Flughafen München

Integrierter Bericht 2025

Lärmschutz: möglichst geringe Belastung

Die wesentlichen Regeln für den Luftverkehr finden sich auf interna­tionaler Ebene. Unter dem Dach der Vereinten Nationen beschäf­tigt sich die ICAO mit der Reduzierung von Fluglärm. Unabhängig davon ist unser zentrales Anliegen, die Belastungen durch Fluglärm für Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering zu halten. Das geschieht unter anderem durch technologische, betriebliche und finanzielle Maßnahmen.

Broschüre »Fluglärm und Fluglärmschutz«

Technologische Maßnahmen Zusammenfassung

Fluglärmüberwachung: stationär und mobil 

Die Grundlage für alle Maßnahmen ist ein umfassendes und moder­nes Monitoring: An 16 ortsfesten Lärmmessstellen überwachen wir kontinuierlich den Fluglärm in der Flughafenregion. Die gemessenen Lärmpegel sind in Echtzeit im Internet abrufbar, ebenso alle Ergeb­nisse für einzelne Monate und Jahre in statistischer Form. 2025 la­gen die Lärmpegel trotz des weiteren Wachstums des Flugverkehrs auf dem Niveau des Vorjahres.

Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen der FMG

Karte der Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen rund um den Flughafen München. An 16 ortsfesten Messstellen in der Flughafenregion überwacht der Flughafen München kontinuierlich den Fluglärm. Die Karte zeigt außerdem die Start- und Landerichtungen des Flugverkehrs. 2025 lagen die Lärmpegel trotz des weiteren Wachstums des Flugverkehrs auf dem Niveau des Vorjahres.
Karte der Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen rund um den Flughafen München. An 16 ortsfesten Messstellen in der Flughafenregion überwacht der Flughafen München kontinuierlich den Fluglärm. Die Karte zeigt außerdem die Start- und Landerichtungen des Flugverkehrs. 2025 lagen die Lärmpegel trotz des weiteren Wachstums des Flugverkehrs auf dem Niveau des Vorjahres.

Zusätzlich betreiben wir mobile Lärmmessstellen, um auf Antrag der Kommunen Fluglärm auch in Ortschaften ohne stationäre Messstelle messen zu können. Im Berichtsjahr führten wir solche Messungen in den Gemeinden Röhrmoos, Haimhausen und Kumhausen durch.

Messergebnisse in Echtzeit
Aktiv gegen Fluglärm 

Weniger Lärm im Umland durch moderne Flugzeuge 

Am Flughafen München sind immer mehr Flugzeuge mit niedrigeren Lärmpegeln stationiert. Als das umweltfreundlichste Langstrecken­flugzeug der Welt gilt der Airbus A350. Es verursacht im Vergleich zu seinem Vorgänger, der A340, deutlich niedrigere Lärmpegel: beim Start bis zu 7 dB(A) weniger und bei der Landung bis zu 3 dB(A) weniger. Dies führt unmittelbar zu einer geringeren Fluglärmbelast­ung im Umfeld des Flughafens. Die Lufthansa betreibt am Münchner Airport inzwischen 25 dieser spritsparenden und emissionsarmen Langstreckenflugzeuge.

Der technologische Fortschritt der Luftfahrt hat viel bewirkt: Der Fluglärm am Flughafen München entwickelte sich in den vergange­nen Jahrzehnten deutlich entkoppelt vom Wachstum des Luftver­kehrs. Die Anzahl der Maximalpegel über 80,5 dB(A) ging im Laufe der Jahrzehnte zurück. Besonders stark sank die Zahl der Maximal­pegel über 90,5 dB(A). Während in den 1990er-Jahren jährlich noch bis zu rund 500 dieser hohen Pegel gemessen wurden, liegen die Jahreswerte inzwischen im niedrigen zwei- bis sogar einstelligen Bereich. Im selben Zeitraum hat sich die Anzahl der Flugbewegungen am Flughafen München verdoppelt, die der Passagiere sogar nahezu vervierfacht.

