 % wachsen. Die stark export­orien­tierte Industrie leidet besonders unter strukturellen Verände­rungen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischem Wandel und geopolitischen Risiken. Dadurch hat sich die Wettbe­werbs­fähigkeit verschlechtert und die Exportentwicklung wurde vom globalen Wachstum entkoppelt. Zusätzlich dämpfen US‑Zölle, ein starker Euro und wachsende Konkurrenz aus China den Außenhandel. Die Brutto­anlage­investitionen werden voraussichtlich um 1,6 % stei­gen, Im‑ und Exporte um 1,6 % beziehungsweise 0,6 %. Die Bau­wirt­schaft dürfte sich leicht um 0,9 % erholen. Die Inflationsrate bleibt vermutlich mit 2,2 % stabil, und die Arbeitslosenquote verharrt wahr­scheinlich bei 6,3 %.34)

Der Ölpreis (Marke Brent) ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Er lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 68,4 US-Dollar je Barrel (2024: 79,7 US-Dollar je Barrel).35) Das ifo Institut rechnet mit einem schnellen Ende des Nahostkonflikts bei vorübergehendem Anstieg der Ölpreise in den Monaten März bis Mai auf durchschnittlich 80 US-Dollar je Barrel. Nach Beilegung des Konflikts sinken die Rohstoffpreise wieder zügig, ohne dabei allerdings die Niveaus vor Kriegsausbruch zu erreichen.36)

Die demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und im Flughafeneinzugsgebiet sprechen mittel- bis lang­fristig für eine steigende Verkehrsnachfrage. Laut Bevölkerungsvor­aus­berechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wächst die Einwohnerzahl Bayerns bis 2043 um 4,3 %. Besonders stark nimmt die Bevölkerung in der Region München zu: in der Landes­hauptstadt um 4,2 %, im Landkreis München um 2,2 %. Mehrere der am stärksten wachsende Landkreise liegen im direkten Flughafen­umfeld, etwa Landshut (+10,6 %), Dingolfing‑Landau (+9,6 %), Neuburg‑Schrobenhausen (+9,4 %) und Mühldorf am Inn (+9,3 %). Auch die Stadt und der Landkreis Augsburg verzeichnen mit +6,1 % beziehungsweise +9,4 % kräftige Zuwächse.37)

Der globale Passagierverkehr überschritt 2024 erstmals wieder das Niveau von 2019. 2025 stieg das Passagieraufkommen um 3,7 % auf 9,8 Milliarden Reisende. Für 2026 erwartete das ACI vor Ausbruch des Iran-Kriegs einen deutlichen Anstieg auf 10,2 Milliarden Passa­giere.38) Mit einem Brief an die Europäische Kommission vom 9. Ap­ril 2026 warnte der europäische Flughafenverband ACI Europe in­fol­ge der ausgelösten Energiekrise vor Kerosin-Knappheit, was zu Flugaus­fällen führen würde.39)

Prognostizierter Geschäftsverlauf

Die Luftfahrtindustrie ist wie andere Branchen von den Folgen des Nahostkonflikts betroffen. Einschränkungen von Lufträumen, stei­gende Ölpreise und in der Folge höhere Ticketpreise könnten, auch über die Dauer des Konflikts hinaus, zu einer Buchungszurück­hal­tung oder einer Umlenkung von Passagierströmen führen und sich negativ auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Flughafen München Konzerns im Geschäftsjahr 2026 auswirken.

Der Flughafen München geht davon aus, dass die Folgen des Nah­ostkonflikts die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns im Jahr 2026 in allen Geschäftsfeldern beeinflussen wird. Die Dauer der Belastungen ist aktuell nicht abschätzbar, da dies maßgeblich vom konkreten Verlauf des Konflikts und der Angebots- beziehungsweise Konsumentenreaktion abhängt.

Aktuell rechnet die Geschäftsführung mit einer rückläufigen Ver­kehrs­entwicklung gegenüber dem Geschäftsjahr 2025.

Neben der Auswirkung des Nahostkonflikts auf die Verkehrsent­wick­lung und der damit einhergehenden leicht rückläufigen Umsatzer­löse bei den Flughafenentgelten ist auch das Geschäftsfeld Com­mer­cial Activities mit dem Einzelhandel und den Gastronomie­ein­heiten leicht betroffen. Im Geschäftsfeld Real Estate wird dagegen ein hoher Anstieg aus der Vermietung von Büroflächen sowie zusätz­lichen Flächen im T1-Pier erwartet.

Dennoch rechnet der Flughafen München insgesamt mit Umsatz­erlösen auf Vorjahresniveau.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Verkehrssituation geht der Kon­zern davon aus, dass sich im Geschäftsjahr 2026 auch nach Umset­zung von umfangreichen Gegenmaßnahmen das Ergebnis vor Steu­ern (EBT) gegenüber dem Vorjahr verringern wird.

Um die Ertragslage und den operativen Cashflow zu stärken, werden sämtliche Ausgaben und Mittelabflüsse sowie Umsatzstei­gerungs­potenziale geprüft und mögliche Optimierungen umgesetzt.

Die Liquiditäts- und Finanzplanung unterliegt einem regelmäßigen Validierungsprozess. Mögliche Finanzierungs- und Investitionsbe­darfe werden identifiziert und bedarfsgerecht gedeckt. Die Liquidität im Prognosezeitraum ist gesichert. Geplante Investitions- und Auf­wandsmaßnahmen können in Hinblick auf vorgesehene Finan­zie­rungsmaßnahmen im Prognosezeitraum gegebenenfalls flexibel angepasst werden. Es ist sichergestellt, dass der Flughafen München jederzeit über die notwendige Liquidität verfügt.

Prognostizierte bedeutsamste finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren:

Prognostizierte bedeutsamste finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2025

2026

Ist

Prognose

von

bis

in %

in %

EBT (in TEUR)

146.656

 Rückgang

−50,0

0,0

CO₂-Einsparungen (in Tonnen)1)

4.368

Rückgang

−57,0

−47,0

Passagiererlebnisindex (PEI)2)

82,0

unverändert

0,0

0,0

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)3)

16,9

Rückgang

−14,0

0,0

  1. Zur Ermittlung der CO₂-Einsparungen, die durch den Austausch von Fahrzeugtypen erzielt werden, werden die durchschnittlichen Verbrauchswerte aus dem Jahr 2017 verwendet.

  2. Der Wert bezieht sich auf die Frage zur Gesamtzufriedenheit.

  3. Gültig für FMG und AE

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Insgesamt rechnet der Flughafen München mit einem einem Rück­­gang des EBT. Die genaue Ausprägung ist vor allem von der Intensität und der Dauer des Nahostkonflikts und deren Auswirkungen auf den Luftverkehr abhängig. Der Flughafen München bleibt damit voraus­sichtlich auch 2026 hinter dem Vorkrisenniveau (2019: TEUR 256.822) zurück.

CO₂-Einsparungen

Für 2026 wird eine vergleichbare Größenordnung bei den Energie­einsparungen prognostiziert. Die vorgesehenen Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, den Energieverbrauch elektrischer Anlagen weiter zu reduzieren. Allerdings werden die CO₂-Einsparungen auf­grund eines gesunkenen Emissionsfaktors für Strom geringer aus­fallen.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Der prognostizierte PEI steht für ein sehr hohes Ambitionsniveau. 2025 konnte ein Gesamtzufriedenheitswert von 82,0 trotz einer insgesamt sehr guten operativen Performance nur knapp erreicht werden. Für 2026 bedeutet dies, dass weiterhin erhebliche Anstren­gungen erforderlich sind, um das hohe Qualitätsniveau zu sichern.

Unfallhäufigkeitsrate (LTIF)

Aufgrund des wachsenden Luftverkehrs ist die Prognose der Unfall­häufigkeitsrate herausfordernd. Neben dem Personalaufbau und der damit verbundenen Erhöhung der geleisteten Arbeitsstunden plant der Flughafen München, die LTIF auf zusätzliche Tochtergesellschaf­ten auszuweiten.

Die Prognose der LTIF für 2026 berücksichtigt sowohl die tiefgrei­fenden Veränderungen als auch die erfahrungsgemäß hohe Volati­lität und damit verbundenen Schwankungen dieses Werts. Zu den Einflussfaktoren dieser Volatilität zählen variierende Wetterbedin­gungen, Personalfluktuation, Neueinstellungen und insbesondere der Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice.

Um die Unfallhäufigkeit nachhaltig zu reduzieren, wurde das Projekt zur Stärkung der Arbeitssicherheitskultur bei der AE fortgesetzt. Ziel ist es, das Bewusstsein für ein stets sicherheitsorientiertes Verhal­ten in den jeweiligen Arbeitssituationen bei allen Beschäftigten sys­tematisch zu entwickeln und zu schärfen, da die meisten Arbeits­unfälle durch unbewusst unsicheres Verhalten verursacht werden.

Chancen- und Risikobericht Zusammenfassung

Chancen

Der Flughafen München steht als internationales Luftverkehrs­dreh­kreuz im Wettbewerb mit anderen großen Verkehrsflughäfen. Für den Erhalt und Ausbau der Marktposition des Flughafens ist ein funk­tionelles und zielgerichtetes Chancenmanagement von zentraler Bedeutung. Dieses ist am Flughafen München integraler Bestandteil der Strategie- und Planungsprozesse.

