Lärmschutz: möglichst geringe Belastung
Die wesentlichen Regeln für den Luftverkehr finden sich auf internationaler Ebene. Unter dem Dach der Vereinten Nationen beschäftigt sich die ICAO mit der Reduzierung von Fluglärm. Unabhängig davon ist unser zentrales Anliegen, die Belastungen durch Fluglärm für Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering zu halten. Das geschieht unter anderem durch technologische, betriebliche und finanzielle Maßnahmen.
Broschüre »Fluglärm und Fluglärmschutz«
Technologische Maßnahmen Zusammenfassung
Fluglärmüberwachung: stationär und mobil
Die Grundlage für alle Maßnahmen ist ein umfassendes und modernes Monitoring: An 16 ortsfesten Lärmmessstellen überwachen wir kontinuierlich den Fluglärm in der Flughafenregion. Die gemessenen Lärmpegel sind in Echtzeit im Internet abrufbar, ebenso alle Ergebnisse für einzelne Monate und Jahre in statistischer Form. 2025 lagen die Lärmpegel trotz des weiteren Wachstums des Flugverkehrs auf dem Niveau des Vorjahres.
Zusätzlich betreiben wir mobile Lärmmessstellen, um auf Antrag der Kommunen Fluglärm auch in Ortschaften ohne stationäre Messstelle messen zu können. Im Berichtsjahr führten wir solche Messungen in den Gemeinden Röhrmoos, Haimhausen und Kumhausen durch.
Messergebnisse in Echtzeit
Aktiv gegen Fluglärm
Weniger Lärm im Umland durch moderne Flugzeuge
Am Flughafen München sind immer mehr Flugzeuge mit niedrigeren Lärmpegeln stationiert. Als das umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug der Welt gilt der Airbus A350. Es verursacht im Vergleich zu seinem Vorgänger, der A340, deutlich niedrigere Lärmpegel: beim Start bis zu 7 dB(A) weniger und bei der Landung bis zu 3 dB(A) weniger. Dies führt unmittelbar zu einer geringeren Fluglärmbelastung im Umfeld des Flughafens. Die Lufthansa betreibt am Münchner Airport inzwischen 25 dieser spritsparenden und emissionsarmen Langstreckenflugzeuge.
Der technologische Fortschritt der Luftfahrt hat viel bewirkt: Der Fluglärm am Flughafen München entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich entkoppelt vom Wachstum des Luftverkehrs. Die Anzahl der Maximalpegel über 80,5 dB(A) ging im Laufe der Jahrzehnte zurück. Besonders stark sank die Zahl der Maximalpegel über 90,5 dB(A). Während in den 1990er-Jahren jährlich noch bis zu rund 500 dieser hohen Pegel gemessen wurden, liegen die Jahreswerte inzwischen im niedrigen zwei- bis sogar einstelligen Bereich. Im selben Zeitraum hat sich die Anzahl der Flugbewegungen am Flughafen München verdoppelt, die der Passagiere sogar nahezu vervierfacht.
Betriebliche Maßnahmen Zusammenfassung
Lärmorientierte Grundentgelte: je leiser, desto günstiger
Damit Airlines vom Einsatz leiser Flugzeuge profitieren, zahlen sie für diese geringere Entgelte als für laute Flugzeuge. Zur Berechnung gibt es 13 verschiedene Lärmklassen. Grundlage sind die am Flughafen gemessenen Lärmwerte. Außerdem ist es teurer, nachts zu fliegen als am Tag: Je nach Uhrzeit fallen Zuschläge auf das lärmorientierte Grundentgelt an. 2025 erfüllte bereits mehr als die Hälfte aller Flugbewegungen am Flughafen München die strengsten Vorgaben des sogenannten »Kapitel 14« gemäß Lärmzertifizierung der ICAO.
Nachtflugregelung
Die Nachtflugregelung schränkt den Flugbetrieb in der Nacht deutlich ein. Die Regelung sieht beispielsweise ein Lärmkontingent vor, das die Anzahl der Bewegungen sowie die jeweilige Art und Größe der Flugzeuge berücksichtigt. 2025 wurde das Lärmkontingent am Flughafen München zu 53 Prozent ausgenutzt. Der durchschnittliche nächtliche Dauerschallpegel an der Schutzgebietsgrenze lag dabei unter dem erlaubten Wert von 50 dB(A).
Lärmaktionsplan für den Flughafen München
Die Regierung von Oberbayern hatte unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der betroffenen Gemeinden bereits Ende 2021 einen Lärmaktionsplan für den Flughafen München veröffentlicht. Dieser stellt zahlreiche bereits realisierte Maßnahmen zur Minderung des Fluglärms im Umfeld des Airports dar. Mit der Lärmaktionsplanung setzt die Regierung die Richtlinie der EU über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm für den Flughafen München um. Im Jahr 2023 hat die Regierung von Oberbayern den Lärmaktionsplan zuletzt überprüft und befunden, dass eine Überarbeitung aktuell nicht erforderlich ist.
Finanzielle Maßnahmen Zusammenfassung
Passiver Schallschutz: Service der FMG
Seit 1992 hat die FMG insgesamt 62 Millionen Euro in Schallschutzmaßnahmen investiert und in Gebäuden im Umland rund 21.000 Schallschutzfenster und rund 20.000 Lüfter eingebaut. Im Rahmen des Serviceprogramms »Gießharzscheiben« wurde in über 150 Fällen auf freiwilliger Basis mangelhaftes Schallschutzglas in solchen Fenstern ausgetauscht, die wir in früheren Schallschutzprogrammen finanziert hatten. Dieses Serviceprogramm ist Ende 2025 ausgelaufen.
Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat mit dem Verfahren zur Ausweisung des Lärmschutzbereichs für den Flughafen München nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm begonnen. Die FMG hat dazu nach Aufforderung des Ministeriums Daten über Art und Umfang des voraussehbaren Flugbetriebs für das Prognosejahr 2033 vorgelegt. Infolgedessen wird im öffentlichen Verfahren der Lärmschutzbereich festgesetzt und geprüft, ob sich Veränderungen beim Schallschutz oder neue Betroffenheiten ergeben.