Entwicklung der Lärmkonturen

Kombinationsdiagramm zur Entwicklung von Fluglärm und Verkehr am Flughafen München, 1993 bis 2025. Die Balken (linke Achse) zeigen die Anzahl der Maximalpegel über 90,5 dB(A) pro Jahr an den stationären Messstellen; zwei Linien (rechte Achse) zeigen die Flugbewegungen (in 10.000) und die Passagiere (in Millionen). Die Zahl der lauten Maximalpegel ging stark zurück: In den 1990er Jahren wurden jährlich noch bis zu rund 500 gemessen, zuletzt liegen die Jahreswerte im niedrigen zwei- bis einstelligen Bereich. Flugbewegungen und Passagierzahlen stiegen im selben Zeitraum deutlich (Passagiere bis rund 48 Millionen im Jahr 2019), brachen 2020 pandemiebedingt ein und erholten sich bis 2025 weitgehend. Die lauten Lärmereignisse nahmen also ab, obwohl der Flugverkehr insgesamt wuchs.
Kombinationsdiagramm zur Entwicklung von Fluglärm und Verkehr am Flughafen München, 1993 bis 2025. Die Balken (linke Achse) zeigen die Anzahl der Maximalpegel über 90,5 dB(A) pro Jahr an den stationären Messstellen; zwei Linien (rechte Achse) zeigen die Flugbewegungen (in 10.000) und die Passagiere (in Millionen). Die Zahl der lauten Maximalpegel ging stark zurück: In den 1990er Jahren wurden jährlich noch bis zu rund 500 gemessen, zuletzt liegen die Jahreswerte im niedrigen zwei- bis einstelligen Bereich. Flugbewegungen und Passagierzahlen stiegen im selben Zeitraum deutlich (Passagiere bis rund 48 Millionen im Jahr 2019), brachen 2020 pandemiebedingt ein und erholten sich bis 2025 weitgehend. Die lauten Lärmereignisse nahmen also ab, obwohl der Flugverkehr insgesamt wuchs.

Betriebliche Maßnahmen Zusammenfassung

Lärmorientierte Grundentgelte: je leiser, desto günstiger 

Damit Airlines vom Einsatz leiser Flugzeuge profitieren, zahlen sie für diese geringere Entgelte als für laute Flugzeuge. Zur Berechnung gibt es 13 verschiedene Lärmklassen. Grundlage sind die am Flug­hafen gemessenen Lärmwerte. Außerdem ist es teurer, nachts zu fliegen als am Tag: Je nach Uhrzeit fallen Zuschläge auf das lärm­orientierte Grundentgelt an. 2025 erfüllte bereits mehr als die Hälfte aller Flugbewegungen am Flughafen München die strengsten Vorgaben des sogenannten »Kapitel 14« gemäß Lärmzertifizierung der ICAO.