Als Chancen werden künftige Entwicklungen und Ereignisse gesehen, die zu einer positiven Planungs- oder strategischen Zielabweichung führen können. Dabei werden sowohl externe (zum Beispiel Verän­derungen im Marktumfeld) als auch interne Chancen (zum Beispiel Pro­gramme zur Effizienzsteigerung) betrachtet.

Alle Bereichsleiter der FMG sowie die Geschäftsführer der Tochter- und Beteiligungsunternehmen sind dafür verantwortlich, Maßnah­men zur Chancennutzung abzuleiten und umzusetzen. Der Konzern­bereich Finanzen und Controlling unterstützt sie dabei. Darüber hinaus sind prinzipiell alle Mitarbeitenden der FMG in den Geschäfts­feldern und ihren Tochtergesellschaften dazu angehalten, im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Chancen zu identifizieren und an ihre Vorge­setzten zu melden.

Grundsätzlich strebt der Flughafen München ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an. Sofern es zum Zeit­punkt der Planung überwiegend wahrscheinlich war, dass eine Chance eintreten wird, wurde diese bereits in die Prognose 2026 beziehungsweise in die mittel- und langfristige Planung aufgenom­men. Die dargestellten Chancen konzentrieren sich deshalb auf künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für den Flug­hafen München positiven Abweichung von der Prognose und der mittel- und langfristigen Planung führen könnten.

Die Bewertung der Chancen orientiert sich an der Systematik der Risikobewertung. Der aus den Chancen resultierende wirtschaftliche Vorteil und die Eintrittswahrscheinlichkeit werden analog zu den betrachteten Risiken in die folgenden Kategorien eingeteilt:

Wirtschaftlicher Vorteil

Betrag in €

gering

1 bis 5 Mio.

mittel

5 bis 30 Mio.

hoch

30 bis 150 Mio.

sehr hoch

> 150 Mio.

Eintrittswahrscheinlichkeit

Prozentuale Intervalle

sehr gering

5 – 10 %

gering

10 – 25 %

mittel

25 – 50 %

hoch

> 50 %

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und finanziellen Auswirkungen, also der wirtschaftliche Vorteil, werden, anders als bei den Risiken, nicht separat ausgewiesen, sondern in den Chancenkategorien »hohe Relevanz« und »geringe Relevanz« zusammengefasst.

Da der Flughafen München mit teils sehr langen Planungszeiträu­men konfrontiert ist, erfolgt für die Chancen zusätzlich eine Angabe des Eintrittszeitpunkts in kurz-, mittel- oder langfristig.

Fristigkeit

Zeitraum

kurzfristig

< 2 Jahre

mittelfristig

2 – 5 Jahre

langfristig

> 5 Jahre

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich zum 31. Dezember 2025 mit der Aufnahme der Chance »Digitalisierung und künstliche Intelligenz« eine Änderung an der Strukturierung der identifizierten Chancen ergeben. Die inhaltliche Beschreibung der verbleibenden Chancen sowie deren Bewertung wurden grundsätzlich überarbeitet.

Übersicht Chancen am Flughafen München

Chancen

Bewertung

Eintrittszeitpunkt

Zusammenfassung der Maßnahmen

Marktentwicklung

hohe Relevanz

kurz-, mittel- und langfristig

  • intensive Airline-Akquise

  • Qualitätsmanagement

  • enge Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern (vor allem Airlines)

Schienenanbindung

hohe Relevanz

langfristig

  • intensiver Kontakt mit politischen Entscheidern und der Deutschen Bahn

  • Erstellung gemeinsamer Gutachten und Entwicklung weiterer Ideen mit den Mitgliedern der Taskforce Intermodalität

  • eigene Expertise im Bereich Schienenanbindung

Regulierung und Gesetzgebung

hohe Relevanz

langfristig

  • Verbandsarbeit

  • Nutzung der Expertise im Konzernbereich Kommunikation und Politik

Volkswirtschaftliche Entwicklung

hohe Relevanz

kurz- und mittelfristig

  • fortlaufende Beobachtung der globalen Wirtschaftsentwicklung 

  • Ableitung von Maßnahmen zur Chancennutzung in allen relevanten Geschäftsfeldern

Zins- und Wechselkursentwicklung

geringe Relevanz

kurz- und mittelfristig

  • intensive Beobachtung des Kapitalmarkts

Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (CO₂-Strategie)

geringe Relevanz

langfristig

  • Fokussierung auf lokale, regenerative Energieversorgung und Einführung emissionsreduzierender Technologien

Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen

geringe Relevanz

kurzfristig

  • intensive Nutzung der im Unternehmen vorhandenen Expertise

  • effiziente Ausrichtung sowie organisatorische Veränderungen

Internationales Geschäft

geringe Relevanz

mittel- bis langfristig

  • intensive Beobachtung relevanter Märkte

  • professionelle Kundenakquise

  • laufende Anpassung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios

Real Estate

geringe Relevanz

mittel- bis langfristig

  • intensive Beobachtung relevanter Märkte

  • professionelle Kundenakquise

Arbeitgeberattraktivität

geringe Relevanz

kurz- und mittelfristig

  • professionelles Arbeitgebermarketing

  • zielgruppenspezifisches Recruiting

Digitalisierung und künstliche Intelligenz

geringe Relevanz

mittel- bis langfristig

  • zielgerichtete Digitalisierungsstrategie

  • Nutzung und weiterer Aufbau der benötigten Expertise

Marktentwicklung

Entwicklungen bei den Fluggesellschaften sind von besonderer Be­deutung für das Verkehrsaufkommen an Flughäfen. Während der Corona-Pandemie bauten Airlines und Flughäfen Personal ab, Flug­zeugflotten wurden verkleinert. Mit dem Auslaufen der Pandemiebe­schränkungen zog die Nachfrage nach Flugreisen weiter stark an. Aus diesem Grund sind die Flugzeug- und Sitzplatzkapazitäten der Fluggesellschaften nach wie vor nicht ausreichend.

Das entstandene Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führte zu höheren Ticketpreisen. Sollten die Ticketpreise bei einer Entspannung der Lage wieder sinken, könnte ein überplanmäßiges Passagierwachstum die Folge sein. Die Deutsche Lufthansa hat ihre Flotte mittlerweile komplett reaktiviert. Sie hat sich zudem dafür entschieden, alle Maschinen vom Typ Airbus A380 in München zu stationieren. Sollte die Lufthansa-Gruppe zukünftig am Flughafen München mehr Maschinen als geplant stationieren, hätte dies einen unerwartet positiven Einfluss auf die Passagierzahlen und damit auf das Unternehmensergebnis.

Der Flughafen München betreibt ein intensives Qualitätsmanage­ment und ist einer von weltweit nur wenigen Fünf-Sterne-Flughäfen. Er verfügt über ein äußerst attraktives Einzugsgebiet sowohl hin­sichtlich geschäftlicher als auch privater Reisen und betreibt seit Jahren eine professionelle Airline-Akquise. Mit der Deutschen Luft­hansa hat der Flughafen München einen wichtigen Partner, der am Standort München ein Drehkreuz betreibt und auch zukünftig daran festhalten möchte. Darüber hinaus beruht die Zusammenarbeit auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperations­abkommen.

Sollte der Airline-Markt stärker wachsen als erwartet, hätte dies kurz- und mittelfristig eine überplanmäßige Ergebnisentwicklung zur Folge. Obwohl ein solches Szenario aufgrund der aktuellen Situation un­sicher erscheint, ist die daraus resultierende Chance aufgrund ihres Einflusses auf die weitere Unternehmensentwicklung mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Schienenanbindung

Insbesondere auf europäischer aber auch auf nationaler Ebene wird seit Längerem eine möglichst effiziente und damit ressourcenscho­nende Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger gefordert. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, vor allem die großen europäischen Drehkreuzflughäfen optimal an die Schieneninfrastruktur anzubin­den. Im Zusammenhang mit der intensiv geführten Klimaschutz­debatte hat dieses Thema in den letzten Jahren an Bedeutung ge­wonnen. Zudem gibt es zwischenzeitlich einen Beschluss der Euro­pä­ischen Union, dass Flughäfen mit einem jährlichen Aufkom­men von über zwölf Millionen Passagieren bis zum Jahr 2040 an das Fernbahnnetz angeschlossen werden müssen. 

Hinsichtlich der Schienenanbindung des Münchner Flughafens sind mit dem Erdinger Ringschluss, der Walpertskirchener Spange, der zweiten Stammstrecke in München sowie der Ausbaustrecke 38 München-Mühldorf-Freilassing/Salzburg mehrere Projekte in der konkreten Planung beziehungsweise Umsetzung. Sollte darüber hinaus eine adäquate Anbindung an das Fernbahnnetz erfolgen, könnte der Flughafen München effizient in ein künftiges multimoda­les Verkehrssystem integriert werden. Das Passagiereinzugsgebiet würde sich dadurch erweitern und damit eine überplanmäßige Er­gebnisentwicklung ermöglichen.

Für die Fernbahnanbindung laufen derzeit gemeinsam mit der Deut­schen Bahn, der Deutschen Lufthansa sowie dem Bayerischen Staats­ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr vorbereitende Untersu­chungen für die Aufnahme in den Prozess der Bundesverkehrs­wege­planung. In diesem Zusammenhang stellen die getroffenen Aussagen zum Ausbau des Schienennetzes im Koalitionsvertrag 2025 der neuen Bundesregierung eine Chance dar, die Schienenanbindung an den Münchner Flughafen umzusetzen. Laut Koalitionsvertrag sollen die deutschen Flughäfen ausgebaut und modernisiert werden, um die Kapazitäten zu erhöhen und die Effizienz zu verbessern.

Der Flughafen München verfügt über die nötige Expertise zu diesem Thema und steht in intensivem Kontakt mit regionalen und überre­gionalen Behörden sowie mit der Deutschen Bahn. Ziel ist es dabei, eine optimale Anbindung des Flughafens an das Fernbahnnetz zu realisieren, was einen erheblichen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringen würde. Die resultierende Chance ist langfristig mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Regulierung und Gesetzgebung

Der Luftverkehr ist ein historisch stark regulierter Markt. Dement­sprechend stellen Gesetze, Verordnungen und internationale Ab­kommen auch aktuell noch entscheidende Einflussfaktoren für den Luftverkehr dar. Die Einführung neuer und die Änderung bestehender Regulierungen kann Risiken, aber auch Chancen für die Marktakteure mit sich bringen.

Deutsche Flughäfen sind im internationalen Vergleich aufgrund von hohen staatlichen Steuern und Gebühren kostenseitig benachteiligt. Insbesondere die deutsche Luft­verkehrsabgabe sowie hohe Flug­sicherungs- und Sicherheitsgebühren haben aufgrund ihres natio­nalen Charakters wettbewerbsverzerrende Effekte im europäischen Luftverkehrsmarkt zur Folge. Dies führt dazu, dass Flugreisende aus grenznahen Gebieten vermehrt Flughäfen im Ausland als Abflugort wählen und Airlines Fluggeräte häufiger im Ausland einsetzen. Soll­ten die Steuern und Gebühren insgesamt sinken, könnten wettbe­werbsverzerrende Effekte reduziert werden. Dies könnte in der Folge das Verkehrsaufkommen am Flughafen München erhöhen.

Die Bundesregierung hat die Luftverkehrsabgabe zum 1. Mai 2024 letztmalig erhöht. Mittlerweile gibt es dagegen erheblichen politi­schen und gesellschaftlichen Widerstand. Daher plant die Bundes­regierung die letzte Erhöhung der Luftverkehrsabgabe zum 1. Juli 2026 zurückzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit für die oben dargestellte Entwicklung hat sich dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht.

In den letzten Jahren nahm die Diskussion über die Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums (Single European Sky) an Fahrt auf. Neben der Einführung einheitlich hoher Sicherheitsstan­dards ist das Ziel, die Luftraumkapazität zu erweitern und eine ökonomischere länderübergreifende Kooperation der nationalen Flugsicherungsorganisationen zu erreichen. Konkret geht es unter anderem darum, den Airlines wirtschaftlichere Flugrouten mit direk­ter Luftlinie zu ermöglichen. Durch effizientere Flugrouten könnte signifikant Kerosin eingespart und damit bis zu 10 % der CO₂-Emis­sionen vermieden werden. Während Letzteres einen positiven Image­gewinn für den Luftverkehr als Ganzes mit sich bringen könnte, würde sich Ersteres aufgrund der niedrigeren Kosten positiv auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirken. Es handelt sich bei Single European Sky allerdings um eine überaus komplexe Thematik, da sie die nationale Souveränität der einzelnen europäischen Staaten berührt. Mögliche Lösungsansätze müssen dementsprechend alle nationalen und europäischen Akteure in Zusammenarbeit und im Dialog mit der Industrie erarbeiten.

Um Chancen der Regulierung und Gesetzgebung adäquat zu ergrei­fen, nutzt der Flughafen München die Expertise des Konzernberei­ches Kommunikation und Politik und engagiert sich in verschiedenen Luftverkehrsverbänden, wie etwa dem BDL. Zentrales Ziel ist es dabei, wichtige Regulierungen für den Luftverkehrssektor mitzugestalten und wettbewerbsverzerrenden Effekten entgegenzuwirken.

Zusammenfassend betrachtet sind die Chancen aus Regulierung und Gesetzgebung aktuell mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Es besteht eine enge Verbindung zwischen dem weltweiten Wirt­schafts- und Luftverkehrswachstum. Aktuell belasten geopolitische Krisen und zunehmender Protektionismus die globale Konjunktur. Vor allem die derzeitige US-Handelspolitik mit zahlreichen Zöllen schwächt die Produktion und den Welthandel – besonders in der EU und in Deutschland als wichtigen US-Handelspartnern. Zudem führen Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und der demografische Wandel zu tiefgreifenden strukturellen Verände­rungen, auf die die deutsche Wirtschaft nur langsam reagiert. Der demografische Wandel, ein hoher Industrieanteil an der gesamt­wirtschaftlichen Wertschöpfung, Bürokratie sowie eine veraltete Infrastruktur verstärken die Herausforderungen. Prognosen gehen davon aus, dass diese Probleme auch künftig bestehen und die US-Handelspolitik unverändert bleibt. Ein stärkerer Euro, weiterhin hohe Energiekosten und zunehmende Konkurrenz aus China bremsen Industrie und Außenhandel zusätzlich. Die Unsicherheit der Ver­braucher schwächt den privaten Kon­sum, die Stimmung bei Konsu­menten und Unternehmen bleibt gedrückt. Das erwartete moderate Wachstum der kommenden Jahre wird vor allem durch fiskalpoli­tische Impulse aus dem Sondervermögen getragen. Die Inflation hat sich normalisiert, und die Geldpolitik ist weniger restriktiv als zuvor.

Protektionistische handelspolitische Praktiken haben zusätzlich zu ihrem Einfluss auf die ökonomische Entwicklung einen bremsenden Effekt auf die weltweite Luftverkehrsentwicklung, da diese stark vom Grad der Globalisierung der Weltwirtschaft abhängt. Zudem beein­trächtigen geopolitische Konflikte das Wachstum im Luftverkehr.

Trotz der derzeit vielfältigen und überwiegend negativen ökonomi­schen Einflussfaktoren besteht die Möglichkeit, dass sich die Wirt­schaft deutlich besser entwickelt als angenommen. Sollte die US-Administration beispielsweise überraschend protektionistische Maßnahmen zurücknehmen und verstärkt auf die Einhaltung ent­sprechender Handelsabkommen setzen, könnte dies das Wirt­schafts- und Luftverkehrswachstum deutlich beleben. Ebenso könnte eine Entspannung geopolitischer Konflikte oder eine schnellere Anpas­sung der deutschen Wirtschaft an strukturelle Veränderungen posi­tive Impulse liefern. Die Unternehmens- und Konsumentenstimmung könnte sich aufhellen und damit die gesamtwirtschaftliche Entwick­lung und den Luftverkehr stärken.

Unterschiedliche Unternehmensbereiche des Flughafens München beobachten intensiv alle weltweit relevanten Volkswirtschaften. So werden Potenziale für die verschiedenen Geschäftsfelder des Flug­hafens München erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Chancennutzung eingeleitet.

Die volkswirtschaftliche Entwicklung ist einer der zentralen Einfluss­faktoren für den Luftverkehr. Ein Wirtschaftswachstum, das das prognostizierte Ausmaß übersteigt, hätte dementsprechend einen deutlichen positiven Einfluss auf die Ergebnisentwicklung des Flug­hafens München. Die resultierende Chance ist daher mit »hoher Relevanz« zu bewerten.

Zins- und Wechselkursentwicklung

Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das Finanzergebnis des Flughafens München auswirken. Dem­entsprechend können Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen, die nicht auf Euro lauten, in die funktionale Währung des Konzerns (Euro) das Finanzergebnis positiv beeinflussen.

Im Einzelhandelsgeschäft am Flughafen München spielen internatio­nale Kunden von außerhalb der Eurozone aufgrund teilweise deutlich überdurchschnittlicher Retail-Ausgaben eine besondere Rolle. Interne Analysen haben ergeben, dass sich Schwankungen der Wechselkurse signifikant auf die Einzelhandelserlöse auswirken. Ein gegenüber den relevanten Fremdwährungen anhaltend niedriger Euro-Kurs bietet daher das Potenzial einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung.

Sollte das Zinsniveau stärker fallen als im Planungszeitraum ange­nommen, hätte dies einen positiven Effekt auf das EBT des Flug­hafens München.

Insgesamt ist die aus Zins- und Wechselkursentwicklungen entste­hende Chance aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation kurz- und mittelfristig betrachtet mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (CO₂-Strategie)

Der Flughafen München verfolgt das Klimaziel von Netto-Null-Emis­sionen bis 2035. Er strebt an, den von ihm beeinflussbaren C02-Foot­print durch eine Kombination von Reduktions- und Removal-Maß­nahmen im Verhältnis 90:10 auf Netto-Null-Emissionen zu senken. Dazu werden entsprechende Maßnahmen in den Themen­feldern Energieversorgung, flughafentechnische Anlagen, Gebäude und Fuhrpark umgesetzt. Die Zielerreichung ist mit Kosten verbunden. Im Bereich der erneuerbaren Energieerzeugung und der Energieein­sparung sind zunehmende Effizienzsteigerungen sowie verbesserte Leistungen zu verzeichnen. Sollte sich diese Entwicklung beschleu­nigen, so könnten die Kosten zur Erreichung des Klimaziels für den Flughafen München geringer sein als erwartet. Die Konzerneinheit Umwelt und der Servicebereich Technik sowie das strategische Nachhaltigkeitsmanagement des Flughafens beobachten diesbe­zügliche Trends.