Flugzeugtypenmix am Flughafen München

Gestapeltes Säulendiagramm zum Flugzeugtypenmix am Flughafen München nach ICAO-Lärmkategorien, Anteile in Prozent, 2015 bis 2025. Vier Kategorien von der strengsten Kategorie Kapitel 14 über Kapitel 4 und Kapitel 3 bis zum Rest. Anteile Kapitel 14 / Kapitel 4 je Jahr: 2015 22 % / 75 %; 2016 26 % / 71 %; 2017 30 % / 68 %; 2018 33 % / 65 %; 2019 33 % / 65 %; 2020 36 % / 60 %; 2021 42 % / 54 %; 2022 44 % / 53 %; 2023 50 % / 48 %; 2024 50 % / 48 %; 2025 55 % / 43 %. Kapitel 3 und Rest machen zusammen nur wenige Prozent aus. Der Anteil der leisesten Kategorie Kapitel 14 stieg damit stetig, und 2025 erfüllte bereits mehr als die Hälfte aller Flugbewegungen die strengsten Vorgaben des „Kapitel 14“ gemäß ICAO-Lärmzertifizierung.
Gestapeltes Säulendiagramm zum Flugzeugtypenmix am Flughafen München nach ICAO-Lärmkategorien, Anteile in Prozent, 2015 bis 2025. Vier Kategorien von der strengsten Kategorie Kapitel 14 über Kapitel 4 und Kapitel 3 bis zum Rest. Anteile Kapitel 14 / Kapitel 4 je Jahr: 2015 22 % / 75 %; 2016 26 % / 71 %; 2017 30 % / 68 %; 2018 33 % / 65 %; 2019 33 % / 65 %; 2020 36 % / 60 %; 2021 42 % / 54 %; 2022 44 % / 53 %; 2023 50 % / 48 %; 2024 50 % / 48 %; 2025 55 % / 43 %. Kapitel 3 und Rest machen zusammen nur wenige Prozent aus. Der Anteil der leisesten Kategorie Kapitel 14 stieg damit stetig, und 2025 erfüllte bereits mehr als die Hälfte aller Flugbewegungen die strengsten Vorgaben des „Kapitel 14“ gemäß ICAO-Lärmzertifizierung.

Nachtflugregelung  

Die Nachtflugregelung schränkt den Flugbetrieb in der Nacht deutlich ein. Die Regelung sieht beispielsweise ein Lärmkontingent vor, das die Anzahl der Bewegungen sowie die jeweilige Art und Größe der Flugzeuge berücksichtigt. 2025 wurde das Lärmkontingent am Flughafen München zu 53 Prozent ausgenutzt. Der durchschnittliche nächtliche Dauerschallpegel an der Schutzgebietsgrenze lag dabei unter dem erlaubten Wert von 50 dB(A).

Nachtflugregelung

Lärmaktionsplan für den Flughafen München 

Die Regierung von Oberbayern hatte unter Beteiligung der Öffentlich­keit und der betroffenen Gemeinden bereits Ende 2021 einen Lärm­aktionsplan für den Flughafen München veröffentlicht. Dieser stellt zahlreiche bereits realisierte Maßnahmen zur Minderung des Flug­lärms im Umfeld des Airports dar. Mit der Lärmaktionsplanung setzt die Regierung die Richtlinie der EU über die Bewertung und Bekämpf­ung von Umgebungslärm für den Flughafen München um. Im Jahr 2023 hat die Regierung von Oberbayern den Lärmaktionsplan zuletzt überprüft und befunden, dass eine Überarbeitung aktuell nicht erfor­derlich ist.

Lärmaktionsplanung 

Finanzielle Maßnahmen Zusammenfassung

Passiver Schallschutz: Service der FMG 

Seit 1992 hat die FMG insgesamt 62 Millionen Euro in Schallschutz­maßnahmen investiert und in Gebäuden im Umland rund 21.000 Schall­schutzfenster und rund 20.000 Lüfter eingebaut. Im Rahmen des Serviceprogramms »Gießharzscheiben« wurde in über 150 Fäl­len auf freiwilliger Basis mangelhaftes Schallschutzglas in solchen Fenstern ausgetauscht, die wir in früheren Schallschutz­programmen finanziert hatten. Dieses Serviceprogramm ist Ende 2025 ausgelaufen.

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat mit dem Verfahren zur Ausweisung des Lärmschutzbereichs für den Flughafen München nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm begonnen. Die FMG hat dazu nach Aufforderung des Ministeriums Daten über Art und Umfang des voraussehbaren Flugbetriebs für das Prognosejahr 2033 vorgelegt. Infolgedessen wird im öffentlichen Verfahren der Lärmschutzbereich festgesetzt und geprüft, ob sich Veränderungen beim Schallschutz oder neue Betroffenheiten ergeben.