Langfristig könnte eine überplanmäßige Ergebnisentwicklung damit einhergehen. Trotz sich ändernder politischer Anreiz- beziehungs­weise Sanktionsmechanismen ist die daraus resultierende Chance aufgrund des vergleichsweise geringen Ergebniseffekts mit »gerin­ger Relevanz« zu bewerten.

Interne Prozess- und Effizienzverbesserungen

Der Flughafen München nutzt kontinuierlich neue Möglichkeiten und Maßnahmen, um sich zukunftsfähig und effizient aufzustellen. Neben organisatorischen Optimierungen werden in der mittel- und lang­fristigen Planung weitere Effizienzsteigerungen unterstellt. Dabei werden – trotz des aktuell herausfordernden makroökonomischen Umfelds – ambitionierte Zielsetzungen festgelegt. Die Wahrschein­lichkeit einer deutlich überplanmäßigen Entwicklung ist als gering einzustufen. Die daraus resultierende Chance wird demnach mit »geringer Relevanz« bewertet.

Internationales Geschäft

Trotz der bestehenden Herausforderungen in der Luftverkehrsindus­trie agiert das internationale Geschäft des Flughafens München in einem Wachstumsmarkt: Das Passagieraufkommen soll sich nach Angaben der IATA von 2018 bis 2040 trotz des Einbruchs während der Corona-Pandemie verdoppeln, mit einer durchschnittlichen jährlichen globalen Wachstumsrate von 3,9 %. Gerade angesichts größer werdender Herausforderungen im deutschen beziehungs­weise europäischen Heimatmarkt ist die Bedeutung der internatio­nalen Diversifizierung für werthaltiges Wachstum des Flughafens München weiter relevant.

Dem internationalen Geschäft des Flughafens München bieten sich daher langfristige Wachstumsperspektiven für seine Management-, Beratungs- und Schulungsdienstleistungen für die Luftfahrtbranche.

International setzt sich der Trend fort, verstärkt private Unternehmen in das Management und den Betrieb von bisher durch die öffentliche Hand bewirtschafteten Flughäfen einzubinden. In den Bereichen Konzessionen und Professional Services hat sich der Flughafen München am Markt etabliert. Neue strategische Partnerschaften können die lokale Marktposition in wichtigen Zielmärkten stärken und eine positive Geschäftsentwicklung ermöglichen.

Der Flughafen München beobachtet hierzu intensiv alle relevanten Märkte und Entwicklungen, betreibt eine professionelle Kundenak­quise und passt das Produkt- und Dienstleistungsportfolio laufend den marktseitigen Anforderungen an. Sich ergebende Chancen können so optimal genutzt werden.

Mittel- und langfristig könnte eine damit verbundene überplanmä­ßige Ergebnisentwicklung einhergehen. Die daraus resultierende Chance ist allerdings aufgrund des vergleichsweise schwachen Ergebniseffekts mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Real Estate

Die aktuell großen ökonomischen, politischen und ökologischen Herausforderungen setzen Unternehmen in Deutschland unter einen hohen Innovations- und Kollaborationsdruck. Zudem haben sich durch die Pandemie große Veränderungen auf dem Arbeits­markt ergeben, die eine neue Ausgestaltung von Arbeitsstätten erfordern. Dies könnte weiterhin zu einem geänderten Bedarf vor allem an Kooperationsstandorten führen.

Der Flughafen München schafft mit seinem Projekt »LabCampus« ein neuartiges Innovationszentrum, das entsprechende Mietflächen bereitstellt und konzeptionell auf branchenübergreifende Zusam­menarbeit, gemeinsames Entwickeln, Testen, Präsentieren und Rea­lisieren ausgerichtet ist. Insbesondere durch die Unterzeichnung des Mietvertrages mit der TUM und der Ansiedlung des »TUM Convergen­ce Centers« ergeben sich neue Möglichkeiten der Kundengewinnung. Durch die Eröffnung einer Eventarena direkt neben dem LabCampus am Flughafen München ergeben sich auf lange Sicht weitere Chancen. Die Arena erhöht die Attraktivität des Areals für neue Kundengruppen aus dem Unterhaltungsbereich, was zu einer langfristig überplanmä­ßigen Ergebnisentwicklung führen könnte.

Der Flughafen München beobachtet intensiv alle relevanten Märkte und betreibt eine professionelle Kunden-Akquise, um sich am Markt ergebende Chancen optimal zu nutzen. Die resultierende Chance ist aufgrund des langfristigen Wirkungshorizonts aktuell mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Arbeitgeberattraktivität

Ein positives Image als Arbeitgeber ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Flughafens München. Trotz der anhaltend ange­spannten konjunkturellen Lage besteht in Deutschland ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Der Flughafen München hat in der öffentlichen Wahrnehmung ein gutes Arbeitgeberimage und bietet langfristige Perspektiven in einem attraktiven Arbeitsumfeld. Der Großteil der Konzernunternehmen bietet seinen Mitarbeitenden die Vorteile tariflich abgesicherter Arbeitsverhältnisse. Zahlreiche Angebote, unter anderem zur persönlichen Weiterentwicklung, zur Gesundheitsförderung oder für eine gutes Zusammenspiel von Beruf und Privatleben wie zum Beispiel ein Betriebskindergarten zeichnen den Flughafen München als Arbeitgeber aus.

Sollte es dem Flughafen München in den nächsten Jahren gelingen, seine Arbeitgeberattraktivität auf diesem hohen Niveau zu halten, kann dies die Ergebnisentwicklung auch überplanmäßig positiv be­einflussen. Personalkosten könnten durch eine starke Mitarbeiter­bindung und niedrige Krankenstände gesenkt und neue Erlösquellen durch den Einsatz geeigneter Arbeitskräfte erschlossen werden.

Der Flughafen München betreibt seit Langem ein professionelles Arbeitgebermarketing und intensives Recruiting, erarbeitet laufend Maßnahmen, um seine erfolgreiche Arbeitgebermarke weiter zu stärken und kann infolgedessen eine stetig wachsende Zahl an Bewerbungen verzeichnen. So können in diesem Bereich Chancen optimal genutzt werden.

Zusammenfassend betrachtet ist die Chance unverändert zum Vor­jahr mit »geringer Relevanz« zu bewerten.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz

Der Einsatz von digitalen Lösungen und KI birgt Chancen für die Ge­schäftsentwicklung des Flughafens München.

Der Flughafen München arbeitet aktuell an der Einführung fortschritt­licher digitaler Lösungen, wie etwa einem sogenannten »Data Lake« (zentraler Speicherort für große Datenmengen aus unterschiedlich­sten Quellen) und dem zielgerichteten Einsatz von KI. Langfristig er­geben sich dadurch erhebliche Potenziale der Kostenoptimierung, Qualitätsverbesserung und Umsatzsteigerung. Duch das Aufbrechen von Datensilos sowie die Vernetzung und Nutzbarmachung von Da­tenbeständen können zahlreiche Prozesse optimiert und neue inno­va­tive Lösungen entwickelt werden.

Eine präzisere Steuerung der Passagier-, Fracht- und Flugzeugab­fertigung erscheint in diesem Zusammenhang ebenso möglich wie eine weitere Optimierung der Einkaufs- und Sortimentsplanung im Einzelhandel und in der Gastronomie. Insbesondere sich wiederho­lende Tätigkeiten könnten automatisiert werden. Darüber hinaus könnte der Einsatz von KI innovative Produkt- und Serviceangebote hervorbringen und so den Umsatz pro Passagier steigern.

Sollte es dem Flughafen München gelingen, im Bereich Digitalisie­rung und KI eine Vorreiterrolle innerhalb der Flughafenbranche ein­zunehmen und dadurch die Kundenzufriedenheit und Wettbewerbs­fähigkeit weiter zu steigern, könnte dies auch positiv bei der Pas­sa­gier­entwicklung beitragen.

Der Flughafen München verfolgt eine zielgerichtete Digitalisierungs­strategie und hat in verschiedenen Unternehmensbereichen die not­wendige Expertise aufgebaut, um sich in diesen Bereich ergebende Chancen optimal zu nutzen.

Mittel- bis langfristig bieten die neuen Technologien somit das Potenzial einer überplanmäßigen Ergebnisentwicklung. Aufgrund bereits ambitionierter Planungen im IT- und Digitalisierungsbereich wird die entstehende Chance mit »geringer Relevanz« bewertet.

Risikomanagementsystem

Die Geschäftsführung der FMG und aller Tochter- und Beteiligungs­gesellschaften ist für die Früherkennung und Abwendung von Risiken, die den Fortbestand des Flughafens München und der Beteiligungen gefährden, verantwortlich. Die Konzernleitung trägt die Gesamtver­antwortung für ein effektives Risikomanagementsystem und legt mit der Definition und Kommunikation der Unternehmensstrategie und –ziele die wesentliche Grundlage dafür fest. Sie formuliert Vorgaben für den Prozess und die organisatorische Ausgestaltung des Risiko­managements.

Mit dem Risikomanagementsystem sollen Ereignisse und Entwick­lungen, die sich negativ auf die strategische und operative Zieler­reichung auswirken könnten, rechtzeitig erkannt und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden. Es werden alle Dimensionen der unternehmerischen Tätigkeit berücksichtigt.

Die allgemeinen Grundsätze des Risikomanagements im Konzern sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der beteiligten Mit­ar­beitenden regelt die Risikomanagementrichtlinie auf Basis des inter­national anerkannten Rahmenmodells »COSO ERM« (Commit­tee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission – Enterprise Risk Management).

Als Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsinstanz dient der Risikomanagementausschuss, der direkt der Geschäftsführung unterstellt ist. Er besteht aus der Geschäftsführung, der Leitung der Geschäftsbereiche Aviation und/oder Aviation Operation, Com­mercial Activities und Real Estate sowie der Leitung der Bereiche Recht, Gremien, Compliance und Umwelt, Finanzen und Controlling, Konzernsicherheit, People & Culture, Konzernentwicklung, Kommu­nikation und Politik, der IT sowie dem Risikomanager. Die Leitung Compliance sowie der Business Continuity Management (BCM)-Beauftragte können teilnehmen.

Aufgabe des Risikomanagementausschusses ist es, die Risiken aus Konzernperspektive zu analysieren und die Wirksamkeit von Gegen­maßnahmen zu überwachen. Er unterstützt bei der Entwicklung des Risikomanagementsystems sowie bei der Risikoidentifikation, -beur­teilung und -steuerung. Der Risikomanagementausschuss tagt vier­teljährlich und beschließt den Risikobericht für die Gesellschafter.

Der Risikomanagementprozess umfasst die nachfolgenden Schritte. Zur Unterstützung dieses Prozesses ist eine digitale Koordinations- und Kommunikationsplattform eingerichtet worden.

Identifikation und Kommunikation von Risiken

Alle Bereichsleitungen der FMG sowie die Geschäftsführung der Toch­ter- und Be­tei­li­gungs­unter­nehmen sind als Risikoverantwort­liche für die Identifikation und Bewertung von Risiken verantwortlich. Die Risikobetreuer übernehmen die Koordination, Verwaltung, Doku­mentation und Weitergabe aller risikorelevanten Informationen. Der Risikomanager prüft die Risikomeldungen der Bereiche auf Plau­si­bi­lität und Einhaltung der konzernweiten Standards zur Risikobe­wer­tung und fasst die Einzelmeldungen im System mittels einer Aggre­gation zusammen, überträgt diese dann unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit für den Flughafen München in den Risikobericht und berichtet vierteljährlich an den Risikomanagementausschuss und die Gesellschafter. Zudem besteht für erstmals identifizierte, exis­tenzgefährdende Risiken eine Ad-hoc-Berichtspflicht an die Ge­schäftsführung.

Als Grundlage für einen bewussten Umgang mit Risiken sind alle Mit­arbeitenden in das unternehmensweite Risikomanagement involviert. Alle Beschäftigte tragen die Verantwortung dafür, Gefahren im eige­nen Bereich zu melden.

Bewertung von Risiken

Die Risikobewertung ermöglicht es, festzustellen, in welchem Umfang die einzelnen Risiken die Erfüllung der Unternehmensziele und -stra­tegien gefährden und welche Risiken sich möglicherweise bestands­gefährdend auswirken können.

Dazu werden die Faktoren Schadenshöhe und Eintrittswahrschein­lichkeit/-häufigkeit in einer Risikomatrix dargestellt. Die Schadens­höhe beschreibt, mit welchem Ergebniseffekt bei Risikoeintritt zu rechnen ist. Die Eintrittswahrscheinlichkeit/-häufigkeit gibt an, wie sicher das Schadensereignis erwartungsgemäß eintreten wird. Zu­nächst erfolgt die Bewertung ohne Berücksichtigung von Maßnah­men zur Risikobegrenzung (Brutto-Risiken, siehe Abschnitt »Risi­ken«). Anschließend werden die Risiken nach Umsetzung von Gegen­maßnahmen bewertet (Netto-Risiken, siehe Abschnitt »Risiken«).

Risikohandhabung

Ausgehend von der Risikoanalyse werden im Einklang mit der Unter­nehmensstrategie und ökonomischen Aspekten geeignete Gegen­maßnahmen zur Risikohandhabung festgelegt. Zu den Strategien der Risikobewältigung zählen: kontrollieren, versichern, minimieren, eliminieren und abwälzen. Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, Gegenmaßnahmen zur Bewältigung von Risiken in dem jeweils betroffenen Bereich festzulegen und umzusetzen.

Risikoüberwachung

Der Risikomanager überwacht kontinuierlich die Effektivität im Hin­blick auf die Risikobeurteilung. Zudem erfolgt eine separate Über­wachung durch die interne Revision.

Compliance-Management-System

Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und inter­nationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Re­gelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konz­ernweites Compliance-Management-System eingerichtet.

Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäfts­führung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.

Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Risikomanagement und der Konzerneinheit Compliance statt.

Der im Mai 2022 implementierte Code of Conduct, der konzernweit einheitliche Grundsätze und Leitlinien für werte- und gesetzeskon­formes Verhalten festlegt, wurde 2025 aktualisiert. Darüber hinaus dient ab dem 1. Januar 2026 ein separater Geschäftspartnerkodex als Maßstab für alle Geschäftsbeziehungen mit Dritten.

Die Geschäftsführung befasst sich in einem fortlaufenden Prozess in kurzen Abständen mit dem Thema Compliance, der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Abständen unterrichtet.

Compliance-Risiken erkennen und minimieren

Die Konzerneinheit Compliance erstellt jährlich gemeinsam mit den Bereichen der FMG die Compliance-Risikoanalyse und führt sie mit den Compliance-Risikoanalysen der Tochter- und Beteiligungsge­sellschaften zusammen. Über die Ergebnisse werden die Geschäfts­führung und der Aufsichtsrat informiert. Die Bewertung der Compli­ance-Risiken erfolgt analog zum Risikomanagement.

Für 2025 bestehen nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen keine Compliance-Risiken mit hohem oder sehr hohem Schadens­potenzial und gleichzeitig mittlerer oder hoher Eintrittswahrschein­lichkeit.

Korruptionsprävention

Der Code of Conduct und die Geschenke- und Einladungsrichtlinie unterstützen die Geschäftsführung, Führungskräfte und Beschäf­tigten bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Darüber hinaus verweist der Code of Conduct auf wei­tere betriebsinterne Vorgaben, wie die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen oder die Beachtung des Datenschutzes und der Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergabe- und Ausschreibungsverfahren wird eine Verpflichtungserklärung der Anbieter, Korruption zu verhindern, gefordert, bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen.

Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für 2025 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt.

Kommunikation und Schulung

Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Geschäftsführung, der Führungskräfte und der Beschäftigten, um ein Compliance-Bewusstsein zu schaffen und so Verstöße zu verhindern. Alle Führungskräfte und Mitarbeitenden werden regelmäßig mit Informationen zum Thema Compliance ver­traut gemacht (im Intranet, Internet sowie über sonstige Kanäle). Zudem steht die Konzerneinheit Compliance als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die jährlich von den Fachbereichen durchzuführende Compliance-Unterweisung wird von diesen entsprechend dokumentiert.

Zudem müssen alle Führungskräfte und Beschäftigten einmal jähr­lich ein webbasiertes Compliance-Training verpflichtend absolvieren und mit einem Test erfolgreich abschließen. Führungskräfte erhalten zusätzliche Schulungen (»Check-in Compliance«/»Recurrent«), die eine externe Kanzlei gemeinsam mit der Konzerneinheit Compliance durchführt.

Interne Meldestelle bei Konzerneinheit Compliance

Bei der in der Konzerneinheit Compliance eingerichteten »Internen Meldestelle« können Führungskräfte und Beschäftigte des Flugha­fens München, Geschäftspartner und Kunden über ein internetba­siertes Hinweisgebersystem Compliance-Verstöße einschließlich Verstöße gegen das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz melden, dies auch in verschiedenen Sprachen und anonym. Daneben beste­hen weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch). Die Richtlinie Interne Meldestelle wurde im Dezember 2025 aktualisiert. Zusätzlich werden in den Ausschreibungs­unter­lagen interessierte Personen über die Möglichkeit zur Nutzung des Hinweisgebersystems, bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß, informiert.

Datenschutz

Der Flughafen München hat umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen getroffen. Die FMG sowie die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften haben Da­ten­schutzbeauftragte benannt, die die Beratungs- und Überwachungs­aufgaben gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wahrneh­men. Die Themen und Risiken der Fachbereiche werden entsprechend identifiziert und abgebildet.

Die 2024 umfassend überarbeitete konzernweite Datenschutz-Richtlinie, die 2025 evaluiert wurde, hat das Ziel, ein einheitliches und hohes Niveau für die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen sicherzustellen. Die Verantwortung für die Einhaltung des Daten­schutzes im Einzelnen liegt innerhalb der FMG dezentral bei den einzelnen Fachbereichen. Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaf­ten stellen die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen eigenver­antwortlich sicher.

Das Datenschutz-Team bei der Konzerneinheit Compliance unter­stützt die verantwortlichen Fachbereiche bei der Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorschriften. Dies erfolgt in Zusammen­arbeit mit dem Datenschutzbeauftragten der FMG, der organisa­to­risch in die Konzerneinheit Compliance eingebunden ist und seine Aufgaben gemäß Art. 39 DSGVO wahrnimmt. Die Datenschutz­ko­or­di­na­toren werden durch die Konzerneinheit Compliance in Zusam­men­arbeit mit dem Datenschutzbeauftragten geschult, informiert und beraten.

Risiken

Im Folgenden werden die Risiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Flughafens München ausüben könnten. Die Risiken werden jeweils vor (Übersicht Brutto-Risiken) und nach Berücksichtigung geeigneter Gegen­maß­nah­men (Übersicht Netto-Risiken) dargestellt.

Die Risikobetrachtung bezieht sich auf die wirtschaftliche Belastung im angegebenen Zeitraum. Zum 31. Dezember 2025 wurden für den Flughafen München folgende wesentliche Brutto-Risiken identifiziert:

Übersicht Brutto-Risiken

Brutto-Risikomatrix der Flughafen München GmbH: identifizierte Risiken vor Risikosteuerungsmaßnahmen, eingeordnet nach wirtschaftlicher Belastung (senkrecht) und Eintrittswahrscheinlichkeit (waagerecht). Belastungsstufen: gering (ab 1 Mio. €), mittel (ab 6 Mio. €), hoch (ab 30 Mio. €), sehr hoch (ab 150 Mio. €). Wahrscheinlichkeitsstufen: sehr gering (5–10 %), gering (über 10–25 %), mittel (über 25–50 %), hoch (über 50 %). Besetzte Felder: Sehr hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Anschlag auf den Luftverkehr beziehungsweise Terror am Standort; Großbrand. Sehr hohe Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: 98. Änderungsplanfeststellungsbeschluss. Hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Flugunfall; Naturkatastrophen; Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben; Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion; Markteinbruch durch Seuche beziehungsweise Krankheit. Hohe Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben; Cyber-Risiken; Verlust beziehungsweise Beeinträchtigung des Hubs sowie Einstellung beziehungsweise Reduzierung von Airlines. Mittlere Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Wasserschaden; Konjunktur. Mittlere Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: Ver- und Entsorgungseinrichtungen; gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Die Spalte mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 50 %) ist unbesetzt.
Brutto-Risikomatrix der Flughafen München GmbH: identifizierte Risiken vor Risikosteuerungsmaßnahmen, eingeordnet nach wirtschaftlicher Belastung (senkrecht) und Eintrittswahrscheinlichkeit (waagerecht). Belastungsstufen: gering (ab 1 Mio. €), mittel (ab 6 Mio. €), hoch (ab 30 Mio. €), sehr hoch (ab 150 Mio. €). Wahrscheinlichkeitsstufen: sehr gering (5–10 %), gering (über 10–25 %), mittel (über 25–50 %), hoch (über 50 %). Besetzte Felder: Sehr hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Anschlag auf den Luftverkehr beziehungsweise Terror am Standort; Großbrand. Sehr hohe Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: 98. Änderungsplanfeststellungsbeschluss. Hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Flugunfall; Naturkatastrophen; Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben; Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion; Markteinbruch durch Seuche beziehungsweise Krankheit. Hohe Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben; Cyber-Risiken; Verlust beziehungsweise Beeinträchtigung des Hubs sowie Einstellung beziehungsweise Reduzierung von Airlines. Mittlere Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Wasserschaden; Konjunktur. Mittlere Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: Ver- und Entsorgungseinrichtungen; gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Die Spalte mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 50 %) ist unbesetzt.

Zum 31. Dezember 2025 wurde das Risiko »Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr« neu aufgenommen. Dieses Risiko bündelt spezifi­sche Störaktionen wie Drohnenangriffe oder Blockaden durch Akti­vistengruppen, die in den vergangenen Jahren an Relevanz gewon­nen haben. Infolge dieser Neubewertung entfällt das im Vorjahr ausgewiesene Risiko »Drohnen«.

Das im Vorjahr aufgeführte Risiko hinsichtlich der Personalsituation ist 2025 unter die Risikotoleranzgrenze gesunken und wird damit nicht mehr berichtet.

Die aktuellen Entwicklungen im Nahostkonflikt nach dem 31. De­zem­ber 2025 und die hierdurch ausgelöste Energiekrise können negative Einflüsse auf Kostenentwicklungen und Kerosinversorgung in Europa haben, die zurzeit noch nicht absehbar sind. Zum jetzigen Zeitpunkt unterliegt die weitere Entwicklung des Nahostkonflikts und deren Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie einer hohen Unsicherheit und kann Auswirkungen auf die Bewertung der Risiken im Konzern haben. Das Risiko wird aktuell mit einer mittleren Eintrittswahr­scheinlichkeit und einer mittleren wirtschaftlichen Belastung ein­gestuft.

Risiken aus dem Eintritt von Ereignissen höherer Gewalt

Risiko

Beschreibung und Analyse

Gegenmaßnahme(n)

Naturkatastrophen

Langanhaltende und intensive Niederschläge verbunden mit Schneeschmelze und wassergesättigten Böden südlich von München bis zu den Alpen können entsprechende Hochwasserabflüsse in der Isar verursachen. Ein hierdurch bedingter Bruch der Isardämme sowie der Hochwasserschutzdeiche bei Freising könnte zu einer Überflutung im Flughafenbereich führen. Ebenso kann Starkregen zu Überflutungen führen. 

Untersuchungen haben ergeben, dass die bestehenden Hochwasserschutzdeiche im Einflussbereich des Flughafens bei intensiven Nieder­schlägen und Sturzfluten, welche bei entsprechenden Wetterlagen auftreten können, ausreichend sind. Weiterhin erfolgt laufend eine Ana­lyse beziehungsweise Entwicklung von Gegenmaßnahmen, um dauerhaft die Voraussetzungen für einen »Hochwasser-TÜV« zu erfüllen.

Dauerhaft überwacht der Flughafen München das Abwasserabflussgeschehen und führt Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaß­nahmen durch. Durch ein Krisen- und Risikomanagement am Flughafen München werden die Gegenmaßnahmen auf operativer Ebene verstärkt. Die Ereignisse Erdbeben, Sturm, Hagel und Hochwasser sind versichert.

Anschlag auf den Luftverkehr/Terror am Standort

Der Luftverkehr unterliegt einer Bedrohung durch terroristische Anschläge. Relevante Angriffsziele stellen hierbei Luftfahrzeuge und Infra­struktureinrichtungen dar. Neben Personen- und Sachschäden wäre als Folge zumindest kurzfristig mit einem Rückgang von Flug­be­we­gun­gen und Passagierzahlen sowie mit Reputationsschäden zu rechnen.

Zur Abwendung möglicher Störungen ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelas­se­ner Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ein stän­di­ger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.

Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben

Für Sicherheitsaufgaben in überlassenen Bereichen sind die Luftfahrtunternehmen verantwortlich. Luftfahrtunternehmen erfüllen in diesen Bereichen die gleiche Aufgabe wie Flughafenbetreiber, unterliegen jedoch nicht der gleichen Aufsichtsbehörde. Für den Flughafen München besteht das Risiko, dass im Rahmen von Inspektionen Mängel in überlassenen Bereichen aufgedeckt werden und dadurch der Flughafen insgesamt seinen Sicherheitsstatus verliert.

Fehlerhaftes Kontrollverhalten könnte zu Sach- und Personenschäden sowie einem Reputationsverlust führen.

Aktuell ist ein Tochterunternehmen der FMG mit der Wahrnehmung operativer Sicherheitsaufgaben in den überlassenen Bereichen beauftragt; dessen Leistungserbringung unterliegt einem regelmäßigen Monitoring durch die FMG. Darüber hinaus erfolgt ein gegenseitiger, intensiver Austausch mit den zuständigen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden.

Markteinbruch durch Seuche/Krankheit

Der Flughafen München ist Ein-, Aus- und Umsteigeplatz für Millionen von Flugreisenden und somit ein mögliches Einfallstor für Bakterien und Viren aus aller Welt. Der Ausbruch von Epidemien/Krankheiten kann zu Markteinbrüchen mit reduzierten Flugbewegungen und Pas­sa­gier­zahlen führen.

 

Der Flughafen München unterliegt dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften. Ebenso werden die von der European Union Aviation Safety Agency vorgegebenen Regeln, die regelmäßig durch die Aufsichtsbehörde geprüft werden, erfüllt.

Beispiele für Schutzmaßnahmen vor Ansteckung sind: berührungslose Zugänge und Armaturen, regelmäßige Hygiene­in­spek­tions­prü­fun­gen, Sicherheitsabstände sowie »eGates« zur berührungslosen Identifikation mittels Gesichtserkennungstechnologie.

Großbrand

Im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung von Terminals oder Infrastrukturanlagen durch einen Großbrand ist mit Sach- und Personen­schäden sowie bedeutenden und langfristigen Betriebsunterbrechungen zu rechnen.

Zur Minimierung des Großbrandrisikos ergreift der Flughafen München alle notwendigen Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Dazu betreibt er eine eigene Flughafenfeuerwehr. Die FMG hat eine Allgefahren-Versicherung für Sachschäden und Betriebs­unterbrechung abgeschlossen. Mögliche Haftpflichtansprüche Dritter sind über eine Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Flugunfall

Flugunfälle, ein Vogelschlag oder Schäden an Flugzeugen können zu Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen und Folgeschäden führen.

Zur Minimierung des Risikos unterhält der Flughafen München ein umfassendes Wildlife Hazard-Risiko-Management, eine Flughafenfeuer­wehr und einen medizinischen Dienst. Für die mögliche Beschädigung der Luftverkehrsinfrastruktur und Erlösausfälle durch eine Betriebs­unterbrechung besteht eine Allgefahren-Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Marktrisiken

Risiko

Beschreibung und Analyse

Gegenmaßnahme(n)

Verlust/Beeinträchti­gung Hub,
Einstellung/Redu­zierung Airlines

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind abgeklungen. Dies spiegelt sich in der steigenden Passagiernachfrage sowie einem Ange­bots­anstieg durch die Fluggesellschaften wider. Jedoch erholt sich der Luftverkehr in Deutschland wegen der hohen Standortkosten (im Wesentlichen Gebühren und Abgaben) langsamer als im internationalen Vergleich.

Dagegen hat bis heute der andauernde Ukraine-Konflikt nur geringe Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklung am Standort München.

Die Zusammenarbeit des Flughafens München mit der Deutschen Lufthansa beruht auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen.

Der Flughafen München bietet eine ausgezeichnete Verbindungsqualität und erreichte im Jahr 2025 in Europa Platz 8 für Hub-Connectivity im »Airport Industry Connectivity Report 2025« des ACI.

Konjunktur

Die Weltkonjunktur wird weiterhin durch vielfältige Krisen belastet. Die Verunsicherung der Wirtschaftsakteure bleibt hoch und die globale Nachfrage nach Industrieprodukten schwächelt. Die Weltwirtschaft expandiert nur moderat. Während das globale Wachstum voraussicht­lich hinter dem Vorjahr zurückbleiben wird, haben sich die Aussichten für Deutschland und den Euroraum leicht verbessert. Zudem erhöhen geschlossene Handelsabkommen, insbesondere zwischen der EU und den USA, die Planungssicherheit von Unternehmen. Nichtdestotrotz ist die weitere Entwicklung zu beobachten.

Die Reduzierung der Ausgaben mittels Kostensenkungs- und Personalmaßnahmen sowie das Verschieben von Investitionen haben die Folgen von Konjunktureinbrüchen gemindert.

Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit bestehen revolvierende Kreditlinien beziehungsweise können Darlehen am Kapitalmarkt aufgenommen werden.

Betriebliche Risiken

Risiko

Beschreibung und Analyse

Gegenmaßnahme(n)

Cyber-Risiken

Ständig neue technologische Entwicklungen und die weltweit zunehmende Gefahr von Cyber-Angriffen führen zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit von IT-Systemen und Netzwerken sowie Daten. Im Bereich Cyber-Kriminalität ist ein zunehmendes, abstraktes Gefahren­po­ten­zial vorhanden, das einer stetigen Beobachtung und Einschätzung bedarf. Ein Ausfall der IT für den Verkehrsbetrieb kann zu Betriebs­unter­brechungen führen. Dies hätte finanzielle Einbußen sowie Reputationsschäden zur Folge.

Maßnahmen zur Sicherstellung eines branchenüblichen Cyber-Sicherheitsniveaus werden kontinuierlich weiterentwickelt. Zur Abwendung einer Cybercrime-Attacke sind durch ein Informationssicherheitsmanagement und das laufende Cyber-Security-Programm strategische, technische und organisatorische Maßnahmen implementiert. Führungskräfte und Mitarbeitende erhalten zudem regelmäßig Schulungen. Zur Schadensreduzierung hat die FMG eine Versicherung gegen Cyber-Risiken abgeschlossen.

Wasserschaden

Ein Wasserschaden durch den Bruch oder die Beschädigung von Trink- oder Löschwasserhauptleitungen kann zu einem Ausfall von wich­tigen Infrastrukturanlagen für den Flugbetrieb führen. Zudem können Beschädigungen an Bestandsgebäuden entstehen.

Ferngesteuerte Notabschiebeeinrichtungen und zusätzliche Sicherungen der Rohrverbindungen begrenzen einen möglichen Schaden. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben

Für den Flughafen München gelten nationale und EU-weite Luftsicherheitsvorgaben, die unter anderem die Themenschwerpunkte Flug­hafen­sicherheit, Fluggast- und Handgepäckkontrollen, Luftfracht- und Luftpost- sowie Warenkontrollen umfassen. Sicherheitsvorgaben werden fortlaufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Daraus können für den Flughafen München sowohl prozessuale als auch infrastrukturelle Änderungen entstehen. Entsprechende finanzielle Belastungen wären die Folge.

Über Verbands- und Gremienarbeit versucht der Flughafen München, die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Durch eine frühzeitige Information über laufende Gesetzgebungsverfahren wird eine rechtzeitige Umsetzung der Sicherheitsauflagen gewährleistet. Zusätzliche, durch infrastrukturelle Änderungen entstandene Ausgaben werden in der Entgeltrahmenvereinbarung berücksichtigt.

Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion

Die Luftfahrtbehörden der EU führen Sicherheitsinspektionen an Flughäfen durch. Bei Nichterfüllen der Sicherheitsstandards und an­schlie­ßender Verfehlung des Nachaudits kann der Flughafen München seinen »Clean«-Status verlieren. Die Folgen wären eine Erhöhung der Sicherheitsauflagen, eine erhebliche Behinderung in den betrieblichen Prozessen, Wettbewerbsnachteile sowie ein Imageverlust. Die letzte Inspektion im Mai 2022 wurde erfolgreich bestanden.

Der Flughafen München führt ein durchgängiges und strenges Qualitätsmanagement zur Steuerung der Qualität aller Sicherheitsaspekte am Flughafen München durch. Die Qualitätskontrollen haben gezeigt, dass die getroffenen Gegenmaßnahmen sowie das konsequente Monitoring wirken, und in Theorie und Praxis sehr gut geschultes Personal eingesetzt wird.

Ver- und Entsorgungs­einrichtungen

Die unzureichende Verfügbarkeit von betriebsnotwendigen Medien wie Strom, Wärme, Kälte, Trink- und Löschwasser, Abwasser und Abfall kann zu Betriebsunterbrechungen und Reputationsschäden führen.

Jährliche und umfassende Tests sämtlicher Notfall- sowie Ersatzbetriebssysteme, Wartung und Instandhaltung, Netzredundanzen und Bevorratung sowie geeignetes Personal reduzieren das Risiko von Versorgungslücken. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr

Als zentraler Hub hat der Flughafen München eine hohe öffentliche und mediale Sichtbarkeit und ist somit ein mögliches potenzielles Ziel für Störaktionen. Das Risiko umfasst die Beeinträchtigung des Luftverkehrsbetriebs durch (politisch motivierte) Eingriffe wie Drohnen­an­griffe, Blockadeaktionen oder unbefugtes Eindringen in den Sicherheitsbereich. Diese Ereignisse können zu Verzögerungen, vorüber­ge­hen­den Betriebseinstellungen, Erlösausfällen und Reputationsschäden führen. Besonders kritisch wirken sich Störungen auf zeitkritische Prozesse wie das Rettungswesen aus, etwa bei notwendigen medizinischen Notlandungen.

Die Detektion und Abwehr von Drohnen ist eine hoheitliche Aufgabe und liegt somit nicht beim Flughafenbetreiber.

Die Konzernsicherheit des Flughafens München setzt auf ausreichend qualifiziertes Personal, moderne Sicherheitstechnik sowie einen engen und kontinuierlichen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Für drohnenbezogene Störereignisse verfügt die FMG über einen etablierten Notfallplan, der die Verfahrensabläufe bei Drohnensichtungen klar regelt. Die Bewertung der Lage und die ein­zu­lei­ten­den Schritte erfolgen dabei in enger Abstimmung mit den maßgeblichen Behörden – Landespolizei, Bundespolizei und Deutsche Flug­sicherung.

Rechtliche Risiken

Risiko

Beschreibung und Analyse

Gegenmaßnahme(n)

98. Änderungsplan­feststellungs­beschluss

Bedingt durch das politische Moratorium und die damit verbundene Verschiebung der Entscheidung zur Realisierung der dritten Start- und Landebahn sind alle bisher angefallenen Planungs- und Grunderwerbskosten kontinuierlich auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschreiben.

Ohne Kapazitätserweiterung durch den Bau der dritten Start- und Landebahn könnte es mittel- und langfristig zu Kapazitätsengpässen und zu einem signifikanten Unternehmenswertverlust kommen. Beeinflusst wird dieser vor allem durch ein Stagnieren beziehungsweise einen Rückgang des Verkehrsaufkommens und damit verbunden durch geringere Erlöse.

Das Moratorium wurde mit dem aktuellen Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode in Bayern bis 2028 verlängert.

Die Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vom 19. Februar 2014 und im Folgejahr durch das Bundesverwaltungsgericht hat eine Begrenzung der rechtlichen Risiken für die Projektumsetzung zur Folge. Das Luftamt Südbayern hat mit Bescheid vom 30. September 2024 bestätigt, dass die FMG mit der Durchführung des »Planfeststellungsbeschlusses für die Erweiterung des Verkehrsflughafens München durch Anlage und Betrieb einer dritten Start- und Landebahn nebst Nebenanlagen, Teilprojekten und Folgemaßnahmen« vom 05. Juli 2011, (98. ÄPFB) im Sinne von § 9 Abs. 3 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) begonnen hat. Der Bescheid wurde mit Urteil vom 30. Juli 2025 durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof erstinstanzlich bestätigt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dies hat zur Folge, dass der 98. ÄPFB nach § 9 Abs. 3 LuftVG nicht mehr mit Ablauf von zehn Jahren nach Eintritt von dessen Unanfechtbarkeit außer Kraft tritt.

Die bedarfsgerechte Erweiterung der luftseitigen Infrastruktur bleibt für den Flughafen München mittel- und langfristig ein zentrales strategisches Zukunftsprojekt.

Der Flughafen München ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäfts­tätigkeit mit unterschiedlichen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Diese können insbesondere zur Zahlung von Schadenersatz oder im Rahmen von Bauprojekten zu Änderungen der Leistungsvergütung führen. Darüber hinaus können weitere Rechtsstreitigkeiten einge­leitet oder bestehende Rechtsstreitigkeiten ausgeweitet werden. Neben den Sachverhalten, für die bereits bilanzielle Vorsorge getrof­fen wurde, erwartet der Flughafen München aus weiteren bekannten Fällen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage.

Bei ausländischen Tochtergesellschaften können sich im Rahmen der Beratung von anderen Flughäfen und des Betriebs von Terminals insbesondere Risiken aus der Übernahme der operativen Betriebs­verantwortung im Ausland ergeben. Flughafenbetreiberprojekte haben lange Laufzeiten und unterliegen allgemeinen volkswirtschaft­lichen und unternehmensspezifischen Risiken – von der zukünftigen Luftverkehrsentwicklung bis hin zum veränderten Konsumverhalten der Flugreisenden. Aus Gründen der Risikominimierung arbeitet der Flughafen München daher mit lokalen Partnern zusammen, die über Erfahrungen hinsichtlich der jeweiligen landestypischen Bestimmun­gen und Gegebenheiten verfügen. Um vor allem Haftungsrisiken für den Flughafen München zu begegnen, wurden im Ausland lokale Ge­sellschaften mit beschränkter Haftung gegründet, die als selbst­ständige Einheiten und als lokale Auftragnehmer agieren. Ebenso können Risiken durch unvorhergesehene behördliche Eingriffe in die Tarif-, Steuer- und Abgabenstruktur der Flughäfen oder auch durch vertragliche Verletzungen zum Nachteil der Flughafenbetreiber entstehen.

Ein allgemeines Risiko besteht auch aus (Betriebs-)Prüfungen durch Steuerbehörden.

 

Finanzrisiken

Für die nachfolgend aufgeführten Brutto-Finanzrisiken lag die er­wartete wirtschaftliche Belastung zum 31. Dezember 2025 unter der Meldegrenze. Sie gingen daher nicht in die Risikoberichterstattung ein. Die Überwachung und Steuerung dieser Risiken sind Aufgabe des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements.

Finanzrisiken

Risiko

Beschreibung und Analyse

Gegenmaßnahme(n)

Währungsrisiken

Wenn geplanten Umsätzen in Fremdwährungen keine entsprechenden währungskongruenten Ausgaben gegenüberstehen, ergeben sich Währungsrisiken.

Nettowährungsrisikopositionen sichert der Flughafen München mit Devisentermingeschäften ab.

Kredit- und Bonitätsrisiken

Kredit- und Bonitätsrisiken entstehen vor allem aus kurzfristigen Geldanlagen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Geldanlagen erfolgen nur bei (in der Regel deutschen) Kreditinstituten, die einer entsprechenden Einlagensicherung unterliegen.

Zum Management von Bonitätsrisiken gehören eine Bonitätsprüfung der Kunden, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. In Abhängigkeit von der Bonität werden bestimmte Aufträge nur gegen Vorauszahlung oder Stellung von Sicherheiten in Form von Bürgschaften erbracht.

Zinsänderungsrisiko

Zinsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen, sofern die Zinsen steigen.

Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mit Zinspayer-Swaps.

Vor dem Hintergrund der sich aktuell verändernden Rahmenbedingungen werden Strategien zur Begrenzung der mittelfristigen Zinsrisiken geprüft.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können sich aus der Kreditvergabepraxis der Banken und geänderten Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Der Flughafen München überwacht im Rahmen der langfristigen Wirtschaftsplanung und der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung das Risiko.

Zur Sicherstellung der Liquidität verfügt der Flughafen München über ein Liquiditätsmanagement. Die Liquiditätsplanung berücksichtigt dabei das laufende Geschäft, die Investitionen sowie die Finanzierungsaspekte für den gesamten Konzern. Ferner wird darauf geachtet, dass der Zugang zum Kredit- und Kapitalmarkt gewährleistet ist.

Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, werden auf Basis einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten.

Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen verbleiben folgende Netto-Risiken:

Übersicht Netto-Risiken

Netto-Risikomatrix der Flughafen München GmbH: verbleibende Risiken nach Anwendung aller Risikosteuerungsmaßnahmen, eingeordnet nach wirtschaftlicher Belastung (senkrecht) und Eintrittswahrscheinlichkeit (waagerecht). Belastungsstufen: gering (ab 1 Mio. €), mittel (ab 6 Mio. €), hoch (ab 30 Mio. €), sehr hoch (ab 150 Mio. €). Wahrscheinlichkeitsstufen: sehr gering (5–10 %), gering (über 10–25 %), mittel (über 25–50 %), hoch (über 50 %). Besetzte Felder: Sehr hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Anschlag auf den Luftverkehr beziehungsweise Terror am Standort. Sehr hohe Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: 98. Änderungsplanfeststellungsbeschluss. Hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Naturkatastrophen; Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben; Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion; Verlust beziehungsweise Beeinträchtigung des Hubs sowie Einstellung beziehungsweise Reduzierung von Airlines; Markteinbruch durch Seuche beziehungsweise Krankheit. Hohe Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben. Mittlere Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Cyber-Risiken; Konjunktur. Mittlere Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Die Spalte mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 50 %) ist unbesetzt. Im Vergleich zur Brutto-Matrix sind Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße durch gezielte Gegenmaßnahmen deutlich reduziert.
Netto-Risikomatrix der Flughafen München GmbH: verbleibende Risiken nach Anwendung aller Risikosteuerungsmaßnahmen, eingeordnet nach wirtschaftlicher Belastung (senkrecht) und Eintrittswahrscheinlichkeit (waagerecht). Belastungsstufen: gering (ab 1 Mio. €), mittel (ab 6 Mio. €), hoch (ab 30 Mio. €), sehr hoch (ab 150 Mio. €). Wahrscheinlichkeitsstufen: sehr gering (5–10 %), gering (über 10–25 %), mittel (über 25–50 %), hoch (über 50 %). Besetzte Felder: Sehr hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Anschlag auf den Luftverkehr beziehungsweise Terror am Standort. Sehr hohe Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: 98. Änderungsplanfeststellungsbeschluss. Hohe Belastung, sehr geringe Wahrscheinlichkeit: Naturkatastrophen; Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben; Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion; Verlust beziehungsweise Beeinträchtigung des Hubs sowie Einstellung beziehungsweise Reduzierung von Airlines; Markteinbruch durch Seuche beziehungsweise Krankheit. Hohe Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben. Mittlere Belastung, geringe Wahrscheinlichkeit: Cyber-Risiken; Konjunktur. Mittlere Belastung, mittlere Wahrscheinlichkeit: gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Die Spalte mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 50 %) ist unbesetzt. Im Vergleich zur Brutto-Matrix sind Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße durch gezielte Gegenmaßnahmen deutlich reduziert.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Für den Flughafen München ist es wichtig, sich ihm bietende Chancen aktiv zu nutzen, um durch ein stetiges Wachstum seine Position am Markt zu sichern und weiter zu verbessern. Aber auch Risiken recht­zeitig zu erkennen und ihnen systematisch entgegenzuwirken, ist ein zentrales Ziel des Flughafens München.

So wird jedes Jahr die aktuell erwartete Wirkung möglicher Ereignisse und Entwicklungen bereits in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Die berichteten Chancen und Risiken sind als über das prognostizierte Unternehmensergebnis hinausgehende potenzielle Abweichungen definiert. Der Flughafen München konsolidiert und aggregiert die von den Unternehmensbereichen und Konzerngesellschaften gemelde­ten Risiken und berichtet sie vierteljährlich an die Geschäfts­führung und Gesellschafter. Chancen werden in Zusammenarbeit mit dem Konzernbereich Finanzen und Controlling identifiziert und gesteuert.

Aus dem konzernweiten Risikomanagementsystem und nach Ein­schätzung der Geschäftsführung waren im aktuellen Prognosezeit­raum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Flughafens München gefährden. Die Geschäfts­führung ist davon überzeugt, dass der Zugang zu Liquidität zur Deckung des Finanzierungsbedarfs wie im Vorjahr möglich ist. Die grundsätzliche Ertragskraft des Flughafens München mit den diversifizierten Geschäftsfeldern bildet eine solide Grundlage, um die Chancen für die zukünftige Geschäftsentwicklung zu nutzen und die hierfür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Der Flughafen München weist darauf hin, dass verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

München, den 21. April 2026

Jost Lammers
Dr. Jan-Henrik Andersson
Thomas Hoff Andersson

  1. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 5, 6, 8; Kiel Institut für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte Nr. 128 (2025 | Q4), Dezember 2025, S. 10, 12

  2. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 6, 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 33

  3. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 6, 8; Sachverständigenrat der Bundesregierung, Jahresgutachten 2025/26, November 2025, S. 35

  4. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 6, 8

  5. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 12, 16, 20

  6. ifo Institut, Konjunkturprognose Winter 2025, Dezember 2025, S. 8

  7. ifo Institut, Konjunkturprognose Frühjahr 2026, 12. März 2026

  8. Bayerisches Landesamt für Statistik, Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2043, Mai 2025, S. 20 f.

  9. ACI World, Global air travel forecasted to reach 9.8 billion passengers in 2025, nearing the historic 10 billion milestone, September 2025; https://aviationweek.com/air-transport/airports-networks/aci-world-projects-2025-global-passenger-traffic-hit-98b

  10. www.airliners.de: ACI Europe fordert EU-Notfallplan gegen drohenden Kerosinmangel